Ralf Schnell

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Ralf Schnell (2010)

Ralf Schnell (* 22. September 1943 in Oldenburg) ist ein deutscher Germanist und Literaturwissenschaftler. Von 2006 bis September 2009 war er Rektor der Universität Siegen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ralf Schnell studierte Germanistik, Theaterwissenschaft, Philosophie und Publizistik an der Universität zu Köln und an der FU Berlin. Nach dem Studium war er zunächst im Präsidialamt der FU Berlin tätig und betreute die universitätsinterne Kommunikation. 1972 wechselte er als wissenschaftlicher Assistent an die Universität Hannover und wurde an der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften 1976 mit der Arbeit „Literarische Innere Emigration 1933-1945“ promoviert. Er habilitierte sich 1978 an der Universität Hannover.

1981 erhielt er einen Ruf als Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an die Universität Hannover. Von 1988 bis 1991 war er zunächst Gastprofessor an der ältesten Universität Japans, der Keio-Universität Tokyo (jp.:Keiō gijuku daigaku), und von 1991 bis 1997 ordentlicher Professor. Er war zudem Gastprofessor in Ägypten und in den Niederlanden.

1998 wechselte er auf den Lehrstuhl für Germanistik und Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Siegen, seit 2001 war er auch Direktor des Instituts für Medienforschung der Universität Siegen. Von 2002 bis 2006 leitete er als Sprecher das Kulturwissenschaftliche DFG-Forschungskolleg 615 „Medienumbrüche. Medienkulturen und Medienästhetik zu Beginn des 20. Jahrhunderts und im Übergang zum 21. Jahrhundert“. Am 20. März 2006 wurde Ralf Schnell als Nachfolger von Theodora Hantos gewählt und war vom 18. April 2006 bis 1. Oktober 2009 Rektor der Universität Siegen.[1] Er wurde von Holger Burckhart abgelöst.

Ralf Schnell war von 1998 bis 2010 Mitherausgeber der Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik. Zudem ist er Mitherausgeber und Sprecher des Herausgebergremiums der Kölner Ausgabe der 27-bändigen Werkausgabe von Heinrich Böll.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Literarische Innere Emigration 1933–1945. 1976
  • Die Literatur der Bundesrepublik. Autoren-Geschichte-Literaturbetrieb. 1986
  • Die verkehrte Welt. Literarische Ironie im 19. Jahrhundert. 1989
  • Geschichte der deutschsprachigen Literatur seit 1945. 1993
  • Dichtung in finsteren Zeiten. Deutsche Literatur und Faschismus. 1998
  • Medienästhetik. Zu Geschichte und Theorie audiovisueller Wahrnehmungsformen. 2000
  • Orientierung Germanistik. Was sie kann, was sie will. 2000
  • Metzler Lexikon Kultur der Gegenwart. 2000
  • Deutsche Literatur von der Reformation bis zur Gegenwart. 2011

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Durchquerungen. Für Ralf Schnell zum 65. Geburtstag, hrsg. von Iris Hermann und Anne Maximiliane Jäger-Gogoll, Heidelberg 2008 ISBN 978-3-8253-5553-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ralf Schnell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Universität Siegen: Prof. Dr. Ralf Schnell neuer Rektor der Universität Siegen. Abgerufen: 28. Februar 2008.