Nietleben

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Wappen von Halle (Saale)
Nietleben
Stadtteil von Halle (Saale)
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Über dieses Bild
Koordinaten 51° 29′ 18″ N, 11° 53′ 23″ OKoordinaten: 51° 29′ 18″ N, 11° 53′ 23″ O.
Fläche 2,904 km²
Einwohner 2564 (31. Dez. 2019)
Bevölkerungsdichte 883 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jul. 1950
Postleitzahl 06126
Vorwahl 0345
Bundesland Sachsen-Anhalt
Verkehrsanbindung
Autobahn A143
Bundesstraße B80
S-Bahn S 7
Straßenbahn 2
Bus 21 42

Nietleben ist ein Stadtteil im Stadtbezirk West von Halle (Saale), Sachsen-Anhalt. Am 31. Dezember 2019 hatte er 2.564 Einwohner.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heidesee in Nietleben

Der Stadtteil befindet sich am Nordwestrand von Halle-Neustadt im Stadtbezirk West von Halle. Unmittelbar nördlich von Nietleben beginnt das Waldgebiet der Dölauer Heide. Eine Straße durchquert es von Nietleben aus in Richtung Dölau und in die Gemeinde Salzatal. Im Südwesten liegt das Dorf Zscherben in der Gemeinde Teutschenthal.[2]

Nietleben selbst besteht aus dem alten Dorf Nietleben, das sich in Ost-West-Richtung entlang der Eislebener Straße erstreckt. Weiterhin gibt es im Osten die jüngere Siedlung Gartenstadt Nietleben. Im Westen von Nietleben lag einmal das Dorf Granau.

Im zentralen Norden des Stadtteils liegt der Heidesee. Dieser stellt einen renaturierten Braunkohletagebau dar. Am Heidesee gibt es ein Freibad, das in den Sommermonaten geöffnet ist.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Halle gab 2015 in ihrem Bevölkerungskatalog statistische Kennzahlen zu den einzelnen Stadtteilen und Stadtvierteln heraus. Demnach hatte die Bevölkerung von Nietleben 2015 ein Durchschnittsalter von 48,7 Jahren. Weiterhin lag der der Frauenanteil bei 50,5 %. Der Ausländeranteil betrug 1,7 %. Die Arbeitslosenquote lag 2015 bei 3,0 % und es gab 520 Pkw pro 1000 Einwohner.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nietleben selbst besitzt kaum größere Verkehrswege. Im Osten durchquert die Verbindungsstraße von Halle-Neustadt und Dölau den Stadtteil. Südwestlich führt die Bundesstraße 80 an Nietleben vorbei. Diese wird zuletzt kreuzungsfrei ausgebaut.[5] Im Westen gibt es eine Anbindung an die Bundesautobahn 143. Diese führt bereits nach Süden zur A 38. Ein Weiterbau zur A 14 im Norden ist seit Jahren geplant, wird jedoch von Umweltverbänden verhindert.[6]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nietleben besitzt einen Bahnhof der S-Bahn Mitteldeutschland. Dieser liegt an der Bahnstrecke Merseburg–Halle-Nietleben, bzw. an der alten Bahnstrecke Halle Klaustor–Hettstedt. Von hier aus sind Fahrten zum halleschen Hauptbahnhof möglich.[7] Das Stadtviertel wird weiterhin erschlossen durch die Busse der Halleschen Verkehrs-AG. Weiter südlich existieren in Halle-Neustadt Haltestellen der Straßenbahn mit Anbindung an die Hallesche Innenstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die slawische Dorfgründung am Südrand des Stadtforstes Dölauer Heide wurde erstmals 1371 urkundlich erwähnt. Es war ein Bauern- und Kolonistendorf bis zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Nietleben gehörte zum Amt Giebichenstein im Saalkreis des Erzstifts Magdeburg.[8] 1680 kam der Ort mit dem Saalkreis zum Herzogtum Magdeburg unter brandenburg-preußischer Herrschaft. Mit dem Frieden von Tilsit wurde Nietleben im Jahr 1807 dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Der Ort gehörte zum Kanton Halle-Land.[9] Nach der Niederlage Napoleons und dem Ende des Königreichs Westphalen befreiten die verbündeten Gegner Napoleons Anfang Oktober 1813 den Saalkreis. Bei der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress 1815 wurde der Ort im Jahr 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen angeschlossen und dem Saalkreis zugeordnet.[10]

In den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde im Zentrum von Nietleben eine Kirche im Stil der Neuromanik erbaut.

Die nahe Braunkohle in der Grube Neuglück und der im Gebiet abbaubare Muschelkalk führten zur Entstehung eines Zementwerkes, das heute nicht mehr existiert. Die verbleibenden Restlöcher begünstigten die Entstehung des Heidesees, des Steinbruchsees und des Graebsees. Das Tagebaurestloch Heidesee wurde zum Erholungsgebiet der Hallenser. Am Südrand der Dölauer Heide entstand in den 1920er Jahren die Gartenstadt Nietleben, welche später baulich ergänzt wurde. Hier befand sich die in den 2000er Jahren abgerissene Provinzial-Irrenanstalt Halle-Nietleben.

1925 wurde der Flugplatz Halle-Nietleben eröffnet. Bis 1927 führte die Deutsche Aero Lloyd AG von hier Linienflüge nach mehreren deutschen Städten aus.

Nietleben wurde am 1. Juli 1950 nach Halle eingemeindet.

Söhne und Töchter von Nietleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Findeisen und Dirk Höhne: Die Dorfkirchen in Halle (Denkmalorte – Denkmalwerte Bd. 3). Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle 2006, S. 153–167. ISBN 3-939414-00-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nietleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Halle (Saale), Fachbereich Einwohnerwesen: Halle in Zahlen 2019. Online veröffentlicht unter https://halle.de (pdf, 173 KB) im Jahr 2020.
  2. Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt-Viewer. Online zu finden auf: https://lvermgeo.sachsen-anhalt.de/, aufgerufen am: 22. November 2019.
  3. Website des Freibades am Heidesee, aufgerufen am 23. November 2019.
  4. Stadt Halle (Saale), Fachbereich Einwohnerwesen: Stadtteilkatalog 2015 (pdf, online), 3,8 MB, dort S. 15f., aufgerufen am 23. November 2019.
  5. Robert Briest:Neue Baustelle bei Nietleben Brücke soll Unfallkreuzung ersetzen. Veröffentlicht online unter https://mz-web.de/ am 16. November 2016.
  6. NABU Regionalverband Halle/ Saalkreis e.V.: Für den Erhalt des Unteren Saaletals ohne Autobahn. (Online), Zugriff am 23. November 2019.
  7. Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt (nasa): Liniennetzplan 2019 (pdf, online), 1,7 MB, aufgerufen am 23. November 2019.
  8. Erwähnung des Orts im Buch Geographie für alle Stände, S. 125
  9. Beschreibung des Saale-Departements
  10. Der Saalkreis im Gemeindeverzeichnis 1900