Bahnhof Zug

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Zug
Glasfront des Zuger Bahnhofs
Glasfront des Zuger Bahnhofs
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform Keilbahnhof
Perrongleise 7
IBNR 8502204
Webadresse Link
Architektonische Daten
Architekt Klaus Hornberger
Lage
Stadt/Gemeinde Zug
Kanton Zug
Staat Schweiz
Koordinaten 681639 / 225361Koordinaten: 47° 10′ 27″ N, 8° 30′ 56″ O; CH1903: 681639 / 225361
Höhe (SO) 425 m ü. M.
Bahnhof Zug (Stadt Zug)
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in der Schweiz
i16

Der Bahnhof Zug liegt im Hauptort des gleichnamigen Kantons Zug. Die Stadt liegt verkehrstechnisch günstig an der Gabelung der Bahnstrecken ZürichLuzern und Zürich–Gotthard. Der Bahnhof ist ein echter Keilbahnhof. Der InterRegio erreicht in 25 Minuten Zürich oder Luzern.

Er ist der Hauptknoten der Stadtbahn Zug und ist zugleich an das Netz der S-Bahn Zürich angeschlossen. Er gibt Anschluss zum dichten Liniennetz des öffentlichen Nahverkehrs. Der Bahnhofplatz des am 28. November 2003 neu eröffneten Bahnhofs ist ein Knotenpunkt im Verkehrsnetz der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB), das über 285 Haltestellen und eine Gesamtstreckenlänge von 197 km verfügt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Bahnhof in Zug wurde zwischen 1863 und 1864 auf dem heutigen Bundesplatz vom Architekten Jakob Friedrich Wanner erbaut. Es handelte sich um einen Kopfbahnhof, der nur aus Richtung Cham und Knonau erreicht werden konnte. Mit einem zusätzlichen Gleisdreieck konnten die Züge gewendet werden. Als 1897 die Bahnstrecken nach Zürich via Thalwil und nach Arth-Goldau gebaut wurden, musste der Bahnhof an die Stelle des heutigen Keilbahnhofs verlegt werden. Das erste Bahnhofsgebäude wurde zerlegt und in Zürich Wollishofen wieder aufgebaut.

Zug war bis 1897 ein Kopfbahnhof.
Die Zuger Schlaufe bestand seit 1897.
Sie wurde 1990 aufgehoben.
Abkürzungen
TW: SBB nach Thalwil
KMUE: SBB nach Kollermühle–
             Affoltern a. A./–Luzern
GD: SBB nach Arth-Goldau
V-Zug: Anschlussgleis zur V-Zug

Bahnhofsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht des Bahnhofgebäudes

In den Jahren 2001 bis 2004 entstand im Stadtzentrum ein neu gestaltetes Bahnhofsgebäude für rund 65 Millionen Schweizer Franken. Die Baugrundfläche beträgt circa 6500 m². Jeden Tag strömen gegen 20'000 Personen in den dreieckigen Bahnhof, der zu den zehn grössten der Schweiz zählt.

Das Gebäude besteht von oben nach unten betrachtet aus drei Bürostockwerken, einer Ladenfläche auf Gleis- und einer auf Stadtniveau sowie dem als Lagerfläche benutzten Untergeschoss. Insgesamt befinden sich 14 Ladengeschäfte im Bahnhof. Für das Bahnhofsgebäude wurde eigens eine neue Passage gebaut, damit Fussgänger zur Bahnhofshalle gelangen können. Auch die getrennten Quartiere Grafenau sowie Metalli sind nun besser zu erreichen. Für die Velofahrer baute man neue Unterstände. Der neu angelegte Bahnhofsplatz dient den Bussen als Wendeplatz. Ausserdem gibt es innerhalb des Bahnhofs an bestimmten Orten eine Internet-Anbindung mittels Wireless LAN.

Mit Beginn der Dämmerung wird das Bahnhofsgebäude bis 23:00 Uhr von der Lichtinstallation light transport des Künstlers James Turrell beleuchtet. Auf der südlichen Glasfront wurden dafür Fluoreszenzröhren montiert, welche die Farben rot, grün und blau und daraus entstehenden Mischfarben erzeugen können. Da es bei lang anhaltender Kälte technische Probleme mit der Ansteuerung der Leuchtelemente geben kann, wird die Anlage in solchen Situationen abgestellt. Für die Lichtinstallation und die Architektur erhielt der Bahnhof am 19. Oktober 2005 je einen Brunel Award.

Im Oktober 2020 wurde die Wärme- und Kälteenergie von Erdgas auf das Seewasser-Wärmenetz der Wasserwerke Zug umgestellt.[1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keilbahnhof Zug, 1991
Vorne die Einfahrt aus Thalwil, die Strecke führt geradeaus weiter nach Arth-Goldau. Die Gleise nach Kollermühle–Luzern/–Affoltern a. A. zweigen nach rechts ab.

Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtbahn Zug
S-Bahn Zürich

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhofplatz mit einem Bus der Linie 2 und dem Bahnhof im Hintergrund

Der Bahnhof Zug bildet einen zentralen Umsteigepunkt im Netz der Zugerland Verkehrsbetriebe. Insgesamt vier Haltestellen sind in der Bahnhofsgegend angesiedelt, um ihn zu erschliessen:

  • Dammstrasse (Bahnhof) beim Perron 7: Linie 16
  • Metalli (Bahnhof) an der Baarerstrasse: Linien 3, 4, 6, 7, 11, 14, 16
  • Landis+Gyr (Bahnhof) an der Gubelstrasse: Linien 6, 7, 11, 16
  • Bahnhofplatz beim Empfangsgebäude: Linien 1, 2, 5, 13

Die am Bahnhof endenden Linien fahren alle den Bahnhofplatz an, wo sich ein Wendeplatz befindet. Einige Linien halten an mehr als einer der vier Bahnhofhaltestellen. Die Haltestelle Metalli wiederum ist geteilt in Metalli (Ost) für Busse in Richtung Baar/Landis+Gyr und in Metalli (West) für Busse in Richtung Postplatz, die Haltestelle West wiederum hat zwei Stellplätze vor und nach der T-Kreuzung mit der Metallstrasse.

Gleisanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gleisanlage umfasst sieben Personengleise, davon ist eins ein Kopfgleis, während die anderen sechs Durchfahrtsgleise sind. Insgesamt gibt es einen Seitenbahnsteig (Gleis 7) und drei Mittelbahnsteige, wovon einer in Keilform angelegt ist (Gleise 3/4) und einer wegen des Kopfgleisstatus des Gleis 1 teilweise einen Seitenbahnsteig darstellt. Die Nutzung durch den Personenverkehr wird meist nach folgendem Schema abgewickelt:[2]

  • Gleis 1: Kopfgleis, wird vor allem als Abstellgleis verwendet.
  • Gleis 2: ICN/EC/IR nach Arth-Goldau – Tessin, S2 Richtung Walchwil
  • Gleis 3: ICN/EC/IR nach Zürich HB, S2 nach Baar Lindenpark
  • Gleis 4: IR nach Luzern, S1 nach Rotkreuz und via Luzern nach Sursee
  • Gleis 5: IR nach Zürich HB/Zürich Flughafen, S1 nach Baar
  • Gleis 6: S24 nach Zürich – Winterthur (– Schaffhausen – Thayngen)
  • Gleis 7: S5 nach Affoltern – Zürich – Uster – Rapperswil – Pfäffikon SZ

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Zug railway station – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ottavia Masserini: Seewasser sorgt für Wärme im Bahnhof Zug. Schweizerische Bundesbahnen, 14. Oktober 2020, abgerufen am 13. November 2020.
  2. Abfahrt Bahnhof Zug 11 Dezember 2005 - 9 Dezember 2006 (Memento vom 9. September 2006 im Internet Archive), auf zvb.ch