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Comet Interceptor

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Comet Interceptor

Missions­ziel Komet oder interstellares ObjektVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Missionsziel
Auftrag­geber Europaische Weltraumorganisation ESA

Japan Aerospace Exploration Agency JAXAVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Auftraggeber

Betreiber Europaische Weltraumorganisation ESAVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Betreiber
Träger­rakete Ariane 64[1]Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Traegerrakete
Startmasse < 1000 kgVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startmasse
Instrumente
Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Instrumente
10 Instrumente auf 3 Teilsonden
Verlauf der Mission
Startdatum frühestens 2028[1]Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startdatum
Startrampe Raumfahrtzentrum Guayana, ELA-4Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startrampe

Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/nssdc_id fehlt

Der Comet Interceptor ist eine im Bau befindliche dreiteilige Raumsonde im Rahmen des Cosmic-Vision-Programms der ESA. Die Sonde soll frühestens 2028 starten und dann auf Abruf einen neuentdeckten langperiodischen Kometen oder ein interstellares Objekt ansteuern und untersuchen.

Wissenschaftliche Ziele

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Kometen verändern sich unter dem Einfluss der Sonnenstrahlung. Durch die erstmalige Untersuchung eines Kometen, der sich noch nie der Sonne genähert hat, sollen Erkenntnisse gewonnen werden, welche mit früheren Kometensonden nicht möglich waren.

Interstellare Objekte wurden bislang noch gar nicht von nahem erkundet. Bis zum Comet-Interceptor-Programmstart war mit 1I/ʻOumuamua nur ein einziges identifiziert worden.

Vorbereitung und Ablauf

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Die Mission wurde 2018 vorgeschlagen und im Juni 2019 zur Realisierung ausgewählt. Das Science Programme Committee (SPC) nahm das Konzept, die Designs der Sonden und die vorläufigen Designs der Instrumente am 8. Juni zur Konstruktion an.[2] Am 15. Dezember 2022 wurde der Vertrag zwischen ESA und OHB als Generalunternehmen zum Bau der Sonden A1 und B2 unterzeichnet.[3] Der Bau der Sonde B1 liegt in der Verantwortung von JAXA. Im November 2023 war Instruments Critical Design Review und im Dezember 2024 das Spacecraft Critical Design Review.

2025 wurde der Vibrationstest an einem Qualifikationsmodell der B2-Komponente abgeschlossen.[4]

Die Sonde soll frühestens 2028 starten und in eine Umlaufbahn am Lagrange-Punkt L2 des Sonne-Erde-Systems eintreten.[5] Dort soll sie sich maximal 5 Jahre aufhalten, bis sich die Gelegenheit für ein geeignetes Zielobjekt ergibt. In diesem Fall soll sie in eine Bahn zur Begegnung mit dem Zielobjekt eintreten. Die Position der einsatzbereiten Sonde ist entscheidend für den Missionserfolg, da neue Kometen relativ kurzfristig entdeckt werden; interstellare Objekte haben außerdem eine hohe relative Geschwindigkeit. Es bleibt in so einem Fall nicht genügend Zeit, um eine Sonde und eine Trägerrakete vorzubereiten und zu starten, während die wartende Sonde sehr kurzfristig mobilisiert werden kann. Die Mission soll dann 6 Monate nach der Begegnung mit dem Zielobjekt enden.

Der geplante Comet Interceptor besteht aus der Hauptsonde A und den zwei kleineren Sonden B1 und B2. Die drei Teile des Comet Interceptors sollen sich vor Erreichen des Ziels voneinander trennen und das Objekt im Vorbeiflug aus verschiedenen Perspektiven untersuchen und ein dreidimensionales Bild des Kometenkerns liefern. Die A-Komponente bleibt in sicherer Entfernung und leitet als Relaisstation die Daten der B-Komponenten weiter. Die B-Komponenten sollen sich dem Kometenkern stärker nähern und sind dabei einem größeren Risiko ausgesetzt, von Staubkörnern aus dem Kometenschweif getroffen zu werden. Das hohe Risiko steht im Verhältnis zu dem hohen wissenschaftlichen Nutzen, den die Beobachtungen und Messungen in situ in der Nähe des Kometenkerns ergeben. Beschädigung oder Verlust der B-Komponenten wird dabei in Kauf genommen, ohne die Missionsziele zu gefährden.

A und B2 soll von ESA stammen, B1 wird von der Japanischen Weltraumbehörde beigesteuert. Das Design aller Teile ist schlicht gehalten und auf wenige Funktionen beschränkt. Es werden zuvor schon bewährte Kameras, Instrumente und Sensoren eingesetzt, die nicht neu entwickelt oder angepasst werden müssen, teilweise auch aus anderen Missionen übriggebliebene Zweit- und Ersatzmodelle. Folgende Instrumente sind vorgesehen:

A-Sonde

  • Comet Camera (CoCa), eine hochauflösende Kamera
  • Multispectral InfraRed Molecular and Ices Sensor (Mirmis), ein Infrarotsensor, der vom Kometen ausgehende Strahlung messen und die Zusammensetzung der Koma untersuchen soll
  • Dust, Field, and Plasma (DFP), ein Instrument zur Untersuchung von Staub, Plasma und Magnetosphäre um den Kometen

B1-Sonde

  • Hydrogen Imager (HI), eine UV-Kamera für Lyman-alpha zur Untersuchung der Wasserstoffgaswolke um den Kometen
  • Plasma Suite (PS), ein Instrument zur Untersuchung von Plasma und Magnetfeld um den Kometen
  • Wide Angle Camera (WAC), eine Kamera mit Weitwinkelobjektiv für Nahaufnahmen des Kometenkerns

B2-Sonde

  • Optical Imager for Comets (OPIC), eine Kamera für Aufnahmen von Kometenkern und Staubjets im sichtbaren und infraroten Spektrum. OPIC wird von der Universität Tartu und CristalSpace in Estland im Rahmen des Prodex-Programms der ESA verantwortet.[6]
  • Mass Analyzer for Neutrals and Ions at Comets (Maniac), ein Massenspektrometer zur Untersuchung der vom Kometen abgegebenen Gase
  • Entire Visible Sky coma mapper (Enviss), ein Instrument für Aufnahmen des Kometen und dessen Umgebung
  • Dust, Field, and Plasma (DFP), entspricht dem DFP-Instrument der A-Sonde

Einzelnachweise

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  1. a b ESA’s Comet Interceptor mission moves up launch. Spacenews, 14. Januar 2026.
  2. Comet Interceptor approved for construction. Abgerufen am 8. Januar 2026 (englisch).
  3. Comet Interceptor construction moves forward. Abgerufen am 8. Januar 2026 (englisch).
  4. Comet Interceptor’s probe proves structurally sound. Abgerufen am 8. Januar 2026 (englisch).
  5. Comet Interceptor Missionsbeschreibung. Abgerufen am 3. Oktober 2021 (englisch).
  6. Estonia pioneers instrument for Comet Interceptor mission through Prodex. Abgerufen am 8. Januar 2026 (englisch).