Asel (Harsum)

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Asel
Gemeinde Harsum
Wappen von Asel
Koordinaten: 52° 11′ 39″ N, 9° 58′ 11″ O
Höhe: 92 m ü. NN
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31177
Vorwahl: 05127

Asel ist der drittgrößte Gemeindeteil der Gemeinde Harsum und gehört zum Landkreis Hildesheim in Niedersachsen. Der Ort liegt in der Hildesheimer Börde, etwa einen Kilometer südlich von Harsum zwischen der Bahnstrecke Hildesheim-Lehrte und der Bundesstraße 494. Durch den Ort fließt der Unsinnbach. Östlich des Ortes liegt hinter der B 494 der Aseler Wald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Asel wurde 1211 erstmals urkundlich erwähnt und gehört zu den ältesten Ortschaften des Stiftes Hildesheim. Später gehörte sie zum Amt Steuerwald. Wegen des fruchtbaren Bodens war Asel bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein Bauerndorf. Heute werden hauptsächlich Weizen und Zuckerrüben angebaut. Der Ort ist durch Zuzug inzwischen stark angewachsen. Asel gehört seit dem 1. März 1974 zur Gemeinde Harsum.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin ist Ellen Krone.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1926 führt Asel das Wappenschild mit einem goldenen, nach unten halb rechts zerbrochenen Speichenrad auf rotem Grund.

Das gebrochene Martyriumsrad symbolisiert eines der Attribute der heiligen Katharina von Alexandrien, der Patronin der örtlichen Kirche.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche St. Catharina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Teile der Kirche stammen aus dem 15. Jahrhundert. Eine kleine Glocke im Turm trägt den Namen Katerina und die Jahreszahl 1498. Damit ist die Kirche das älteste Gebäude im Ort. Die historische Orgel (Prospekt aus dem 16. Jahrhundert, Pfeifenwerk größtenteils aus dem 19. Jahrhundert) ist eine der ältesten Kirchenorgeln in Niedersachsen. Sie stammt zusammen mit dem Altar aus der 1803 aufgelösten Nikolaikirche zu Hildesheim. Kirchenpatronin ist die heilige Katharina von Alexandrien. Seit dem 1. November 2014 gehört St. Catharina als Filialkirche zur Pfarrei St. Cäcilia mit Sitz in Harsum.[2]

Paltrockmühle Asel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paltrockmühle Asel am Deutschen Mühlentag 2008

Die Mühle wurde ursprünglich 1850 als Bockwindmühle bei Schöppenstedt errichtet. 1894 wurde sie für 6000 Mark verkauft und in Asel wieder aufgebaut. Gleichzeitig erfolgte auch der Umbau zur Paltrockmühle. Die Mühle wurde als Kornmühle betrieben. Nach verschiedenen Besitzerwechseln wurde die Mühle 1969 stillgelegt und wurde in den folgenden Jahren sehr baufällig. Schon ein Jahr nach Gründung des Mühlenvereins Asel e. V. im Jahre 1992 konnte die Mühle wieder in einen funktionsfähigen Zustand versetzt werden.

Schwarzerdeprofil Asel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das abgedeckte Schwarzerdeprofil Asel

Es handelt sich um ein Bodenprofil, das sich neben einer frei zugänglichen Rasenfläche an der Aseler Paltrockmühle befindet. Es ist der einzige Boden, der in Niedersachsen als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Das begehbare Schauprofil ist durch eine Metallkonstruktion abgedeckt und kann auf Anfrage[3] besichtigt werden. Eine Informationstafel erklärt die Entstehung der Schwarzerde in der Börderegion. Beim Boden um Asel handelt es sich um Pseudogley-Schwarzerde, da der Untergrund aus wasserundurchlässigem und wasserstauendem Ton besteht. Das Bodenprofil ist charakteristisch für die Hildesheimer Börde.[4]

„1000-jährige“ Grafeneiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„1000-jährige“ Grafeneiche

Die Eiche steht auf dem Springberg an der B 494. Das wahre Alter wird auf etwa 500–600 Jahre geschätzt. Der Stammumfang beträgt 7,91 m, die Krone hat einen Durchmesser von etwa 30 m.[5] Der Schwedenstein südlich der Eiche trägt die Aufschrift „Dem Gott gnädig sey“. Es handelt sich um eine Grabstele, die früher in der Gemarkung zwischen Asel und Drispenstedt stand.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asel wird mit Buslinien des Regionalverkehr Hildesheim mit den übrigen Ortschaften der Gemeinde Harsum[6], mit Algermissen-Groß Lobke und mit Hildesheim verbunden. Am westlichen Ortsrand führt die Bahnstrecke Lehrte–Hildesheim vorbei, ohne dass es einen S-Bahn-Haltepunkt gibt. Am östlichen Ortsrand verläuft die Bundesstraße 494 und etwa einen Kilometer südlich die Bundesautobahn 7 mit der Anschlussstelle Nr. 61 (Hildesheim-Drispenstedt).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aloys Köhler: Aus der Geschichte der Dorfschaft Asel 1211 - 2011, Druckhaus Köhler, Harsum 2010
  • Udo Stenger: Harsum, Asel und Klein-Förste – Bilder und Geschichten aus vergangenen Tagen, 1984 Geiger-Verlag, Horb a.N.
  • Inge Wrage: Asel... und es vergingen die Jahre, eine alte Eiche erzählt, Ambaum-Verlag, Vöhl-Basdorf 2009, ISBN 978-3940616081

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Asel (Harsum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 209.
  2. Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden St. Cäcilia, Harsum, St. Catharina, Harsum-Asel, St. Matthäus, Algermissen und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde St. Cäcilia, Harsum. Kirchlicher Anzeiger für das Bistum Hildesheim Nr. 8 vom 3. November 2014, S. 222–224.
  3. im Kreishaus Hildesheim
  4. Grube, W. & Gunreben, M. (2005), Das Schwarzerde-Profil von Asel – Boden des Jahres 2005: Die Schwarzerde (PDF-Datei; 226 kB).
  5. Grafeneiche im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017
  6. Ortschaften der Gemeinde Harsum. Gemeinde Harsum, abgerufen am 8. Mai 2015.
  7. www.harsum.de. Asel.