Kreis Büren

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Büren Deutschlandkarte, Position des Kreises Büren hervorgehobenKoordinaten: 51° 33′ N, 8° 34′ O
Basisdaten (Stand 1974)
Bestandszeitraum: 1816–1974
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Büren
Fläche: 767,08 km²
Einwohner: 64.000 (31. Dez. 1973)
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: BÜR
Kreisschlüssel: 05 7 32
Kreisgliederung: 54 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Lindenstr. 12
4793 Büren
Landrat: Felix Klingenthal (CDU)
Lage des Kreises Büren in Nordrhein-Westfalen
Karte
Über dieses Bild
Lage des Kreises im Regierungsbezirk Detmold 1947–1968

Der Kreis Büren (1816–1969: Landkreis Büren) war ein von 1816 bis 1974 bestehender Kreis. Der Kreis war zunächst Teil des Regierungsbezirks Minden in der preußischen Provinz Westfalen, ab 1946/47 Teil des nordrhein-westfälischen Regierungsbezirks Detmold. Verwaltungssitz war Büren. Der Kreis ging 1975 im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform zusammen mit dem Altkreis Paderborn im neu gegründeten Kreis Paderborn auf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den größten Teil des ehemaligen Kreisgebietes bedeckt die Paderborner Hochfläche mit ihren südlichen Teillandschaften. Das Eggegebirge begrenzt das Kreisgebiet im Osten. Im Südosten reicht es bis in die Diemelsenke. Im Süden hatte der Kreis auch Anteil am Sauerland. Hier liegt der höchste Punkt des Kreisgebietes „Am Totenkopf“ bei Bleiwäsche auf 498 m ü. NN. Im Nordwesten hat das Kreisgebiet Anteil an der Lippeniederung und dem östlichen Hellwegraum. Das Gebiet des ehemaligen Kreises wird heute auch als Bürener Land bezeichnet.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Büren grenzte 1973 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Kreise Paderborn und Warburg (beide in Nordrhein-Westfalen), an den Landkreis Waldeck (in Hessen) sowie an die Kreise Brilon und Lippstadt (beide in Nordrhein-Westfalen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des Kreises Büren gehörte ursprünglich zum Fürstbistum Paderborn. Von 1807 bis 1813 war das spätere Kreisgebiet Teil des Königreichs Westphalen und erhielt eine Verwaltungsstruktur nach französischem Muster. Es gehörte nun zum Distrikt Paderborn im Departement der Fulda und war in die fünf Kantone Atteln, Büren, Lichtenau, Ringboke (=Boke), Salzkotten und Wünnenberg untergliedert.[1]

Nach dem Ende der Franzosenzeit gehörte das Kreisgebiet zunächst zum preußischen Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein und seit 1815 zur neuen preußischen Provinz Westfalen. Der innerhalb der Provinz Westfalen gegründete Regierungsbezirk Minden wurde zum 1. November 1816 in zwölf Kreise, darunter den Kreis Büren, eingeteilt. Die 1807 gegründeten Kantone bestanden zunächst als Verwaltungsbezirk, teilweise auch als Bürgermeisterei bezeichnet, fort.[2]

1832 wurden Oberntudorf und Niederntudorf aus dem Kreis Paderborn in den Kreis Büren umgegliedert.[3] Im Rahmen der Einführung der Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westfalen wurde der Kreis 1844 in die sechs Ämter Atteln, Boke, Büren, Lichtenau, Salzkotten und Wünnenberg eingeteilt.[4][5] Die Stadt Salzkotten blieb amtsfrei.

Die beiden Ämter Boke und Salzkotten wurden seit 1859 durch einen gemeinsamen Amtmann in Personalunion verwaltet.[6] 1861 wurde aus einem Teil von Rebbeke die neue Gemeinde Mantinghausen gebildet.[7] Die Stadt Büren schied 1895 aus dem Amt Büren aus, das in der Folgezeit Amt Büren-Land genannt wurde.[8]

1938 wurden die Ämter Salzkotten und Boke endgültig zum Amt Salzkotten-Boke zusammengeschlossen. Gleichzeitig verlor die Stadt Salzkotten ihre Amtsfreiheit und wurde in dieses Amt eingegliedert.[8] 1939 wurde die Gemeinde Keddinghausen nach Hegensdorf eingemeindet. Am 10. August 1952 wurde die Gemeinde Dalheim-Blankenrode in die drei Gemeinden Blankenrode, Dalheim und Elisenhof aufgeteilt.[9] 1969 errichteten die Stadt und das Amt Büren in Vorgriff auf die kommunale Gebietsreform eine Verwaltungsgemeinschaft.

Am 1. Oktober 1969 wurde aus dem Landkreis der Kreis Büren.[10]

Am 1. Januar 1975 wurde durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz fast das gesamte Gebiet des Kreises mit dem alten Kreis Paderborn zusammengelegt. Essentho, Meerhof, Oesdorf und Westheim kamen zu Marsberg und dadurch zum Hochsauerlandkreis; die drei Lippegemeinden Garfeln, Hörste und Rebbeke wurde durch § 45 des Münster/Hamm-Gesetzes in die Stadt Lippstadt eingegliedert und kamen dadurch zum Kreis Soest. Etteln kam zu Borchen und die drei Lippegemeinden Anreppen, Bentfeld und Boke zu Delbrück. Die übrigen Gemeinden wurden zu den vier Städten Büren, Lichtenau, Salzkotten und Wünnenberg zusammengefasst.[11]

Rechtsnachfolger des Kreises Büren ist der Kreis Paderborn. Bei der Fusion beider Landkreise wurde vereinbart, dass das Kreiskulturamt sowie das Kreisarchiv des neuen Kreises und einige Außenstellen in Büren anzusiedeln. Während heute fast alle Spuren des Kreises Büren auf Verwaltungsebene verwischt sind (das Kreiskulturamt sowie das Kreisarchiv Paderborn befinden sich in Büren und die Außenstelle des Straßenverkehrsamtes des Kreises Paderborn wurde z. B. vor einigen Jahren geschlossen), so existiert der Kreis Büren jedoch an anderer Stelle noch heute: Am alljährlich im September stattfindenden Kreisschützenfest nehmen nur die Orte teil, die bis 1975 den Kreis Büren bildeten, sowie die Nachbargemeinden des Altkreises auf Einladung.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung des Kreises Büren
Jahr Bevölkerung
1818 29.130
1831 32.754
1837 34.476
1843 37.687
1849 38.564
1852 38.669
1867 36.443
1871 35.441
1885 35.735
1905 37.091
1925 40.670
1933 43.242
1939 43.398
1946 63.841
1950 62.247
1957 57.068
1961 57.677
1965 59.794
1970 61.988
1973 64.000[12]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnisse der Kreistagswahlen ab 1946[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens zwei Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.[13]

Stimmenanteile der Parteien in Prozent

Jahr CDU SPD DZP BHE FDP
1946 67,5 12,7 18,3
1948 42,7 15,1 28,8 11,6
1952 34,9 12,8 34,7 11,1 5,7
1956 50,2 15,6 21,8 9,7 2,7
1961 67,4 14,2 10,1 8,3
1964 67,2 19,4 13,4
1969 64,2 23,5 12,3

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1816–1843: Josef von Hartmann (* 1780 in Paderborn; † 1859 in Heiligenstadt)
  2. 1843–1848: Joseph Theodor zu Stolberg-Stolberg († 1859 in Roumillies bei Tournay)
  3. 1848–1870: Reinhard Franz von und zu Brenken (* 1818 zu Brenken; † 1870)
  4. 1871–1875: Clemens Friedrich Droste zu Hülshoff (* 1837 auf Burg Hülshoff, † 1919 auf Haus Stapel)
  5. 1875–1895: Carl Hillmar August Börries Freiherr von Oeynhausen (Adelsgeschlecht) († 1896)
  6. 1895–1912: Karl von Savigny (* 1855 in Karlsruhe; † 1928 auf Gut Trages bei Gelnhausen)
  7. 1913–1921: Adolf Winkelmann
  8. 1921–1925: Aloy Vogels, Zentrum
  9. 1925–1933: Victor Freiherr von Solemacher-Antweiler
  10. 1934–1945: Ferdinand Eickel, NSDAP
  11. 1946–1949: Josef Parensen, CDU (* 1878 in Nieheim)
  12. 1949–1954: Franz Böhner, Zentrum
  13. 1954–1967: Heinrich Wilper, CDU
  14. 1967–1969: Meinolf Stieren, CDU
  15. 1969–1974: Felix Klingenthal, CDU

Oberkreisdirektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1946–1955: Josef Ebbers († 1955)
  2. 1955–1963: Werner Greve
  3. 1963–1974: Hermann Kaup († 2013)[14][15]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Silber ein roter siebenteiliger Rautensparren unter einem roten Schildhaupt mit durchgehendem goldenen Kreuz.

Städte und Gemeinden des Kreises Büren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ämtern (31. Dezember 1973)

Amtsfrei

  1. Büren (Westfalen), Stadt: 6.243 E, 26 km², 230 m ü. NN

Amt Atteln

  1. Atteln: 949 E, 15 km², 196 m ü. NN
  2. Blankenrode: 98 E, 10 km², 369 m ü. NN
  3. Dalheim: 126 E, 10 km², 274 m ü. NN
  4. Elisenhof: 111 E, 8 km², 332 m ü. NN
  5. Etteln: 1413 E, 23 km², 162 m ü. NN
  6. Haaren: 1825 E, 33 km², 361 m ü. NN
  7. Helmern: 813 E, 13 km², 362 m ü. NN
  8. Henglarn: 594 E, 11 km², 179 m ü. NN
  9. Husen: 853 E, 14 km², 213 m ü. NN

Amt Büren-Land

  1. Ahden: 844 E, 10 km², 179 m ü. NN
  2. Barkhausen: 154 E, 6 km², 331 m ü. NN
  3. Brenken: 1948 E, 27 km², 201 m ü. NN
  4. Eickhoff: 111 E, 8 km², 332 m ü. NN
  5. Harth: 997 E, 18 km², 349 m ü. NN
  6. Hegensdorf: 858 E, 15 km², 265 m ü. NN
  7. Siddinghausen: 925 E, 10 km², 303 m ü. NN
  8. Steinhausen: 2221 E, 14 km², 240 m ü. NN
  9. Weiberg: 617 E, 5 km², 350 m ü. NN
  10. Weine: 522 E, 7 km², 228 m ü. NN
  11. Wewelsburg: 2000 E, 26 km², 219 m ü. NN

Amt Lichtenau

  1. Asseln: 377 E, 11 km², 328 m ü. NN
  2. Ebbinghausen: 150 E, 4 km², 207 m ü. NN
  3. Grundsteinheim: 378 E, 10 km², 240 m ü. NN
  4. Hakenberg: 241 E, 8 km², 363 m ü. NN
  5. Herbram: 877 E, 17 km², 277 m ü. NN
  6. Holtheim: 825 E, 16 km², 336 m ü. NN
  7. Iggenhausen: 161 E, 5 km², 270 m ü. NN
  8. Kleinenberg, Stadt: 1227 E, 24 km², 335 m ü. NN
  9. Lichtenau, Stadt: 1581 E, 33 km², 305 m ü. NN

Amt Salzkotten-Boke

  1. Anreppen: 899 E, 10 km², 90 m ü. NN
  2. Bentfeld: 871 E, 8 km², 94 m ü. NN
  3. Boke: 1817 E, 16 km², 90 m ü. NN
  4. Garfeln: 403 E, 4 km², 82 m ü. NN
  5. Hörste bei Lippstadt: 1215 E, 7 km², 82 m ü. NN
  6. Mantinghausen: 627 E, 6 km², 83 m ü. NN
  7. Niederntudorf: 1733 E, 15 km², 162 m ü. NN
  8. Oberntudorf: 880 E, 6 km², 180 m ü. NN
  9. Rebbeke: 608 E, 12 km², 82 m ü. NN
  10. Salzkotten, Stadt: 5949 E, 24 km², 97 m ü. NN
  11. Scharmede: 1850 E, 9 km², 106 m ü. NN
  12. Schwelle: 563 E, 8 km², 85 m ü. NN
  13. Thüle: 1390 E, 15 km², 97 m ü. NN
  14. Upsprunge: 974 E, 8 km², 105 m ü. NN
  15. Verlar: 742 E, 4 km², 84 m ü. NN
  16. Verne: 2250 E, 16 km², 98 m ü. NN

Amt Wünnenberg

  1. Bleiwäsche: 802 E, 9 km², 453 m ü. NN
  2. Essentho: 1132 E, 12 km², 420 m ü. NN
  3. Fürstenberg: 1948 E, 59 km², 345 m ü. NN
  4. Leiberg: 1206 E, 16 km², 324 m ü. NN
  5. Meerhof: 1095 E, 19 km², 410 m ü. NN
  6. Oesdorf: 717 E, 9 km², 818 m ü. NN
  7. Westheim: 1868 E, 12 km², 228 m ü. NN
  8. Wünnenberg, Stadt: 2209 E, 29 km², 334 m ü. NN

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem damaligen Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen BÜR zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1974 ausgegeben. Seit dem 24. November 2014 ist es im Kreis Paderborn erhältlich.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kreis Büren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.); Projekt Westfälische Geschichte : "Königliches Decret, wodurch die Eintheilung des Königreichs in acht Departements angeordnet wird", Seite 107
  2. Westfalenlexikon 1832-1835. In: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.): Nachdrucke zur westfälischen Archivpflege. Band 3. Münster 1978, S. 158 (Nachdruck des Originals von 1834).
  3. Amtsblatt der Regierung Minden 1831: Veränderung der Kreiseinteilung Westfalens
  4. Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westphalen vom 31. Oktober 1841 (PDF; 1,6 MB)
  5. Amtsblatt der Regierung Minden 1844. Abgerufen am 2. Februar 2014.
  6. Amtsblatt der Regierung Minden 1859
  7. Amtsblatt der Regierung Minden 1862
  8. a b Wolfgang Leesch: Verwaltung in Westfalen 1815–1945. In: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. Band 38. Aschendorff, Münster 1992, ISBN 3-402-06845-1.
  9. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 225.
  10. Bekanntmachung der Neufassung der Kreisordnung für das Land Nordrhein-Westfalen vom 11. August 1969 im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen, Jahrgang 1969, Nr. 2021, S. 670 ff.
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 320 f.
  12. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1975
  13. Quelle: Jeweiliges Heft des Statistischen Landesamtes (LDS NRW), Mauerstr. 51, Düsseldorf, mit den Wahlergebnissen auf der Kreisebene. Die Zahlen von 1948 liegen nicht vor.
  14. Hermann Kaup gestorben. Neue Westfälische, 2. April 2013, abgerufen am 15. April 2013.
  15. Kreis Paderborn – Kreis Paderborn trauert um Hermann Kaup. Kreis Paderborn, 2. April 2013, abgerufen am 15. April 2013 (Pressemitteilung).