Bahnstrecke Grafing–Glonn

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Grafing–Glonn
Strecke der Bahnstrecke Grafing–Glonn
Kursbuchstrecke (DB): 428c (1963), 428d (1944)
Streckenlänge: 10,6 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
von München Hbf
   
0,0 Grafing Bahnhof
   
nach Rosenheim und nach Wasserburg
   
1,7 Taglaching
   
5,2 Moosach (b Grafing)
   
Moosach
   
Doblbach
   
9,1 Zinneberg (Bedarfshalt)
   
Glonn
   
10,6 Glonn

Die Bahnstrecke Grafing–Glonn ist eine ehemalige 10,6 Kilometer lange Nebenbahn von Grafing nach Glonn im Landkreis Ebersberg. Sie zweigte als Stichbahn am Grafinger Bahnhof von der Bahnstrecke München–Rosenheim ab. Die Bahnstrecke wurde am 26. Mai 1894 als Lokalbahn eröffnet und am 23. Mai 1971 stillgelegt.

Planung und Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feierliche Eröffnung des Bahnhofs Glonn am 26. Mai 1894

Bereits 1840 gab es Pläne, die Bayerische Maximiliansbahn von München nach Salzburg über Glonn zu führen. 1850 wurde jedoch entschieden, die Strecke stattdessen über Holzkirchen und das Mangfalltal zu führen, um die Kohlereviere in Miesbach besser anzubinden.[1] Auch die am 15. Oktober 1871 eröffnete Bahnstrecke von München über Grafing nach Rosenheim bediente Glonn nicht. Am 28. April 1891 wurde schließlich für die Abfuhr des durch die Nonnenraupenplage gefährdeten Holzes der Bau einer Lokalbahn von Grafing nach Glonn beschlossen. Am 26. Mai 1894 wurde die Strecke feierlich eröffnet. Die Ausbreitung der Nonnenraupen konnte jedoch eingedämmt werden, sodass die Strecke nicht mehr für die Holzabfuhr benötigt wurde.[2][3]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Anfangszeit der Bahnlinie entwickelte sich der Personenverkehr der Königlich Bayerischen Staatsbahnen positiv, während das Güteraufkommen konstant blieb. Es war sogar geplant, die Lokalbahn Grafing–Glonn in eine Verbindung von Erding über Ebersberg und Bad Aibling nach Rosenheim zu integrieren. Allerdings kamen in den 1930er Jahren erste Stilllegungsgerüchte auf.[2] Während des Zweiten Weltkrieges erlitt die Bahn keine größeren Schäden. Nach dem Krieg verkehrten wieder drei Zugpaare auf der Strecke. 1963 waren es werktags zehn und sonntags acht Zugpaare, es kamen Schienenbusse zum Einsatz.

Die Deutsche Bundesbahn plante jedoch die Einstellung des Betriebes zwischen Glonn und Grafing. Die Einwohner von Glonn setzten sich für die Bahnstrecke ein und konnten die Stilllegung vorerst verhindern.[3]

Stilllegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Bahndamm bei Grafing
Denkmalgeschütztes Empfangsgebäude in Moosach

1966 beantragte die Deutsche Bundesbahn aufgrund der sinkenden Fahrgastzahlen und notwendiger Sanierungsarbeiten die Stilllegung der Strecke, der im März 1969 zugestimmt wurde.[2] Am 31. Mai 1970 wurde der Personenverkehr eingestellt, am 23. Mai 1971 folgte der Güterverkehr. Im selben Jahr wurde die Bahnstrecke abgebaut. In Moosach befindet sich ein Denkmal, das aus einem Stück Gleis mit einem ehemaligen Personenwagen und dem alten Bahnhofsgebäude besteht. Außerdem existiert in Glonn noch der ehemalige, jetzt denkmalgeschützte Lokschuppen, der heute als Wohnhaus dient.[3]

Als Ersatz für die Bahnstrecke gibt es heute eine Buslinie zwischen Grafing und Glonn.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Grafing–Glonn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte der Mangfalltalbahn auf Mangfalltal-Bahn.de
  2. a b c Beschreibung der Strecke auf spurensuche-eisenbahn.de
  3. a b c merkur-online.de: Raupenplage hilft Prinzregenten auf die Sprünge aus dem Münchner Merkur, vom 3. Juni 2004, Autor: Norbert Winhart