Aschara

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Aschara
Koordinaten: 51° 3′ 25″ N, 10° 40′ 56″ O
Höhe: 245 (210–260) m
Einwohner: 480
Eingemeindung: 8. März 1994
Postleitzahl: 99947
Vorwahl: 03603
Karte
Lage von Aschara in Bad Langensalza
Kindertagesstätte und Kirche
Kindertagesstätte und Kirche

Aschara ist ein Ortsteil der Stadt Bad Langensalza in Thüringen mit etwa 480 Einwohnern.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt etwa sechs Kilometer südlich des Ortsrands von Bad Langensalza am Südosthang des Ascherbergs (310 m ü. NN), entlang Bachs Weißer Bach. Die nächstliegenden Dörfer sind Eckardtsleben im Norden, Burgtonna im Osten, Ballstädt im Südosten, Westhausen im Süden, Wiegleben im Westen und Henningsleben im Nordwesten. Die Verkehrsanbindung erfolgt über die B 247 zwischen Gotha und Bad Langensalza, Abzweig Aschara über die Landstraße 2125, und aus Richtung Burgtonna über die Ascharer Straße. Die Fahner Höhe liegt etwa 4 km westlich des Ortes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld erscheint das Dorf unter den Schenkungen Karls des Großen an das Kloster, die bis zum Tod seines Gründers Lullus im Jahre 786 gemacht worden waren. So begeht Aschara im Jahre 2011 sein (mindestens) 1.225-jähriges Bestehen. Im Jahre 932 tauschte Heinrich I. das Dorf gegen andere Besitzungen an den Abt von Kloster Hersfeld[1] Die Herren von Aschare gaben den Ort an die Herren von Salza (Bad Langensalza) und diese (vermutlich um 1410) an die Herren von Gleichen. 1634 kam der Ort mit der Herrschaft Tonna infolge eines Erbfolgevertrags an den Freiherrn von Tautenburg und Frauenprießnitz und nach dessen Tod 1640 an den Grafen von Waldeck. Durch Kaufvertrag von 1677 fiel Aschara an Herzog Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg.[1] Im Norden des Dorfes erhebt sich eine Anhöhe, an deren Südseite im Mittelalter Wein angebaut wurde, allerdings mit schlechtem Ertrag.[1] Die Erhebung ist heute von der Bahnstrecke nach Bad Langensalza durchschnitten, der westliche Teil ist der Weinberg mit 268 m Höhe, auf dem eine Holländerwindmühle aus dem Jahr 1848 steht, der östliche Teil heißt Wartberg.

Am 8. März 1994 wurde Aschara nach Bad Langensalza eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansichten und Motive aus Aschara
Eingang von Aschara am 11. Juli 1958: „Erstes sozialistisches Dorf im Kreis Bad Langensalza“
Kirche
Kirchentür
Ehemaliges Backhaus
Steinkreuz und Windmühle bei Aschara

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beck stand oberhalb des Dorfes, also vermutlich auf dem Weinberg, eine kleine Kapelle, von der im 18. Jahrhundert noch Reste zu erkennen waren. Man pflanzte eine Linde an den Platz. Die noch vor der Reformation (vor 1517) erbaute St.-Petri-Kirche musste 1748 wegen Baufälligkeit abgerissen werden.[1] Zum Bau der Nachfolgerkirche wurde am 28. Mai 1749 der Grundstein gelegt. Im Innern der Kirche sieht man die 1750 vom Orgelbauer Johann Valentin Nößler geschaffene Orgel.

Im Glockenmuseum Apolda aufgestellte Bienenkorbglocke aus dem 12. Jahrhundert gilt als die älteste erhaltene Glocke im Raum der Thüringer Landeskirche. Sie steht im Eigentum der evang.-luth. Kirchengemeinde von Aschara.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Altes Backhaus, restauriertes Fachwerkhaus in Ortsmitte
  • Steinkreuz (Lage→): Etwa 600 m nördlich des Ortes steht am westlichen Straßenrand in Richtung Eckardtsleben unter einem Baum ein altes Steinkreuz. Hier zweigt auf der Gemarkungsgrenze nach Eckardtsleben ein Feldweg nach Westen ab. Das Steinkreuz hat im Volksmund auch noch andere Namen: Schwedenkreuz, Taternkreuz. Auch Flurnamen beziehen sich auf das Kreuz: Beim Kreuzchen, Totenrain. Das Kreuz hat nach außen leicht verbreiterte Arme mit gerundeten Umrisskanten und einem Näpfchen auf dem Scheitel des Kopfes. Die Hintergründe des Aufstellens sind unbekannt.[2][3]
  • Auf dem 268 m ü. NN hohen Weinberg steht der Rest einer ehemaligen Windmühle (Lage→).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft des Ortes ist landwirtschaftlich geprägt. Auch ein paar Handwerksbetriebe sind hier angesiedelt. Die größten Firmen sind eine Landmaschinen-Firma sowie eine Fahrzeug- und Maschinenbau-Firma. Aschara ist darüber hinaus bekannt durch eine gleichnamige Fleischwarenfabrik, die etwa 1985 an den Stadtrand von Bad Langensalza in ein neues Gewerbegebiet umgezogen ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Curt Ludwig (1902–1989), Polizeipräsident von Bremen, Politiker (NSDAP) und SS-Führer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d August Beck: Geschichte des Gothaischen Landes. Band 3: Geschichte der gothaischen Landstädte, Marktflecken und Dörfer in alphabetischer Ordnung. Theil 1: Altenbergen – Mechterstedt. Thienemann, Gotha 1875, S. 19–25.
  2. Frank Störzner: Steinkreuze in Thüringen. Katalog Bezirk Erfurt (= Weimarer Monographien zur Ur- und Frühgeschichte. 10, ISSN 0232-265X). Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, Weimar 1984, S. 62, Kat.-Nr. 112, Abb. 117, (Digitalisat).
  3. Website von Sühnekreuz.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aschara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien