Nietleben

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Wappen von Halle (Saale)
Nietleben
Stadtteil von Halle (Saale)
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Über dieses Bild
Koordinaten 51° 29′ 18″ N, 11° 53′ 23″ OKoordinaten: 51° 29′ 18″ N, 11° 53′ 23″ O.
Einwohner 2600 (31. Dez. 2017)
Eingemeindung 1. Jul. 1950
Postleitzahl 06126
Vorwahl 0345
Verkehrsanbindung
Autobahn A143
Bundesstraße B80
S-Bahn S 7
Straßenbahn 2
Bus 21 42

Nietleben ist ein Stadtteil im Stadtbezirk West von Halle (Saale), Sachsen-Anhalt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die slawische Dorfgründung am Südrand des Stadtforstes Dölauer Heide wurde erstmals 1371 urkundlich erwähnt. Es war ein Bauern- und Kolonistendorf bis zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Nietleben gehörte zum Amt Giebichenstein im Saalkreis des Erzstifts Magdeburg.[1] 1680 kam der Ort mit dem Saalkreis zum Herzogtum Magdeburg unter brandenburg-preußischer Herrschaft. Mit dem Frieden von Tilsit wurde Nietleben im Jahr 1807 dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Der Ort gehörte zum Kanton Halle-Land.[2] Nach der Niederlage Napoleons und dem Ende des Königreichs Westphalen befreiten die verbündeten Gegner Napoleons Anfang Oktober 1813 den Saalkreis. Bei der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress 1815 wurde der Ort im Jahr 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen angeschlossen und dem Saalkreis zugeordnet.[3]

In den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde im Zentrum von Nietleben eine Kirche im Stil der Neuromanik erbaut.

Die nahe Braunkohle in der Grube Neuglück und der im Gebiet abbaubare Muschelkalk führten zur Entstehung eines Zementwerkes, das heute nicht mehr existiert. Die verbleibenden Restlöcher begünstigten die Entstehung des Heidesees, des Steinbruchsees und des Graebsees. Das Tagebaurestloch Heidesee wurde zum Erholungsgebiet der Hallenser. Am Südrand der Dölauer Heide entstand in den 1920er Jahren die Gartenstadt Nietleben, welche später baulich ergänzt wurde. Hier befand sich die in den 2000er Jahren abgerissene Provinzial-Irrenanstalt Halle-Nietleben.

1925 wurde der Flugplatz Halle-Nietleben eröffnet. Bis 1927 führte die Deutsche Aero Lloyd AG von hier Linienflüge nach mehreren deutschen Städten aus.

Nietleben wurde am 1. Juli 1950 nach Halle eingemeindet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Halle-Nietleben liegt an der Bahnstrecke Merseburg–Halle-Nietleben bzw. der mittlerweile stillgelegten Bahnstrecke Halle Klaustor–Hettstedt. Auf der erstgenannten Bahnstrecke verkehren im Halbstundentakt S-Bahnen der Linie S 7 der S-Bahn Mitteldeutschland.

Söhne und Töchter von Nietleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Findeisen und Dirk Höhne: Die Dorfkirchen in Halle (Denkmalorte – Denkmalwerte Bd. 3). Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle 2006, S. 153–167. ISBN 3-939414-00-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nietleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erwähnung des Orts im Buch Geographie für alle Stände, S. 125
  2. Beschreibung des Saale-Departements
  3. Der Saalkreis im Gemeindeverzeichnis 1900