Atteln

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Koordinaten: 51° 36′ 0″ N, 8° 48′ 0″ O

Atteln
Stadt Lichtenau
Höhe: 196 m ü. NN
Fläche: 15,44 km²
Einwohner: 1479 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 33165
Vorwahl: 05292
Karte
Lage von Atteln in Lichtenau

Atteln ist ein Stadtteil von Lichtenau in Nordrhein-Westfalen (Deutschland) und gehört zum Kreis Paderborn. Es ist außerdem Teil der Region Bürener Land. Atteln hat ca. 1.500 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Atteln liegt auf der Paderborner Hochfläche im Südwestteil des Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge westlich der Lichtenauer Kernstadt. Es befindet sich an der Mündung der Sauer in die Altenau und ist der zentrale Ort im Tal der Altenau, die bei Blankenrode entspringend die Paderborner Hochfläche durchfließt und bei Borchen in die Alme mündet.

Nachbarortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden beginnend grenzen an Atteln im Uhrzeigersinn die Borchener Ortsteile Etteln und Dörenhagen, die Lichtenauer Stadtteile Ebbinghausen, Husen und Dalheim, die Bad Wünnenberger Stadtteile Elisenhof und Helmern sowie der westlichste Lichtenauer Stadtteil Henglarn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Kloster Böddeken lebende Chronist Gobelin Person sprach im 15. Jahrhundert davon, dass es in Atteln bereits im 9. Jahrhundert eine Kirche gegeben habe. Für Anfang des 12. Jahrhunderts ist der Bau einer Kirche St. Achatius durch das Paderborner Abdinghofkloster belegt. Atteln war für die umliegenden Dörfer sowohl in religiöser als auch in administrativer Sicht ein Hauptort (Pfarrkirche, Freistuhl/Gerichtsstätte) im Fürstbistum Paderborn. Im 13. Jahrhundert ist ein Rittersitz der Herren von Atteln nachweisbar. Die regionale Wüstungsperiode im Spätmittelalter tangierte Atteln wohl weniger stark. Im Zuge der Gegenreformation wurde 1712 die Pfarrkirche St. Achatius im barocken Stil neu errichtet.

Hexenprozesse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1597 bis ca. 1611 wurden Hexenprozesse in Borchen durchgeführt. 13 Menschen aus Etteln wurden wegen angeblicher Zauberei angeklagt, neun Personen in Etteln verbrannt und drei Personen in Atteln, darunter Elisabeth Schaefer, Margaretha Vogt, „Die Josepsche“ von Etteln und Gertraud Kneips.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Atteln wurde 1802 bei der Besetzung des Fürstbistum Paderborn preußisch und wurde 1871 Teil des Deutschen Reiches.

Vor dem 1. Januar 1975 war die damalige Gemeinde Atteln Sitz der Amtsverwaltung für die umliegenden Orte des Amtes Atteln im Kreis Büren. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes an diesem Tage werden die meisten Gemeinden des Amtes Atteln mit den Gemeinden des Amtes Lichtenau zur neuen Stadt Lichtenau (Westfalen) zusammengelegt und kommen mit dieser zum Kreis Paderborn.[1] Rechtsnachfolgerin des Amtes und der Gemeinde Atteln ist die Stadt Lichtenau.

Hochwasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die an der Sauer und Altenau gelegenen Ortschaften, wie Atteln, oftmals von Hochwasser – insbesondere 1965 – betroffen waren, wurden am Saueroberlauf bei Lichtenau das Hochwasserrückhaltebecken Sudheim (1978–1980), am Sauerunterlauf zwischen Ebbinghausen und Atteln das Hochwasserrückhaltebecken Ebbinghausen (1974–1976) und am Altenauoberlauf das Hochwasserrückhaltebecken Husen-Dalheim (1982–1984) errichtet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher von Atteln ist Heinz Köhler, CDU.

Bürgermeister der Stadt Lichtenau ist Josef Hartmann, SPD.

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zentrale Hauptstraße in Atteln ist die Finkestraße. In der Ortsmitte zweigt die L754 nach Helmern ab. Die K1 nach Ebbinghausen zweigt im östlichen Ortsteil von der Finkestraße ab. Die nächsten Anschlussstellen an das Bundesfernstraßennetz sind die AS Lichtenau an die A44 und die AS Borchen-Etteln an die A33. Im Ortsteil Haaren der Nachbarstadt Bad Wünnenberg befindet sich das Autobahnkreuz Wünnenberg-Haaren A44 & A33.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Lichtenau (Westfalen) gehört zum Nahverkehrsverbund Paderborn/Höxter. Durch Atteln führt nur eine getaktete Buslinie. Die Regionalbuslinie R82 verkehrt im 30-Minuten-Takt zwischen der Haltestelle Atteln-Wendeplatz und dem Paderborner Hauptbahnhof. Zwischen Lichtenau-Stadtmitte und Atteln-Post gibt es nur einen Stundentakt. Außerdem fahren Werktags mehrere Schulbusse in Richtung Büren (Westfalen), Borchen und Lichtenau. Die R82 und die Schulbuslinien werden von der DB Ostwestfalen-Lippe-Bus BBH BahnBus Hochstift GmbH betrieben. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Paderborn Hauptbahnhof und Altenbeken. Beide Bahnhöfe haben einen InterCity- und ICE-Anschluss.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige hundert Meter entfernt vom Ort befinden sich die Industriegebiete Hohenloh-Alt und Hohenloh-Neu. Dort sind regionale, mittelständische Unternehmen und Betriebe ansässig. Das Industriegebiet ist an die Landesstraße L754 (Finkestraße) angeschlossen. Die Betriebe werden also nur per LKW beliefert. Einen Gleisanschluss für Güterzüge gibt es nicht.

In Atteln gibt außerdem noch andere Einrichtungen und Geschäfte die typisch für die Lage und Einwohnerzahl des Ortes sind, wie z.B. eine Schule, einen Kindergarten, ein Freibad, einen Supermarkt, eine Bäckerei, einen Friseur, eine Apotheke und noch weitere Läden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deelenkonzerte (klassisch; 2xjährlich)
  • Blasmusik Atteln (Marsch u. Tanzmusik)
  • Spielmannszug Atteln (Marschmusik)

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alter Spieker von 1588

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SV Atteln 21 e.V
  • DLRG Ortsgruppe-Atteln
  • Tennisclub Altenautal
  • Naturbad Altenautal

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „12 Apostel“ (früher 12, jetzt nur noch 11 große Bäume „An der Saale“)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schützenfest (jährlich – 3. Wochenende im Juni) St. Joh. Schützenbruderschaft Atteln 1710 e.V.
  • Sportfest
  • Runkelschießen
  • 3 Osterfeuer; „Himmel“, „Hölle“ und „Fegefeuer“
  • „Take It Easty“ (Osterdisco am Ostersonntag)
  • Attelner Männerballettwettbewerb (2 Wochen nach Karneval)
  • Maifest (jährlich am 1. Mai) Heimatverein Atteln e.V.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 320 f.