Artur Woll

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Artur Woll (* 30. Oktober 1923 in Duisburg) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Lehrbuchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artur Woll wurde 1923 als Sohn eines Bergmanns in Duisburg geboren. Er legte sein Abitur 1954 am Abendgymnasium Duisburg ab. Von 1954 bis 1957 studierte Woll an der Universität Köln Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften und Politische Wissenschaften. Er legte dort die Diplomprüfung für Volkswirte ab. Seine Promotion schloss er 1958 an der Universität in Freiburg im Breisgau ab, wo er auch als Wissenschaftlicher Assistent und nach seiner Habilitation als Dozent tätig war.

Zum Wintersemester 1964/65 wurde Artur Woll auf den Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre an der Justus-Liebig Universität Gießen berufen. 1972 folgte er einem Ruf auf einen ordentlichen Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre an die Universität Siegen, an der er von 1972 bis 1980 als Gründungsrektor tätig war. Rufe an die Universitäten Bochum und Zürich lehnte er ab.

Durch den Bundespräsidenten wurde Woll 1979 in den Wissenschaftsrat berufen, 1986 war er im Auftrag der Weltbank Berater und Gastprofessor an der Zhongnan University Wuhan (Volksrepublik China). Am 8. Februar 1989 wurde Woll emeritiert.[1]

Anfang der neunziger Jahre war Woll Gründungsbeauftragter an der Universität Düsseldorf für den dortigen Studiengang Betriebswirtschaftslehre.

Artur Woll ist mit Irene Woll-Schumacher (Professorin für Soziologie) verheiratet und hat zwei Töchter (Zwillinge).

Bis 2013 lehrte er regelmäßig im Sommersemester das Fach „Wettbewerbspolitik“. Dabei profitierten vor allem Studenten der Wirtschaftswissenschaften von seinen Erfahrungen. In einem Interview gab er bekannt, ab Ende 2013 endgültig in den Ruhestand zu gehen.[2] Woll war Mitunterzeichner des eurokritischen Manifests Die EG-Währungsunion führt zur Zerreißprobe (1992).[3]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine Tätigkeit als Gründungsrektor der Universität Siegen wurde er 1981 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Für seine Verdienste um das Hochschulwesen und das Fach Volkswirtschaftslehre erhielt Artur Woll 1993 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.

Artur Woll ist außerdem Ehrensenator der Universität Siegen (für seine Tätigkeit als Gründungsrektor). Die Ehrendoktorwürde wurde ihm für seine volkswirtschaftlichen Forschungsarbeiten von der Universität Düsseldorf sowie für seine hervorragenden wirtschaftswissenschaftlichen Leistungen von der Universität Gießen verliehen. Ein moderner Gebäudekomplex für Existenzgründer und Forschungsgruppen an der Universität Siegen trägt seinen Namen (Artur Woll-Haus).

Werke (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Artur Woll: Wachstum als Ziel der Wirtschaftspolitik. J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1968, ISBN 3-16-329461-8
  • Artur Woll (Hrsg.): Inflation. Definitionen, Ursachen, Wirkungen und Bekämpfungsmöglichkeiten. Vahlen, München 1979, ISBN 3-8006-0725-5
  • Artur Woll: Wirtschaftspolitik. 2. Aufl., Vahlen, München 1992, ISBN 3-8006-1668-8
  • Artur Woll (Hrsg.): Wirtschaftslexikon. 10. Aufl., Oldenbourg, München 2008, ISBN 978-3-486-25492-1
  • Artur Woll: Volkswirtschaftslehre. 16. Aufl., Vahlen, München 2011, ISBN 3-8006-3396-5
  • Artur Woll u. a.: Geldpolitik. Grundwissen der Ökonomik. Uni-TB. GmbH., Stuttgart 1975, ISBN 3-437-40028-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Zurückgeblättert...“, Siegener Zeitung vom 5. März 2011
  2. http://www.uni-siegen.de/start/news/personalia/554865.html
  3. Die EG-Währungsunion führt zur Zerreißprobe als PDF-Datei