Asteroid Impact & Deflection Assessment

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Asteroid Impact & Deflection Assessment
Missions­ziel (65803) Didymos
Auftrag­geber NASA und ESA(ausgestiegen)
Aufbau
Verlauf der Mission

Asteroid Impact & Deflection Assessment (kurz AIDA; englisch für „Asteroiden Einschlag & Ablenkungs Bewertung“) ist eine zunächst gemeinsam von NASA und ESA geplante Mission zum Doppelasteroiden (65803) Didymos für das Jahr 2022Vorlage:Zukunft/In 4 Jahren. Ziel der Mission ist es, die Theorie zu prüfen, ob die Bahn eines Asteroiden durch den Einschlag einer Raumsonde geändert werden kann. Die Mission sollte aus zwei Raumsonden bestehen: der NASA-Sonde DART (Double Asteroid Redirection Test; englisch für „Doppel-Asteroiden Umleitungs-Test“) und der ESA-Sonde AIM (Asteroid Impact Mission).[1] Nachdem der ESA-Ministerrat im Dezember 2016 keine Gelder für die Mission bewilligte, erklärte die NASA, an der Raumsonde DART festzuhalten und die Mission alleine durchzuführen.[2]

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2015 stellte die NASA die Konzeptstudie der AIDA-Mission zum erdnahen Doppelasteroiden (65803) Didymos als Gemeinschaftsprojekt mit der ESA vor, wobei die NASA-Sonde DART (Double Asteroid Redirection Test) auf dem kleineren der beiden Asteroiden einschlagen soll und die ESA-Sonde AIM (Asteroid Impact Mission) dies beobachtet und die Asteroiden vermisst.[3] Die ESA konkretisierte im Oktober 2015 die Pläne zur Raumsonde AIM, die es etablieren solle, die Daten per Laserkommunikation zur optischen Bodenstation der ESA auf Teneriffa zu senden, wodurch die Übertragung gegenüber bisheriger Funkkommunikation um ein Vielfaches schneller verlaufen würde. Die 39,3 Kilogramm schwere Sonde werde RUAG Space in der Schweiz designen.[4]

Im Dezember 2016 beschloss der ESA-Ministerrat – eine Ministerkonferenz aller 22 ESA-Mitgliedsstaaten – als oberstes Gremium für AIM keine Finanzmittel zu bewilligen. Hierzu wären 100 Millionen Euro nötig gewesen. Dies bedeutet de facto den Rückzug der ESA aus dem Projekt.[5][6] Die NASA verkündete im Anschluss an diese Tagung, am AIDA-Konzept festzuhalten und die DART-Raumsonde im Zweifel auch ohne den ESA-Pendanten zu starten. Die Beobachtung des Einschlages würde dann nur durch die Bodenstation stattfinden. Ende Juni 2017 bestätigte die NASA dies, indem sie die AIDA-Mission von der Konzeptstudie zur vorläufigen Design-Phase hochstufte. Im Etat für 2018 sind hierzu aber keine Ausgaben vorgesehen. Eine Missions-Verschiebung auf 2024 wurde eingeräumt.[7][8]

Missionsziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptziel ist die Erprobung, ob die Umlaufbahn eines mittelgroßen Asteroiden durch den Einschlag einer Raumsonde verändert werden kann. Dies wäre der erste Schritt einer planetaren Verteidigung gegen Erdbahnkreuzer, um diese bei Kollisionsgefahr mit der Erde von ihrem Kurs abzubringen. Der Meteor von Tscheljabinsk von 2013 mit rund 1500 Verletzten zeigte die Notwendigkeit. Didymos gehört wie dieser zum Apollo-Typ der Asteroiden - erdnahe Asteroiden, die die Erdbahn kreuzen können. Didymos wird die Erdbahn in absehbarer Zeit aber nicht kreuzen.[9]

Durch die AIM-Raumsonde sollen detaillierte topografische Karten der Asteroiden, sowie Kenntnisse über den inneren Aufbau und die Umlaufbahn des kleineren Asteroiden um den größeren gewonnen werden.

Technisch soll die Laserkommunikation zur Bodenstation und ein Inter-Satelliten-Netzwerk zwischen AIM-Raumsonde, CubeSats und MASCOT-2-Lander erprobt werden. CubeSats sind kleine, nur ein Kilogramm schwere Minisatelliten, die bei der Mission neue Kommunikationstechnologien testen sollen.

Ablauf der Mission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AIM sollte im Oktober 2020 mit einer Ariane 621 von Französisch-Guayana aus starten und den Doppelasteroiden Didymos 18 Monate später in 16 Millionen Kilometer Entfernung erreichen. An Bord wäre neben einer hochauflösende Kamera, eine Infrarotkamera und ein Radar zur Oberflächenuntersuchung. Für die Laserkommunikation zur Bodenstation dienen mehrere Mini-Satelliten, sogenannte CubeSats. Ergänzt würde dies vom MASCOT-2-Lander vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der die chemische Bodenzusammensetzung untersucht. Im späteren Missionsverlauf sollte die Sonde in sicheren Observierungsabstand gehen.

DART soll im Dezember 2020Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren gestartet werden und nach einem Vorbeiflug am Asteroiden (3361) Orpheus im Oktober 2022Vorlage:Zukunft/In 4 Jahren eintreffen. Didymos wäre zu diesem Zeitpunkt ungefähr 11 Millionen Kilometer entfernt. Die NASA-Sonde soll mit sechs Kilometer pro Sekunde auf dem kleineren, informell als „Didymoon“ (offiziell Didymos B) bezeichneten Asteroiden einschlagen, der einen Durchmesser von 170 Meter hat. Darauf soll geklärt werden, ob sich die Umlaufbahn von Didymoon durch den Einschlag verändert.[10][11]

1 Entgegen der englischsprachigen ESA-Internetseite sollte laut deutschsprachiger eine Sojus-Rakete verwendet werden

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. AIDA: Die Abwehr von Asteroiden im Test. ESA, abgerufen am 8. Juli 2017.
  2. NASA presses ahead with asteroid mission despite ESA funding decision. In: Spacenews. Abgerufen am 8. Juli 2017 (englisch).
  3. AIDA: Asteroid Impact and Deflection Assessment Mission Under Study at ESA And NASA. ESA, abgerufen am 8. Juli 2017 (PDF, englisch).
  4. Licht wird auf eine mehrere Millionen Kilometer lange Reise geschickt. ESA, abgerufen am 8. Juli 2017.
  5. Europas Zukunft in der Raumfahrt. ESA, abgerufen am 8. Juli 2017.
  6. Europas Zukunft in der Raumfahrt. In: Euronews. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  7. NASA's first asteroid deflection mission moves to design phase. In: New Atlas. Abgerufen am 8. Juli 2017 (englisch).
  8. NASA’S First Asteroid Deflection Mission Enters Next Design Phase. NASA, abgerufen am 8. Juli 2017 (englisch).
  9. Nasa will Asteroidenabwehr testen. In: Telepolis. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  10. Asteroid Impact Mission. ESA, abgerufen am 8. Juli 2017 (englisch).
  11. Esa will Einschlag auf einem Asteroid live beobachten - und vorher darauf landen. In: Augsburger Allgemeine. Abgerufen am 8. Juli 2017.