Baqtijar Baissejitow

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Baqtijar Baghascharuly Baissejitow (kasachisch Бақтияр Бағашарұлы Байсейітов; * 29. September 1971) ist ein ehemaliger kasachischer Ringer. Er wurde 1998 Weltmeister im griechisch-römischen Stil im Weltergewicht.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baqtijar Baissejitow begann im Jahre 1983 als Jugendlicher mit dem Ringen. Er konzentrierte sich dabei auf den griechisch-römischen Stil und startete für Däulet Alma-Ata (heute Almaty). Trainiert wurde er von Tanat Saifindekow und von Däulet Turlychanow. Während seiner aktiven Zeit war das Ringen auch sein Beruf. Nach Beendigung seiner Laufbahn wurde er Trainer in Almaty.

Seine sportlichen Erfolge auf der internationalen Ringermatte begannen erst im Erwachsenenalter. 1993 nahm er an der Asien-Meisterschaft in Hiroshima teil und belegte dort im Mittelgewicht den 3. Platz. 1994 startete er erstmals bei einer Weltmeisterschaft. In Tampere stand er wieder im Mittelgewicht, konnte sich dort aber mit dem 15. Platz noch nicht im Vorderfeld platzieren.

1995 stellten sich dann die ersten großen Erfolge ein. Zunächst siegte er bei der Asien-Meisterschaft in Manila im Mittelgewicht vor Raatbek Sanatbajew aus Kirgisistan und Behrouz Jamshidi aus dem Iran. Dann konnte er auch bei der Weltmeisterschaft in Prag überzeugen, wo er erstmals in das Weltergewicht abtrainiert hatte. Hinter Yvon Riemer aus Frankreich und vor Filiberto Ascuy Aguilera aus Kuba belegte er den 2. Platz und wurde damit Vize-Weltmeister.

Nach einem 3. Platz bei der Asien-Meisterschaft 1996 in Xiaoshan/Volksrepublik China im Weltergewicht, in der Gewichtsklasse, in der er ab dieser Meisterschaft nunmehr immer an den Start ging, nahm er in diesem Jahr erstmals an den Olympischen Spielen teil. Er hatte ein schweres Los gezogen und unterlag in Atlanta in seinem ersten Kampf gegen Filiberto Ascuy Aguilera. Anschließend besiegte er Rodolfo Hernandez Vazquez aus Mexiko, verlor aber in seinem dritten Kampf gegen Józef Tracz aus Polen, womit er nur den 11. Platz erreichte.

Bei der Weltmeisterschaft 1997 in Wrocław belegte er den 5. Platz, besiegte dabei aber mit dem amtierenden Weltmeister Yvon Riemer, Murat Kardanow aus Russland und Nazmi Avluca aus der Türkei drei Weltklasseringer. Durch eine unerwartete Niederlage gegen Tamas Berzizca aus Ungarn platzten allerdings seine Medaillenhoffnungen. Schließlich verlor er auch noch gegen Olympiasieger Filiberto Ascuy Aguilera.

1998 gelang Baqtijar Baissejitow dann der größte Erfolg in seiner Laufbahn. Er wurde in Gävle Weltmeister. Auf dem Weg zu diesem Titel besiegte er u. a. seine Dauerrivalen Józef Tracz, Murat Kardanow und Filiberto Ascuy Aguilera, den er mit 9:3 Punkten geradezu deklassierte. Im gleichen Jahr siegte er auch noch bei den Asien-Spielen in Bangkok vor Takamitsu Katayama aus Japan und Kim Jung-sub aus Südkorea.

Im Jahre 1999 konnte er an diese Erfolge nicht anknüpfen. Er belegte bei der Asien-Meisterschaft in Taschkent nur den 5. Platz und verlor bei der Weltmeisterschaft in Athen gegen Nazmi Avluca und gegen Matt James Lindland aus den Vereinigten Staaten und landete deshalb abgeschlagen auf dem 29. Platz. Dadurch war er nicht für die Olympischen Spiele in Sydney qualifiziert. Im Jahre 2000 musste Baqtijar Baissejitow dann deshalb vier schwere Olympia-Qualifikations-Turniere bestreiten, ehe er die für die Teilnahme in Sydney notwendige Punktzahl erreicht hatte. Kurz vor den Olympischen Spielen wurde er in Seoul noch einmal Asienmeister vor Takamitsu Katayama. Bei den Olympischen Spielen selbst verlor er dann seinen ersten Kampf gegen Marko Yli-Hannuksela aus Finnland. Trotz eines Sieges in seinem nächsten Kampf gegen Ex-Weltmeister Yvon Riemer musste er dem damaligen Reglement entsprechend ausscheiden und kam auf den 10. Platz.

Im Jahre 2001 kam Baqtijar Baissejitow bei der Weltmeisterschaft in Patras zu zwei Siegen, verlor aber in seinem dritten Kampf gegen den griechischen Lokalmatadoren Sergios Solonikis und kam auf den 7. Platz. Zum Schluss seiner Karriere als Ringer startete er nach einer vierjährigen Pause im Jahre 2005 noch einmal bei der Asienmeisterschaft in Wuhan und belegte dort hinter Dawiar Kobonow aus Kirgisistan den 2. Platz.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtskl. Ergebnis
1993 3. Asien-Meisterschaft in Hiroshima Mittel hinter Park Myung-suk, Südkorea u. Takahiro Makai, Japan
1994 15. WM in Tampere Mittel Sieger: Thomas Zander, Deutschland vor Tuomo Karila, Finnland u. Waleri Zilent, Weißrussland
1995 1. Asien-Meisterschaft in Manila Mittel vor Raatbek Sanatbajew, Kirgisistan u. Behrouz Jamshidi, Iran
1995 2. WM in Prag Welter hinter Yvon Riemer, Frankreich, vor Filiberto Ascuy Aguilera, Kuba, Mnazakan Iskandarjan, Russland u. Mircea Constantin, Rumänien
1995 3. Welt Cup Welter hinter Murat Kardanow, Russland u. Alexei Banes Duany, Kuba, vor Erik Hahn, Deutschland u. Marty Morgan, USA
1996 3. Asien-Meisterschaft in Xiaoshan/Volksrepublik China Welter hinter Kim Jin-soo, Südkorea u. Takamitsu Katayama, Japan
1996 11. OS in Atlanta Welter nach einer Niederlage gegen Filiberto Ascuy Aguilera, einem Sieg über Rodolfo Hernandez Vazquez, Mexiko u. einer Niederlage gegen Jozef Tracz, Polen
1997 5. WM in Wrocław Welter mit Siegen über Yvon Riemer u. Murat Kardanow, Niederlagen gegen Tamas Berzizca, Ungarn u. Filiberto Ascuy Aguilera u. einem Sieg über Nazmi Avluca, Türkei
1997 3. Welt Cup in Teheran Mittel hinter Hamza Yerlikaya, Türkei u. Behrouz Jamshidi
1997 1. Asia-Oceania Cup in Bangkok Mittel vor Farshid Kafaei Zadeh, Iran u. Kang Joon-kee, Südkorea
1998 1. WM in Gävle/Schweden Welter mit Siegen über Jozef Tracz, Börge Johansen, Norwegen, Xviça Biçinaşvili, Aserbaidschan, Murat Kardanow u. Filiberto Ascuy Aguilera
1998 1. Asien-Spiele in Bangkok Welter vor Takamitsu Katayama u. Kim Jung-sub, Südkorea
1999 5. Asien-Meisterschaft in Taschkent Welter hinter Kim Jin-soo, Juri Witt, Usbekistan, Takamitsu Katayama u. Niya Saiyi, China
1999 29. WM in Athen Welter nach Niederlagen gegen Nazmi Avluca (0:3 Punkte) u. Matt James Lindland, USA (2:3 Punkte)
2000 9. Olympia-Qualifikations-Turnier in Faenza Welter Sieger: Wjatscheslaw Makarenko, Weißrussland vor Xviça Biçinaşvili
2000 4. Olympia-Qualifikations-Turnier in Clermont-Ferrand Welter hinter Marko Yli-Hannuksela, Finnland, Xviça Biçinaşvili u. Takamitsu Katayama
2000 10. Olympia-Qualifikations-Turnier in Taschkent Welter Sieger: Kim Jin-soo vor Evgeni Erofailov, Usbekistan
2000 3. Olympia-Qualifikations-Turnier in Alexandria Welter hinter Matt James Lindland u. Ewgeni Jerofailow
2000 1. Asien-Meisterschaft in Seoul Welter vor Takamitsu Katayama u. Seyed Hossein Marashian, Iran
2000 10. OS in Sydney Welter nach einer Niederlage gegen Marko Yli-Hannuksela u. einem Sieg über Yvon Riemer
2001 7. WM in Patras Welter nach Siegen über Georgi Dschindwelaschwili, Georgien u. Akos Korica, Jugoslawien u. einer Niederlage gegen Sergios Solonikis, Griechenland
2005 2. Asien-Meisterschaft in Wuhan Welter hinter Dawiar Kobonow, Kirgisistan, vor Choi Duk-hoon, Südkorea

Erläuterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • alle Wettbewerbe im griechisch-römischen Stil
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaften
  • Weltergewicht, bis 1996 bis 74 kg, von 1997 bis 2001 bis 76 kg, seit 2002 bis 74 kg Körpergewicht, Mittelgewicht, bis 1996 bis 82 kg, von 1997 bis 2001 bis 85 kg Körpergewicht

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Der Ringer
  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]