Bahnhof Hall in Tirol

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Hall in Tirol
Tiroler Mittelland 2013-07 Mattes (272).JPG
Daten
Betriebsstellenart Durchgangsbahnhof
Abkürzung H
IBNR 8100105
Eröffnung 1858
Lage
Stadt/Gemeinde Hall in Tirol
Bundesland Tirol
Staat Österreich
Koordinaten 47° 16′ 37″ N, 11° 30′ 5″ OKoordinaten: 47° 16′ 37″ N, 11° 30′ 5″ O
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Österreich
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Der Bahnhof Hall in Tirol ist ein Regional- und Fernbahnhof für den Personenverkehr sowie ein Güter- und Verschubbahnhof. Der Bahnhof liegt im Bahnkilometer 66,6 der Unterinntalbahn (Bahnstrecke Kufstein–Innsbruck) und ist unter anderem Haltepunkt der S-Bahn Tirol.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Eröffnung der Unterinntalbahn 1858 war Hall Endpunkt der Innschifffahrt und damit der wichtigste Warenumschlagplatz Nordtirols. Um diesen Status nicht zu verlieren, setzte man sich in Hall von Anfang an für einen eigenen Bahnhof ein. Dafür wurde die Obere Lend, bis dahin Hafen und Holzlagerplatz der Saline, und ein Teil der Haller Au in Anspruch genommen.[1][2] Die ab 1888 gebaute Localbahn Innsbruck–Hall in Tirol (L.B.I.H.i.T.) führte als Straßenbahn nach Solbad Hall und hatte keinen Anschluss an die Hauptbahn.

In den beiden Weltkriegen spielte der Haller Verschubbahnhof eine wichtige Rolle für die Versorgung der Südfront. Im Zweiten Weltkrieg wurden sogar zusätzliche Gleisanlagen westlich von Loretto angelegt.[1] Im Zweiten Weltkrieg wurde Hall daher mehrfach bombardiert. Ein erster Angriff am 19. Dezember 1944 betraf den Personenbahnhof selbst noch nicht (er verwüstete neben Gleisanlagen den Südwesten der Stadt), am 16. Februar 1945 wurde die Anlage aber vollkommen zerstört.[3][4] Der Bahnhof Hall wurde erst nach Kriegsende wiedererrichtet, und zeigt bis heute des Gepräge der schlichten internationalistischen Nachkriegs-Bahnhofsarchitektur, als Betonständerwerk mit hoher Befensterung, durchaus wohlproportioniert, sonst aber völlig schmucklos.[5]

Aufgewertet wurde der Bahnhof durch das 1956 errichtete Tiroler Zollfreigebiet für den regionalen Güterverkehr Tirol/Vorarlberg–Südtirol/Trentino wie auch den internationalen Alpentransit. Durch die 1994 eröffnete Güterzugumfahrung Innsbruck, den Tunnel von Hall in das Wipptal, der aber schon zwischen Baumkirchen und Mils abzweigt, verlagerte sich viel Verkehr nach Wörgl (Cargo- und ROLA-Terminal). Die Umfahrung wird zukünftig auch den Beginn des Brenner-Basistunnels darstellen.

1978 erhielt der Bahnhof ein neues Zentralstellwerk.[6] 2012 wurde der Vorplatz um etwa eine Million Euro modernen Anforderungen angepasst,[7][8] um weitere neun Millionen Euro die Gleisanlagen erneuert.[9] Juli 2013 gab es einen Chemiealarm, der aber glimpflich verlief.[10]

Heutiger Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine ÖBB 2068 056 im Rangierbetrieb in Hall

Er wird von ÖBB-Infrastruktur betrieben und befindet sich im Südosten des Ortes. Es ist ein Durchgangsbahnhof, der als Verschiebebahnhof für den Eisenbahnknoten Innsbruck dient. Am Vorplatz befindet sich ein kleiner Busbahnhof sowie ein Park & Ride-Parkplatz.[8]

Im Jahr 2013 wurde die Station werktags von mehr als 120 S-Bahnen angefahren. Außerdem wird der Bahnhof von REX-Zügen bedient, die Regel-Fahrzeit nach Innsbruck beträgt 9 Minuten. Im Jahr 2012 wurde der Bahnhof von rund 1900 Fahrgästen pro Tag frequentiert.[8]

Hall ist der größte Verschub- und Zugbildebahnhof Tirols mit einer Fläche von 25,2 ha und 230 Beschäftigten. Rund 500.000 Waggons werden hier jährlich verschoben, das Frachtaufkommen beträgt rund 600.000 Tonnen pro Jahr.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Hall in Tirol – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Hall – 700 Jahre multimedial: Eisenbahn, Bahnhof
  2. Vergl. Dritte Landesaufnahme 1864/1887, Datenstand 1870/1873, Maßstab 1:25.000 (Layer online bei TIRIS: Historische Kartenwerke Tirol).
  3. Gerhard Rief: Hall in Tirol. In: Wolfgang Ingenhaeff, Johann Bramböck, Johann Bair (Hrsg.): Die Erinnerung bleibt: Tirol im Bombenkrieg 1943 bis 1945. Verlag Berenkamp, 2004, ISBN 978-3-85093-173-1, S. 94 ff.
  4. Günter Hagen: Hall in Tirol: Stadtentwicklung im Spannungsfeld von Altstadterneuerung und Ausländersituation. Band 34 von Innsbrucker geographische Studien Verlag Universität Innsbruck – Geographie Innsbruck, Selbstverlag, 2003, ISBN 978-3-901182-37-2, S. 35 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Im VCÖ-Bahntest 2013 Diese Bahnhöfe gefallen den Fahrgästen am wenigsten kam der Bahnhof auf Platz 11. VCÖ-Bahntest: Westbahnhof zum schönsten Bahnhof Österreichs gewählt (Memento des Originals vom 29. April 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vcoe.at. Ausgabe 2013–2077, online 19. August 2013, abgerufen 28. April 2014.
  6. Österreichische Bundesbahnen. Generaldirektion: Geschäftsbericht der Österreichischen Bundesbahnen, 1978, S. 53.
  7. Park + Ride am Bahnhof Hall, in Haller Blatt online (hallerblatt.at), 29. Februar 2012.
  8. a b c Moderner Vorplatz und Park+Ride Anlage Hall in Tirol eröffnet. Pressemitteilung des Verkehrsverbundes Tirol, Hall, 29. Februar 2012, abgerufen 21. März 2013.
  9. Neue Gleise für Haller Bahnhof, Stefan Fügenschuh in meinbezirk.at, 4. April 2012
  10. es traten kleine Mengen Vinylethylen an einem nicht geschlossenen Ventil aus; Entwarnung nach Chemiealarm, tirol.orf.at, 31. Juli 2012
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