Bahnstrecke Bad Endorf–Obing

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Bad Endorf (Oberbay)–Obing
Strecke der Bahnstrecke Bad Endorf–Obing
Streckennummer (DB):5705
Kursbuchstrecke (DB):12951
Streckenlänge:18,460 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:C4
Minimaler Radius:190 m
Höchstgeschwindigkeit:50 km/h
Strecke – geradeaus
von Salzburg Hbf
Bahnhof, Station
0,000 Bad Endorf (Oberbay) 525 m
   
nach Rosenheim
   
0,350 Infrastrukturgrenze DB Netz / RSE
   
3,250 Grafing (b Endorf)
Haltepunkt, Haltestelle
5,760 Halfing 504 m
   
Viadukt über das Todtmannstal
Haltepunkt, Haltestelle
10,334 Amerang 544 m
Haltepunkt, Haltestelle
14,340 Aindorf
Haltepunkt, Haltestelle
15,725 Pittenhart
Kopfbahnhof – Streckenende
18,460 Obing 569 m

Quellen: [1][2][3][4]

Die Bahnstrecke Bad Endorf–Obing ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn in Oberbayern. Sie zweigt in Bad Endorf von der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg ab und führt über Halfing und Amerang nach Obing. Auf der Strecke findet nur noch Museumszugverkehr statt, der durch den Verein Chiemgauer Lokalbahn (Abkürzung: CLB, auch LEO für Lokalbahn Endorf–Obing genannt) durchgeführt wird. Eisenbahninfrastrukturunternehmen ist die Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung und Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der westliche Chiemgau ist ein waldreiches Gebiet, der Abtransport der Forstprodukte gestaltete sich jedoch schwierig, da nur schlechte Forststraßen vorhanden waren. Ab 1890 gab es ein Bestreben, dieses Gebiet bahntechnisch zu erschließen. Am Rand des westlichen Chiemgaus befanden sich die Bahnstrecken Rosenheim–Salzburg und Rosenheim–Mühldorf, doch keine dieser Strecken führte in das westliche Chiemgau hinein. Um diese Situation zu ändern, wurde 1890 ein Eisenbahnkomitee in Rosenheim gegründet, das eine Lokalbahn nach Frabertsham plante. Die Strecke sollte später bis Schnaitsee fortgesetzt werden. Auch in Eggstätt wurde ein Eisenbahnkomitee gegründet, dieses plante allerdings eine Bahnstrecke von Bad Endorf über Eggstätt nach Obing, bei der Planung entstanden zwei Möglichkeiten, eine über Arxtham und eine über Höslwang. 1901 einigten sich die beiden Eisenbahnkomitees für eine Streckenführung von Bad Endorf über Pittenhart nach Obing. Die Strecke sollte später nach Frabertsham und Schnaitsee verlängert werden, die Verlängerung wurde jedoch nie verwirklicht. Am 10. August 1904 wurde der Bau in einem Lokalbahngesetz festgelegt, für den Bau standen 1.195.100 Mark zu Verfügung. Mit dem Bau wurde im August 1907 begonnen, am 15. Oktober 1908 wurde die Strecke eröffnet.

Lok 657.2770 der ÖGEG beim Saisonabschluss der CLB 2006
Bahnhof Obing

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits am 26. Mai 1968 wurde der planmäßige Personenverkehr von der Deutschen Bundesbahn eingestellt, der Güterverkehr folgte zum 1. Januar 1996.

Zum Einsatz kamen bis Ende der 1950er Jahre bayerische Lokalbahnlokomotiven, insbesondere die Baureihe 70 (bayerische Pt 2/3), später Schienenbusse der Baureihe 795 sowie im Güterverkehr Diesellokomotiven der Baureihe 211[5].

Seit 2002 versuchte der Verein Chiemgauer Lokalbahn e. V. mit Sitz in Obing die Strecke zu sichern und mittelfristig zu reaktivieren. Mit der Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH (RSE) wurde 2005 ein Betreiber gefunden, der die Reaktivierung einen Schritt weiter brachte. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Technologie, Infrastruktur und Verkehr erteilte der RSE die erforderliche Genehmigung zum Betreiben der Bahnstrecke Bad Endorf–Obing. Pächter ist die Chiemgauer Lokalbahn-Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG, die 2005 gegründet wurde. Im September 2014 kaufte der Verein Chiemgauer Lokalbahn die Strecke schließlich von DB Netz.[6]

Der Betrieb als Touristikeisenbahn wurde am 1. Juli 2006 aufgenommen. Züge verkehren an Sonn- und Feiertagen während der Sommersaison. Zum Einsatz kam bis Frühjahr 2014 in der Regel der Triebwagen VT 103, der dann zunächst abgestellt wurde, da die Hauptuntersuchung fällig wurde. Seitdem wird der 2011 übernommene und aufgearbeitete VT 26 eingesetzt.[7] Tageweise sind auch Dampfzüge auf der Obinger Lokalbahn unterwegs.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

denkmalgeschütztes Viadukt bei Amerang über das Todtmannstal

Die 18,507 km lange, nicht elektrifizierte Strecke umfasst sieben Haltepunkte und acht Brückenbauwerke, darunter das Stampfbetonviadukt über das Todtmannstal bei Amerang. Daneben existieren 62 Durchlässe, 52 Bahnübergänge und 7 Weichen. Die Gesamtlänge aller Gleise beträgt nach Angaben der RSE rund 20 km.

Das Viadukt bei Amerang und das Bahnhofsgebäude in Obing stehen unter Denkmalschutz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Bad Endorf–Obing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anlage B: Verzeichnis der Strecken der RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH (PDF). In: rse-bonn.de. RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH, abgerufen am 21. Januar 2021.
  2. TPS 2021 der RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH, gültig ab 13.12.2020 (Anlage C) (PDF). In: rse-bonn.de. RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH, abgerufen am 21. Januar 2021.
  3. Streckenkarte der Eisenbahndirektion München, Stand März 1952. In: Karl Bürger: München–Mühldorf–Simbach. Glanz, Niedergang und Renaissance einer königlich bayerischen Eisenbahn. Bewegte Verkehrsgeschichte mit umwälzender Zukunft. Selbstverlag, Walpertskirchen 2017, ISBN 978-3-00-056474-1.
  4. Eisenbahnatlas Deutschland. 11. Auflage. Schweers+Wall, Köln 2020, ISBN 978-3-89494-149-9.
  5. Wolfram Alteneder, Clemens Schüssler: Die Nebenbahnen der BD München. 1. Auflage. Kersting, Bonn 1987, ISBN 3-925250-03-4, S. 89.
  6. Verbindung nach Obing. Oberbayerisches Volksblatt, 1. September 2014, abgerufen am 8. März 2015.
  7. LEO Online - Fahrzeuge - VT26