Amerang

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Amerang
Amerang
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Amerang hervorgehoben

Koordinaten: 48° 0′ N, 12° 19′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Rosenheim
Höhe: 537 m ü. NHN
Fläche: 39,81 km2
Einwohner: 3659 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83123
Vorwahlen: 08075, 08074
Kfz-Kennzeichen: RO, AIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 87 113
Gemeindegliederung: 89 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wasserburger Str. 11
83123 Amerang
Website: www.amerang.de
Erster Bürgermeister: Konrad Linner (GLA[2])
Lage der Gemeinde Amerang im Landkreis Rosenheim
Chiemsee (Gemeinde)Chiemsee (Gemeinde)ChiemseeÖsterreichLandkreis AltöttingLandkreis EbersbergLandkreis ErdingLandkreis MiesbachLandkreis MünchenLandkreis Mühldorf am InnLandkreis TraunsteinRosenheimRotter Forst-SüdRotter Forst-NordAlbachingAmerangAschau im ChiemgauBabenshamBad AiblingBad EndorfBad FeilnbachBernau am ChiemseeBrannenburgBreitbrunn am ChiemseeBruckmühlEdlingEggstättEiselfingFeldkirchen-WesterhamFlintsbach am InnFrasdorfGriesstättGroßkarolinenfeldGstadt am ChiemseeHalfingHöslwangKiefersfeldenKolbermoorNeubeuernNußdorf am InnOberaudorfPfaffing (Landkreis Rosenheim)Prien am ChiemseePruttingRamerbergRaublingRiederingRimstingRohrdorf (am Inn)Rott am InnSamerbergSchechenSchonstettSöchtenauSoyenStephanskirchenTuntenhausenVogtareuthWasserburg am InnKarte
Über dieses Bild

Amerang ist eine Gemeinde und ein Pfarrdorf im oberbayerischen Landkreis Rosenheim.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Südostoberbayern im Chiemgau. Die Ortschaft liegt etwa in der Mitte zwischen dem Chiemsee (15 km) im Südosten und Wasserburg am Inn (10 km) im Nordwesten. Die Gemeinde Amerang grenzt im Osten an die Gemeinde Obing und somit an den Nachbarlandkreis Traunstein.

Weiter um den Ort liegen Waldkraiburg (30 km N), Trostberg (24 km O), Traunstein (34 km SO), Bad Endorf (10 km S) und Rosenheim (22 km SW):

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eiselfing Babensham Schnaitsee
Schonstett Nachbargemeinden Obing
Halfing Höslwang Pittenhart

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 89 Ortsteile[3]:

Hillersöd trug vor dem 1. März 2012 den Namen Höllersöd.

Es existieren die Gemarkungen Amerang, Evenhausen, Kirchensur und Unterratting.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Amerangs erfolgte um das Jahr 788.[4] Amerang wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde.[5] Eng ist ab dem Mittelalter die Geschichte der Ameranger Gegend mit den Eigentümern von Schloss Amerang verbunden, den Lehensherren der Hofmark Amerang für die hiesige Bevölkerung. Seit 23 Generationen besteht die heutige Schlossherrschaft in einer Linie. Es folgten den Edelfreien von Amerang (12. und 13. Jahrhundert) die Edlen von Laiming (14. und 15. Jahrhundert), das italienische Adelsgeschlecht der Scaliger (16. Jahrhundert), die Grafen von Lamberg (17. und 18. Jahrhundert) und ab 1821 die Freiherren von Crailsheim.

2014 erwarb die Firma Auer Packaging den 50.000 m² großen Technologiepark im Norden von Amerang. Als Robert Auer Kunststofftechnik 1985 in Kraiburg am Inn gegründet, hat der Betrieb nun in Amerang seinen Hauptsitz. Produziert werden Euroboxen, Flaschenkästen, Werkzeugkoffer, mit besonders schweren Spritzgussmaschinen jedoch auch Boxen in Europalettengröße.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Januar 1870 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Unteratting eingegliedert. Am 1. April 1971 kamen Evenhausen und Kirchensur hinzu.[7] Gebietsteile der Nachbargemeinde Pittenhart (Landkreis Traunstein) mit damals etwa 40 Einwohnern folgten am 1. Januar 1982.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2.750 auf 3.659 um 909 Einwohner bzw. um 33,1 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus dem ersten Bürgermeister und in der Wahlperiode 2020 bis 2026 aus 16 Gemeinderatsmitgliedern. Die Zusammensetzung des Gemeinderates seit den Kommunalwahlen 2020 lautet wie folgt:[2]

* CSU 6 Sitze
* FWK 4 Sitze
* GLA 6 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Konrad Linner (GLA)[2]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt von Silber und Blau; oben eine waagrechte rote Zange, unten ein silberner Balken, darin eine durchgehende schwarze Leiste; diese Symbole sind eine Erinnerung an den ehemaligen Ortsadel. Die Farben Silber und Blau stehen für die bayerischen Landesfarben. Das Wappen wird seit 1969 geführt.[9]

Als inoffizielle Gemeindefahne wird eine weiß-blaue Flagge mit dem Gemeindewappen verwendet.[10]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Amerang und Liste der Bodendenkmäler in Amerang

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Bauernhausmuseum Amerang können auf einer Fläche von 40.000 m² original eingerichtete Bauernhöfe aus der Zeit zwischen 1525 und 1925 besucht werden.
  • EFA Mobile Zeiten ist eine multimediale Schausammlung zu über 130 Jahre Automobilgeschichte.
  • In den Sommermonaten zeigt das Schloss Amerang seine Salons und die gotische Schlosskapelle.

Konzerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konzerte auf Schloss Amerang
  • Etwa acht Kilometer entfernt Richtung Halfing finden das ganze Jahr über die auch international bekannten Opernfestspiele auf Gut Immling statt.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehemals befand sich in Kammer (nähe Amerang) ein Tonstudio. Hier wurden Alben (Platten/CDs) von Peter Kent („It's a real good Feeling“), Konstantin Wecker und anderen namhaften Künstlern produziert.
  • Die Weltmusik-Gruppe „Quadro Nuevo“ hat Ameranger Wurzeln.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arboretum Schloss Amerang
  • Obstlehrgarten (Streuobstanlage, Niederstammanlage, Erhaltung bedrohter Obstsorten)
  • Ameranger Moos, 2 km westlich, Moorlandschaft rund um Ameranger und Zillhamer See. Es wurden Lehrpfade angelegt, die sich auch zum Radfahren und Joggen eignen. Auf Tafeln wird die Tier- und Pflanzenwelt und das ehemalige Torfstechen erklärt.
  • Der Friedlsee, ca. 3 km nördlich des Orts, zwischen Amerang und Evenhausen, ist ein ca. 400 m langer Moorsee mit Badewiese und Steg.
  • Im Süden, Richtung Pelham, erreicht man nach 8 km die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte. Zahlreiche Seen, umgeben von Mooren und Wäldern, entstanden aus Toteisbecken des letzten Gletschereinzuges (vor ca. 120.000 Jahren). Die Seenlandschaft grenzt unmittelbar nördlich an den Chiemsee.
  • Etwa 10 km östlich liegt die Seeoner Seenplatte rund um das Kloster Seeon.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur zur Geschichte des Dorfes Amerang und des heutigen Gemeindegebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Amerang: Ein Beitrag zur Geschichte von Dorf und Gemeinde. Verfasser Dekan Josef Dürnegger und Oberlehrer Hans Kneißl. Herausgeber: Kath. Pfarramt Amerang, 1940, 208 Seiten. Älteste geschichtliche Beschreibung des Dorfes und der Altgemeinde.
  • Heimatbuch zum Jubiläum „1200 Jahre Amerang“. Geschichte des Schlosses, des Dorfes und der Gemeinde. Herausgeber: Gemeinde Amerang 1989, 768 Seiten. Schriftleiter: Wolfgang Klautzsch
  • Evenhausen 782–2002: Ein Beitrag zur Geschichte des Pfarrgebietes und der Pfarrei sowie geschichtliche Darstellung von 78 Anwesen im Pfarrgebiet. Herausgeber und Autor Konrad Linner sen. 2003, 377 Seiten.
  • Haus- und Hofgeschiche 1366–2010. Historische Darstellung von 240 Anwesen im Gemeindegebiet sowie Ortsgeschichte von Kirchensur und Stephanskirchen. Herausgeber und Autor Konrad Linner sen. 2010, 505 Seiten.
  • Historisches Beschreibung des Dorfes Pfaffing in der Gemeinde Amerang. Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte: Band 73, 2010, S. 736–739. Pfaffing war bis 1880 Pfründe und Wohnsitz des Pfarrers von Evenhausen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Amerang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Gemeinderat - Übersicht. Gemeinde Amerang, abgerufen am 15. Mai 2020.
  3. Gemeinde Amerang in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 18. Dezember 2017.
  4. Gemeinde Amerang: Historie der Gemeinde Amerang. Abgerufen am 29. März 2020: „Die erste urkundliche Erwähnung von Amerang findet sich um 788 in dem Salzburger Güterverzeichnis „Breves Notitiae“. Es ist darin von „Amarwange“ die Rede.“
  5. Josef Dürnegger und Hans Kneißl: Amerang – Ein Beitrag zur Geschichte von Ort und Gemeinde. Katholisches Pfarramt, Törwang 1940.
  6. Unternehmen : Über Auer Packaging auer-packaging.com, abgerufen 4. März 2020.
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 589.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 814.
  9. Eintrag zum Wappen von Amerang in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Eintrag zu Amerang auf der Seite kommunalflaggen.eu
  11. Mella: Kennst du Wasserburg? - Stadt - Historisches trampelpfade.com, 19. Oktober 2011, abgerufen 4. März 2020.
  12. Die Märtyrer von Tokwon, Bruder Ildefons (Andreas) Flötzinger (Memento des Originals vom 24. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.seligsprechung.ottilien.de – (Missionsbenediktiner)