Baumkirchen

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Baumkirchen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Baumkirchen
Baumkirchen (Österreich)
Baumkirchen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 4,02 km²
Koordinaten: 47° 18′ N, 11° 34′ OKoordinaten: 47° 17′ 59″ N, 11° 33′ 50″ O
Höhe: 593 m ü. A.
Einwohner: 1.275 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 317 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6121
Vorwahl: 05224
Gemeindekennziffer: 7 03 05
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstrasse 19
6121 Baumkirchen
Website: www.baumkirchen.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Josef Schindl (ÖVP)
Gemeinderat: (2016)
(13 Mitglieder)

13 Gemeinsame Dorfliste ÖVP

Lage der Gemeinde Baumkirchen im Bezirk Innsbruck-Land
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Über dieses Bild
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Blick auf Baumkirchen
Blick auf Baumkirchen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Blick von Süden auf Baumkirchen
Volksschule (rechts) und Kirche

Baumkirchen ist eine Gemeinde mit 1275 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Innsbruck Land, Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Hall in Tirol.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baumkirchen liegt im Inntal, nördlich des Inn, auf der Abdachung der Gnadenwaldterrasse. Der Hauptort liegt am Ausgang des Baumkirchner Tals, das vom Fallbach durchflossen wird. Etwa einen Kilometer südwestlich des Hauptorts liegt die Siedlung Unterfeld.

Die Gemeinde ist über die Inntalautobahn und die Unterinntalbahn mit der Haltestelle Volders-Baumkirchen erreichbar.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden von Baumkirchen sind:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baumkirchen wird zum ersten Mal sicher um 1147 in einer Besitzverfügung zugunsten des Klosters St. Peter in Salzburg als „Poumchirche“ erwähnt.[1] Eine Nennung in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1040 als Pawinuchircha soll sich auf ein heute zu München gehörendes Baumkirchen beziehen. Im Jahr 1312 wird Baumkirchen als eigene Gemeinde im Inntaler Steuerbuch geführt. Wie der in Baumkirchen wohnhafte Geographieprofessor auf der Universität Innsbruck Franz Fliri in seinem Buch über Baumkirchen schreibt, deuten das Laurentius-Kirchenpatrozinium, die Flurnamen mit ihren teilweise romanischen Ursprüngen und die Einteilung der Flur darauf hin, dass die Siedlung Baumkirchen älter ist als die erste urkundliche Nennung.

Die Pfarrkirche Baumkirchen wurde nachweisbar erstmals 1310 durch Bischof Johann von Brixen geweiht, das Laurentius-Patrozinium weist laut Fliri aber auf ein höheres Alter hing. 1490 wurde in Baumkirchen von Paul Heuberger das Schloss Wohlgemutsheim erbaut. Das Schloss wechselte öfter den Besitzer und von 1623 bis 1783 gehörte es zum Haller Damenstift. Seit 1959 sind im Schloss Don-Bosco-Schwestern untergebracht. Die Schlosskapelle zur Heiligen Dreifaltigkeit soll um 1517 von Paul von Kripp ursprünglich mit dem Patrozinium der 14 Nothelfer erbaut worden sein. 1650 wurde am Kreuzbühel von dem Haller Bürger Thomas Gapp gemeinsam mit anderen Wohltätern die Annakapelle errichtet. Der Bau erfolgte im Stil der Bauten von Hippolyt Guarinoni und wurde von Johann Karl von Fieger mit Stiftungsvermögen versehen. Besondere Bedeutung erlangte die Kapelle durch die St.-Anna-Bruderschaft, die 1710 gegründet wurde und die zur Zeit ihrer Gründung fast die halbe Einwohnerschaft von Baumkirchen umfasste. Ebenfalls um die Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden im Bereich einer Heilquelle, die Hippolyt Guarinoni entdeckt haben soll, ein Bad-Haus mit Kurbetrieb, der bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg aufrechterhalten wurde. Nach 1939 wurde das Bad-Haus nur mehr für Wohnungen genutzt und 1984 abgerissen. Die Quellfassungen unterhalb der Annakapelle wurden 1950 durch einen Straßenbau zerstört.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 28. Februar 2016 statt.[3] Es trat nur eine Partei zur Wahl an, Josef Schindl wurde wie bei den Wahlen 2010 zum Bürgermeister gewählt.

Partei Prozent Stimmen Sitze im Gemeinderat
Gemeinsame Dorfliste ÖVP 100 % 534 13

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In einem geteilten Schild oben auf weißem Grund ein Laubbaum mit grünen Blättern, unten auf rotem Grund eine weiße Kirche.

Das Wappen wurde am 21. April 1949 verliehen. Es symbolisiert als redendes Wappen den Ortsnamen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der denkmalgeschützten Objekte in Baumkirchen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Fliri: Baumkirchen, Heimatkunde eines Dorfes in Tirol. Fliri Verlag 1999.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baumkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 53–54, Nr. 433.
  2. Franz Fliri: Baumkirchen. Heimatkunde eines Dorfes in Tirol. 2. erweiterte Auflage. Eigenverlag, Baumkirchen 1999.
  3. Gemeinde Baumkirchen. wahlen.tirol.gv.at. Abgerufen am 8. Mai 2016.