Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

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Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
– StMWi –
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Staatliche Ebene Freistaat Bayern
Stellung Oberste Landesbehörde
Hauptsitz München
Behördenleitung Staatsministerin Ilse Aigner
Website www.stmwi.bayern.de

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie ist ein Ministerium der Bayerischen Staatsregierung mit Sitz in München.

Dem Staatsministerium für Wirtschaft ist seit dem 1. Oktober 1952 das bis dahin eigenständige Staatsministerium für Verkehr angegliedert. Seit dem 27. Oktober 1994 heißt die Behörde „Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie“. 2003 wurde noch der Zusatz „Infrastruktur“ hinzugefügt. Nachdem das Ressort Verkehr an das Innenministerium und der Bereich Landesentwicklung an das Finanzministerium überging, erhielt das Ministerium im Oktober 2013 seinen heutigen Namen.

Aufgaben und Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufgaben des Ministeriums sind in der Verordnung über die Geschäftsverteilung der Bayerischen Staatsregierung (StRGVV) festgelegt. Der Geschäftsbereich des Staatsministeriums umfasst demnach die Angelegenheiten der wirtschaftlichen Grundsatzfragen und Rahmenbedingungen, die Zuständigkeit für einzelne Wirtschaftszweige, Standort-, Medienförderung und Medienpolitik, Energie und Technologie (§ 7 StRGVV).
Das Staatsministerium gliedert sich in zehn Abteilungen:

  • Abteilung Z: Zentrale Aufgaben
  • Abteilung 1: Gesetzgebung und Recht
  • Abteilung 2: Wirtschaftspolitik, Strategie, Kommunikation
  • Abteilung 3: Mittelstand, Handwerk, Tourismus
  • Abteilung 4: Innovation, Forschung, Technologie
  • Abteilung 5: Investition, Finanzierung, Strukturpolitik
  • Abteilung 6: Internationalisierung, Industrie
  • Abteilung 7: Digitalisierung, Medien
  • Abteilung 8: Energiepolitik, Energieinfrastruktur
  • Abteilung 9: Erneuerbare Energien, Energieeffizienz

Das Ministerium ist die Börsenaufsichtsbehörde für das Land Bayern und damit für die Aufsicht über die Börse München zuständig. Ebenso übt es die Rechtsaufsicht über die Industrie- und Handels- sowie die Handwerkskammern aus.

Nachgeordnete Behörden und Agenturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach- beziehungsweise zugeordnete Behörden des StMWi sind die Bayerische Landeskartellbehörde, das Bayerische Landesamt für Maß und Gewicht und die Regulierungskammer des Freistaats Bayern.

Dem StMWi sind außerdem angegliedert die Bayern Tourismus Marketing GmbH, die Bayern International GmbH und die Bayern Innovativ GmbH mit Sitz in Nürnberg.[1]

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ministerium wird seit dem 10. Oktober 2013 von Staatsministerin Ilse Aigner (CSU) geleitet. Zur Seite steht ihr Staatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU). Amtschef ist Bernhard Schwab, der zuvor in der CSU-Landesleitung tätig war.

Wirtschaftsförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Förderung der Ansiedlung ausländischer Unternehmen in Bayern betreibt das Ministerium die international tätige Agentur Invest in Bavaria. Zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit insbesondere kleiner und mittlerer bayerischer Unternehmen vergibt das Ministerium federführend seit dem Jahr 2007 in jährlichem Turnus den Exportpreis Bayern.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude an der Prinzregentenstraße

Das erste bayerische Wirtschaftsministerium mit der Bezeichnung „Staatsministerium des Handels und der öffentlichen Arbeiten“ wurde 1848 gegründet und 1871 wieder aufgelöst. Erst während der Weimarer Republik wurde erneut ein Wirtschaftsministerium eingerichtet, das nun den Namen „Staatsministerium für Handel, Industrie und Gewerbe“ trug. Dieses wurde aber bereits 1928 dem Außenministerium angegliedert, bevor fünf Jahre später das „Staatsministerium für Wirtschaft“ gegründet wurde. Kurz darauf wurde das Ministerium unter die Führung der nationalsozialistischen Reichsbehörden gestellt und verlor dabei seine Eigenschaften als bayerisches Ministerium. Nach der Neugründung Bayerns nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am 26. Januar 1946 abermals ein Wirtschaftsministerium gegründet. Am 1. Oktober 1952 wurden das Staatsministerium für Wirtschaft und das bis dahin eigenständige Staatsministerium für Verkehr zusammengelegt. Aufgrund der neuen politischen Schwerpunktsetzung trug das Ministerium seit dem 27. Oktober 1994 die Bezeichnung „Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie“. Am 14. Oktober 2003 kam die Zuständigkeit für die „Infrastruktur“ hinzu. Nachdem im Oktober 2013 das Ressort „Verkehr“ an das Innenministerium und der Bereich der „Landesentwicklung“ an das Finanzministerium überging, erhielt das Ministerium seinen heutigen Namen: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi).

Bayerische Wirtschafts- und Verkehrsminister seit 1904[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bayerische Staatsminister für Handel, Industrie und Gewerbe
Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Josef Simon 18.03.1919 07.04.1919 SPD
Martin Segitz 12.04.1919 31.05.1919 SPD
Eduard Hamm 31.05.1919 26.07.1922 DDP
Wilhelm von Meinel 15.11.1922 08.02.1927 -
Heinrich Held 08.02.1927 30.07.1928 BVP
Bayerische Staatsminister für Verkehrsangelegenheiten
Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Heinrich von Frauendorfer 01.01.1904 11.02.1912 -
Lorenz von Seidlein 12.02.1912 08.11.1918 -
Heinrich von Frauendorfer (2. Mal) 08.11.1918 15.07.1920 -

Bayerische Staatsminister für Wirtschaft
Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Eugen von Quadt 24.04.1933 27.06.1933 BVP
Ludwig Siebert 27.06.1933 28.02.1934 NSDAP
Hermann Esser 01.03.1934 23.03.1935 NSDAP
Hans Dauser 21.03.1935 28.11.1936 NSDAP
Ludwig Siebert 28.11.1936 01.11.1942 NSDAP
Paul Giesler 02.11.1942 28.04.1945 NSDAP
Karl Arthur Lange 06.06.1945 28.09.1945 CSU
Ludwig Erhard 22.10.1945 16.12.1946 CDU
Rudolf Zorn 21.12.1946 20.09.1947 SPD
Hanns Seidel 20.09.1947 01.10.1952 CSU
Bayerische Staatsminister für Verkehr
Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Michael Helmerich 09.02.1946 21.12.1946 CSU
Otto Frommknecht 10.01.1947 18.12.1950 CSU
Hans Ehard 09.01.1951 01.10.1952 CSU

Bayerische Staatsminister für Wirtschaft und Verkehr
ab 1994 Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr und Technologie
ab 2003 Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
seit 2013 Staatsminister für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Hanns Seidel 01.10.1952 14.12.1954 CSU
Otto Bezold 14.12.1954 16.10.1957 FDP
Otto Schedl 16.10.1957 08.12.1970 CSU
Anton Jaumann 8.12.1970 03.6.1988 CSU
Gerold Tandler 14.06.1988 19.10.1988 CSU
August Richard Lang 19.10.1988 17.06.1993 CSU
Otto Wiesheu 17.06.1993 29.11.2005 CSU
Erwin Huber 29.11.2005 15.10.2007 CSU
Emilia Müller 16.10.2007 30.10.2008 CSU
Martin Zeil 30.10.2008 9.10.2013 FDP
Ilse Aigner 9.10.2013 CSU

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bayerische Wirtschaftsministerium ist seit 1945 in einer ehemaligen Kommandostelle der Luftwaffe in der Prinzregentenstraße 28 im Münchner Stadtbezirk Altstadt-Lehel untergebracht. Das Gebäude entstand 1935 und 1936 nach dem Entwurf von German Bestelmeyer.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.stmwi.bayern.de/
  2. Grußwort Exportpreis 2014 - Exportpreis Bayern. Website Bayerische Gesellschaft für Internationale Wirtschaftsbeziehungen mbH. Abgerufen am 11. März 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 48° 8′ 31″ N, 11° 35′ 29″ O