Barberino Val d’Elsa

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Barberino Val d’Elsa
Wappen
Barberino Val d’Elsa (Italien)
Barberino Val d’Elsa
Staat Italien
Region Toskana
Metropolitanstadt Florenz (FI)
Koordinaten 43° 33′ N, 11° 10′ OKoordinaten: 43° 32′ 36″ N, 11° 10′ 20″ O
Höhe 373 m s.l.m.
Fläche 65,88 km²
Einwohner 4.406 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 67 Einw./km²
Postleitzahl 50021
Vorwahl 055
ISTAT-Nummer 048003
Volksbezeichnung Barberinesi
Schutzpatron San Bartolomeo (24. August)
Website Gemeinde Barberino Val d’Elsa
Panorama von Barberino Val d’Elsa
Panorama von Barberino Val d’Elsa

Barberino Val d’Elsa ist eine Gemeinde (comune) mit 4406 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) in der Metropolitanstadt Florenz in der Region Toskana.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Barberino Val d’Elsa in der Metropolitanstadt Florenz

Die Gemeinde erstreckt sich über etwa 66 km². Sie liegt rund 30 km südlich der Regional- und Provinzhauptstadt Florenz im Elsatal. Die westlichen Ortsteile wie z. B. Vico d’Elsa und Zambra liegen direkt am Fluss Elsa, die südlichen (wie z. B. Ponzano) gehören zum Gebiet des Chianti und zum Weinbaugebiet des Chianti Classico. Im Norden grenzt die Gemeinde an das Pesa-Tal (Val di Pesa).

Zu den weiteren Ortsteilen zählen Casanuova del Piano (85 m), Cipressino (143 m), Linari (225 m), Marcialla (383 m), Monsanto (295/303 m), Pastine (247 m), Petrognano (284 m), Ponzano (301 m), San Filippo a Ponzano (286 m), San Martino (232 m), Sant’Appiano (280 m), Tignano (334 m) und Vigliano (358 m).[2] Weitere Orte (bzw. Weiler, italienisch Località) sind Olena (mit Isole) und Sosta del Papa.

Die Nachbargemeinden sind Castellina in Chianti (SI), Certaldo, Montespertoli, Poggibonsi (SI), San Gimignano (SI) und Tavarnelle Val di Pesa.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Ortes ist eng mit der von Semifonte verbunden, einer befestigten Stadt in der unmittelbaren Nähe des heutigen Barberino, deren Burg 1177 errichtet und 1202 von den Florentinern zerstört wurde.[3] Bedeutung erlang der Ort hauptsächlich durch seine Lage an den Römerstraßen der Via Regia Romana, der Via Francigena und der Via Chiantigiana, die Siena mit Florenz verbinden. Heute sind noch zwei Stadttore erhalten; die Porta Romana (auch Porta Senese genannt) ist noch im Originalzustand, die Porta Fiorentina wurde rekonstruiert.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche San Bartolomeo im Ortskern von Barberino Val d’Elsa
Pieve di Sant’Appiano
San Filippo a Ponzano
Kirche San Lorenzo (Cortine)
Kirche San Lorenzo (Vigliano)
  • San Bartolomeo, Hauptkirche des Ortes. Wurde im frühen 20. Jahrhundert von Giuseppe Castellucci renoviert und umgestaltet. Enthält vom Maestro di Barberino das Werk Madonna con figlio (14. Jahrhundert).[4]
  • Sant’Appiano, Pieve, die bereits 990 erwähnt wurde. Das nebenstehende Baptisterium wurde 1805 durch ein Erdbeben zerstört, die vier übriggebliebenen Pfeiler sind heute noch sichtbar.[4]
  • San Lorenzo, Kirche in Cortine.
  • Castello di Linari, 1072 erwähnt.[5]
  • Santo Stefano, bereits seit 1276 als kanonische Kirche in Linari bekannt. Enthält von Neri di Bicci das Gemälde Madonna col Bambino e Santi.[4]
  • Santa Maria, Kirche der Burg von Linari.
  • San Carlo Borromeo, rechtsseitig von Santo Stefano anliegendes Oratorium in Linari.
  • Compagnia della Santissima Annunziata, 1816 entstandene Kirche in Linari am Eingang der Burg. Wurde in den 2010er Jahren restauriert.[6]
  • Santa Maria, Kirche in Marcialla.
  • San Ruffignano, Kirche in Monsanto, die seit dem 10. Jahrhundert bekannt ist.[4]
  • Castello della Paneretta, Burg in Monsanto.
  • San Pietro, Kirche in Olena.
  • San Rocco, Kapelle bei Olena, Località Isole.
  • San Martino, Kirche in Pastine aus dem 12. Jahrhundert.[4]
  • San Pietro, Kirche in Petrognano.
  • Santa Maria, Kirche in Poneta.
  • San Filippo, Kirche in Ponzano (San Filippo a Ponzano), 12. Jahrhundert.[7]
  • San Martino, Kirche in San Martino ai Colli. Unter der Kirche wurde 1907 eine Nekropole der Etrusker gefunden, die aus dem 7. Jahrhundert v. Chr./8. Jahrhundert v. Chr. stammt.[8]
  • San Michele Arcangelo, Kapelle in Semifonte (bei Petrognano). Entstand zwischen 1594 und 1597 auf Initiative von Giovan Battista di Neri Capponi und durch Pläne von Santi di Tito. Enthält das Gemälde San Michele Arcangelo, San Nicola e altri Santi von Bernardino Poccetti (um 1597 entstanden).[4] Die Kuppel ist ein Nachbau der Kuppel der Kathedrale von Florenz im Maßstab 1:8.[7]
  • San Giorgio allo Spadaio, Kirche bei Spadaio.
  • Castello di Tignano, Burg in Tignano (12. Jahrhundert).[9]
  • Sant’Anna, ehemalige Kirche der Burg Tignano.[10]
  • Palazzo dei Begliuomini, Palast in der Burg Tignano (14. Jahrhundert).[9]
  • Porta Fiorentina, Zugangstor der Burg Tignano.[10]
  • San Romolo, Kirche in Tignano, um 1200 entstanden.[5]
  • Sant’Andrea, Kirche in Vico d’Elsa, die aus dem 14. Jahrhundert stammt. Die Fassade wurde in den 1930er Jahren erneuert.[4]
  • San Michele e del Santo Salvatore, Kirche in Vico d’Elsa.
  • San Bernardo, Kirche in Vico d’Elsa.
  • San Lorenzo a Vigliano, Kirche im Ortsteil Vigliano, um 998 errichtet.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Ort ist der Stammsitz der Familie Barberini, die mehrere hochrangige Geistliche hervorbrachte.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barberino Val d'Elsa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Ortsteilen 2001 in der Provinz Florenz, abgerufen am 11. Oktober 2017 (italienisch)
  3. a b Offizielle Website der Gemeinde Barberino Val d’Elsa, abgerufen am 20. Januar 2010.
  4. a b c d e f g I Luoghi della Fede.
  5. a b Enrico Bosi, Giovanna Magi: I Castelli del Chianti.
  6. Webseite gonews.it: Il Borgo di Linari si anima con la Nuova Compagnia. Tante iniziative per dargli nuova vita. Abgerufen am 11. Oktober 2017 (italienisch)
  7. a b Touring Club Italiano: Firenze.
  8. Offizielle Website der Gemeinde Barberino Val d’Elsa zu San Martino ai Colli, abgerufen am 16. Oktober 2017 (italienisch)
  9. a b Castelli Toscani zur Burg Tignano, abgerufen am 11. Oktober 2017 (italienisch)
  10. a b Offizielle Website der Gemeinde Barberino Val d’Elsa zu Tignano, abgerufen am 11. Oktober 2017 (italienisch)