Volders

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Volders
Wappen von Volders
Volders (Österreich)
Volders
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 32,42 km²
Koordinaten: 47° 17′ N, 11° 34′ OKoordinaten: 47° 17′ 15″ N, 11° 33′ 55″ O
Höhe: 558 m ü. A.
Einwohner: 4.427 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 6111
Vorwahl: 05224
Gemeindekennziffer: 7 03 65
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bundesstraße 23
6111 Volders
Website: www.volders.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Maximilian Harb (Gemeindeliste Volders)
Gemeinderat: (2016)
(17 Mitglieder)
6 Gemeindeliste Volders – Liste 1

5 Gemeinsam für Volders – GfV
6 Zukunft Volders – Team Schwemberger/Moser

Lage der Gemeinde Volders im Bezirk Innsbruck-Land
Absam Aldrans Ampass Axams Baumkirchen Birgitz Ellbögen Flaurling Fritzens Fulpmes Gnadenwald Götzens Gries am Brenner Gries im Sellrain Grinzens Gschnitz Hall in Tirol Hatting Inzing Kematen Innsbruck Kolsass Kolsassberg Lans Leutasch Matrei am Brenner Mieders Mils Mühlbachl Mutters Natters Navis Neustift im Stubaital Oberhofen im Inntal Obernberg am Brenner Oberperfuss Patsch Pettnau Pfaffenhofen Pfons Polling in Tirol Ranggen Reith bei Seefeld Rinn Rum St. Sigmund im Sellrain Scharnitz Schmirn Schönberg im Stubaital Seefeld Sellrain Sistrans Steinach am Brenner Telfes im Stubai Telfs Thaur Trins Tulfes Unterperfuss Vals Völs Volders Wattenberg Wattens Wildermieming Zirl TirolLage der Gemeinde Volders im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick vom Volderberg auf Volders
Blick vom Volderberg auf Volders
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Volders ist eine Gemeinde mit 4427 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Innsbruck Land, Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Hall in Tirol.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volders liegt im Inntal, südlich des Inn. Die Gemeinde setzt sich aus der Siedlung im Talboden und den Ortsteilen Großvolderberg und Kleinvolderberg im Voldertal zusammen.

Die Gemeinde ist nur 15 Kilometer von der Landeshauptstadt Innsbruck entfernt und hat einen großen Auspendleranteil aufzuweisen. Volders ist über die Inntalautobahn A 12, die Tiroler Straße B 171 sowie über die Westbahn mit der Haltestelle Volders-Baumkirchen zu erreichen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volders gliedert sich in drei Katastralgemeinden bzw. Ortschaften: Großvolderberg (2.623,61 ha, 466 Einwohner), Kleinvolderberg (278,58 ha, 120 Ew.) und Volders (339,36 ha, 3748 Ew.). (Stand 2011)

1973 wurden die ehemals eigenständigen Gemeinden Großvolderberg und Kleinvolderberg eingemeindet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Latènezeitliche Höhensiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der kleinen Kuppe Himmelreich am südlichen Inntalrand wurden von Karl Stainer und später Alfons Kasseroler eine Höhensiedlung aus der jüngeren Eisenzeit (450 – um Christi Geburt) entdeckt. Das Areal hat eine Ausdehnung von ungefähr 60 m × 30 m und liegt in einer Seehöhe von 643 m. Die Untersuchungen Kasserolers ab 1953 brachten den Fund von einigen Gebäuden, die einem Gehöft zugeordnet wurden. Vier größere Häuser mit in den Fels gehauenen Kellerräumen und Oberbau sowie einige Nebengebäude, eine Zisterne und eine 150 m lange Umfassungsmauer wurden freigelegt. Die Mauer dürfte allerdings keine Wehraufgaben erfüllt haben. Die Gebäude sind sämtlich abgebrannt, vermutlich nicht durch Feindeinwirkung, und in den Brandruinen gab es Funde aus der Mittel- und Spätlatènezeit – Geschirr, Waffen und Schmuck aus der alpinen Fritzens-Sanzeno-Kultur. Eine Münze aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., eine Holzschüssel mit Hirsekörnern und Saubohnen, sowie eine Schale mit der Aufschrift chaisurus im Bereich der Umfassungsmauer halfen bei der Datierung. Auf einer vorgelagerten Terrasse im Nordwesten wurde ein Brandopferplatz entdeckt. Die ungefähr 30 cm dicke Ascheschicht enthielt Knochenreste und Steine, der Lößgrund war wegen der entstandenen Hitze hartgebrannt. Neben einer Pflasterung wurden Fibeln, Anhänger, Gürtelhaken, Bronzeringe, Landwirtschafts- und Handwerksgerät, Waffen, keltische und römische Münzen, Tongeschirr und ein rätisches Losstäbchen entdeckt. Eine Weiterverwendung des Opferplatzes bis in die römische Kaiserzeit wird auf Grund der Münzfunde angenommen. Heute befindet sich am Fundort das Freilichtmuseum Himmelreich.[1]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volders erscheint erstmals im späten 11. Jahrhundert in Urkunden zugunsten des Hochstifts Brixen, das dort begütert war.[2] Um 1147/50 erscheint auch das Stift Admont als Inhaber von Grundbesitz in Volders („Volres“), welcher diesem von einer gewissen Heilica vermacht wurde.[3]

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Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 14. März 2010 statt.[4] Maximilian Harb wurde zum Bürgermeister und Walter Meixner zum Vizebürgermeister gewählt.[5]

Partei Prozent Stimmen Sitze im
Gemeinderat
Koppelung
Gemeindeliste Volders – Liste 1 49,08 % 959 9 A
Wir Volderer 18,50 % 385 3 A
Gemeinsam für Volders 19,22 % 400 3
Zuerst für unsere Gemeinde SPÖ Volders 09,47 % 197 1
FPÖ Volders 06,73 % 140 1

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Mühlbach in Südtirol bestehen partnerschaftliche Beziehungen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Volders

Karlskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Karlskirche mit dem Servitenkloster

Die Karlskirche wurde 1620 von Hippolyt Guarinoni gestiftet und geplant und 1654 geweiht. Der eingenwillige Zentralbau gilt als einer der schönsten Rokokobauten Tirols.

Pfarrkirche hl. Johannes der Täufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1253 erstmals erwähnte Kirche wurde von 1437 bis 1512 im gotischen Stil neu gebaut und von 1962 bis 1965 nach Plänen von Clemens Holzmeister Richtung Westen erweitert.

Schloss Friedberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Friedberg wurde um 1230 von den Grafen von Andechs gegründet und liegt ähnlich Schloss Ambras leicht erhöht über dem Inntalboden oberhalb der Karlskirche.

Schloss Aschach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Aschach wurde 1586 in der heute noch erhalten Form errichtet und befindet sich auf einer Anhöhe nahe dem Ortskern.

Kulturelle Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Partisanerbund Volders, eine 1854 erstmals erwähnte Vereinigung, die bei Prozessionen das Allerheiligste begleitet, wurde zusammen mit anderen 2013 von der UNESCO unter der Bezeichnung Sakramentsgarden in Tirol als Immaterielles Kulturerbe in Österreich anerkannt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Land Tirol unterhält am Kleinvolderberg seit November 2014 ein Flüchtlingsheim. Bereits zu Zeiten des Kosovokrieges diente das ehemalige Heim für schwererziehbare Buben als Unterkunft für Flüchtlinge und besitzt aufgrund dessen eine Sonderwidmung als Flüchtlingsheim.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Volders – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Susanne Sievers, Otto Helmut Urban, Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 767.
  2. Oswald Redlich: Die Traditionsbücher des Hochstifts Brixen vom 10. bis zum 14. Jahrhundert (Acta Tirolensia 1). Wagner: Innsbruck 1899, S. 97 Nr. 270 (zu ca. 1070–1080).
  3. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 51–52.
  4. Tirol Unser Land
  5. Vizebürgermeister von Volders