Bahnstrecke Merseburg–Halle-Nietleben

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Merseburg–Halle-Nietleben
Güterzug am Bf Elisabethhöhe
Güterzug am Bf Elisabethhöhe
Streckennummer (DB): 6356 (Merseburg–H.-Nietleben)

6357 (Merseburg–M.-Elisabethhöhe)

6389 (Bad Lauchstädt–Angersdorf)
Kursbuchstrecke (DB): 588
Streckenlänge: 19,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 600A 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 20 
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
von Erfurt und Eisenach
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Leipzig-Leutzsch
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Querfurt
Bahnhof, Station
Merseburg
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
0,019 von Halle (Saale)
Bahnhof ohne Personenverkehr
3,452 Merseburg-Elisabethhöhe
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3,853 (ehem. Merseburg-Friedenshöhe)
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Knapendorf
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Laucha
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Bft Buna Werke Bahnsteig
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5,640 Buna Werke
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Milzau
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8,0 Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle
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Bad Lauchstädt (früher Bf)
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nach Schafstädt
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Delitz am Berge
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Benkendorf
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Holleben-Beuchlitz
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Bahnhof ohne Personenverkehr
13,100 Holleben
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nach Sangerhausen
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Angersdorf
BSicon kABZq2.svgBSicon xKRZu+k3.svgBSicon STRrf.svg
15,0 von Halle Hbf
   
S-Bahn von Halle Hbf
Straßenbrücke
Bundesstraße 80
S-Bahnhalt…
16,893 Halle Zscherbener Straße
Tunnel – Anfang
17,620 S-Bahntunnel Halle-Neustadt Südportal
   
17,972 Halle-Neustadt
Tunnel – Ende
18,070 S-Bahntunnel Halle-Neustadt Nordportal
   
von Halle Klaustor
   
19,212 Halle-Nietleben
   
Halle Heidebahnhof
   
Halle-Dölau
   
nach Hettstedt

Die Bahnstrecke Merseburg–Halle-Nietleben ist eine rund 19 Kilometer lange elektrifizierte Nebenbahn in Sachsen-Anhalt. Zwischen Merseburg und Merseburg-Elisabethhöhe sowie zwischen Halle-Zscherbener Straße und Halle-Nietleben kann ein zweites Gleis genutzt werden. In ihrer heutigen Streckenführung entstand sie 1967 durch großzügige Neutrassierung der „Zwiebelbahn“ (Merseburg–) Bad LauchstädtAngersdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1967 – Neu gebauter Haltepunkt Halle-Neustadt (heute: Halle Zscherbener Straße)

Die Bedeutung der von der 1896 eröffneten Bahnstrecke Merseburg–Schafstädt abzweigenden Nebenbahn Bad Lauchstädt–Benkendorf–Angersdorf lag im lokalen Güterverkehr. 1944/45 wurde sie als Umleitungsstrecke für kriegszerstörte Bahnanlagen und Saalebrücken im Raum Merseburg genutzt, verlor aber anschließend wieder den bereits zuvor nicht mehr bestehenden Personenverkehr.

In Umsetzung des 1958 verkündeten Chemieprogrammes der DDR wurden dazu einerseits die Chemiestandorte Buna und Leuna massiv ausgebaut, andererseits eine als Chemiearbeiterstadt Halle-West geplante Trabantenstadt (das spätere Halle-Neustadt) ab 1964 völlig neu angelegt. Am 2. Januar 1966 wurde mit dem Bau einer Schnellbahnverbindung zwischen den neuen Wohn- und Arbeitsstätten begonnen. Die durchgehende Bahnstrecke Bad Lauchstädt–Angersdorf wurde durch die neue Verbindung ersetzt, welche am 24. April 1967 in Betrieb genommen wurde. Bereits zwei Tage zuvor wurde der neu angelegte Personenbahnhof Buna-Werke durch Züge der ebenfalls teilweise verlegten Bahnstrecke Merseburg–Schafstädt angefahren.

Auf der neuen Strecke verkehrten fortan im Berufsverkehr Personenzüge von Weißenfels über Großkorbetha, Leuna-Werke, Merseburg, Buna-Werke und Halle-Neustadt nach Halle-Nietleben. Mit diesen „Pelzerzügen“ wurden in den 1980er Jahren täglich rund 9.600 Chemiearbeiter („Pelzer“) zwischen Halle-Neustadt und den Buna-Werken befördert. Die Beförderungskapazität lag bei bis zu 1.200 Personen je Zug. Die Züge bestanden dabei in Spitzenzeiten aus drei gekuppelten vierteiligen Doppelstockgliederzügen. Die Bahnsteiglängen waren entsprechend auf die Zuglängen angepasst.

Ähnliche Züge wurden auch auf der Verbindung Halle–Merseburg–Leuna-Werke–Weißenfels auf der Thüringer Bahn eingesetzt. Beide Verbindungen teilten sich bis 1992 die Kursbuchnummer 601.

Nach der Wende 1989/90 wurde die Produktion der Buna-Werke umgestellt. Mit der Übernahme durch Dow Chemical entstanden moderne Produktionsanlagen, alte wurden stillgelegt und abgerissen. Durch den damit verbundenen Verlust von zahlreichen Arbeitsplätzen sanken auch die Fahrgastzahlen auf der Strecke deutlich. Die ab 1992 vergebene Kursbuchnummer 588 teilte sie sich mit der Strecke Merseburg–Schafstädt.

Zuletzt bestanden die Züge nur noch aus einer E-Lok der Baureihe 143 und einem Doppelstocksteuerwagen. Sie verkehrten nur im Berufsverkehr ausschließlich montags bis freitags morgens und nachmittags. Die Fahrtdauer der sechs Zugpaare betrug zwischen Merseburg und Halle-Nietleben 22 Minuten. Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 wurden die Personenzüge abbestellt, die Züge verkehrten letztmals zwei Tage vorher.

Das Teilstück von Holleben (nach dem Abzweig zur Bahnstrecke Halle–Hann. Münden) bis kurz vor dem S-Bahn-Haltepunkt Halle Zscherbener Straße, auf dem lediglich 2010 einige Güterzüge verkehrten (für Gleisarbeiten benötigtes Schüttgut wurde zum Bahnhof Nietleben gebracht und dort gelagert), wurde 2011 zur Stilllegung ausgeschrieben.[2] Mit Wirkung vom 31. August 2011 wurde durch das zuständige Eisenbahn-Bundesamt (Referat 11) dem Stilllegungsantrag der DB Netz AG gemäß § 11 (2) AEG zugestimmt.[3]

Gegenwärtiger Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stationen Halle-Nietleben, Halle-Neustadt und Halle Zscherbener Straße werden weiterhin von der Linie S7 der S-Bahn Mitteldeutschland bedient.

Im Güterverkehr behält die Strecke für die Anbindung der Buna-Werke ihre Bedeutung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Merseburg–Halle-Nietleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. http://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?2,5201544
  3. http://www.eba.bund.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Infrastruktur/Stilllegung/stilllegung_sa_anhalt.xls?__blob=publicationFile&v=2