Beienbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Beienbach
Stadt Netphen
Koordinaten: 50° 53′ 53″ N, 8° 8′ 24″ O
Höhe: 347 (340–410) m
Fläche: 3,29 km²
Einwohner: 336 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 57250
Vorwahl: 02737

Beienbach ist ein Teil der Stadt Netphen im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen mit 336 Einwohnern (Stand Dezember 2014).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil Beienbach liegt am Ende eines kleinen Seitentales der Sieg zwischen Netphen (etwa 4 km südöstlich) und Deuz. Umsäumt wird er von Fichten- und Laubwäldern auf den Höhen und von landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie alten Obstwiesen am direkten Ortsrand. Durchflossen wird er vom Katzenbach. Südlich vom Dorf fließt noch der Bach Beienbach. In der „Wüste Beienbach“ lag ursprünglich das Siedlungsgebiet Beienbachs. Die Ortsfläche beträgt 3,3 km². Der Ort liegt 345 m ü. NN, der höchste Berg in der Umgebung ist der Nollenkopf mit 476 m Höhe.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte von Beienbach sind Brauersdorf im Norden, Walpersdorf und Nenkersdorf im Osten, Grissenbach im Südosten, Deuz im Süden, Feuersbach im Südwesten, und Netphen im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beienbach wurde 1299 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von Biene ab (=Bienenbach) und wurde im Laufe der Zeit unterschiedlich geschrieben:

  • Beinbach (1299)
  • Beyenbach (1372–1805)
  • Beigenbach (1461, 1512)
  • Beygenbach (1461, 1633)
  • Bayenbach (1657)
  • Beienbach (1522)
  • Beigebach (1727)

1768 wurde eine Dorfschule errichtet, die 1899 bei einem Brand vollkommen zerstört wurde. 1900 wurde die neue Schule eingeweiht. 1900 waren elf Strohdächer gegen Schieferdächer ausgetauscht worden. 1936 waren alle Strohdächer verschwunden. Nach 200 Jahren Bauuntätigkeit, abgesehen von der Schule, wurde 1929 ein neues Haus gebaut. Im Zweiten Weltkrieg dienten die alten Stollen der Grube Schnellenberg als Luftschutzbunker. 1950 setzte rege Bautätigkeit ein. 1954 wurde nach 32 Jahren wieder eine Gastwirtschaft in Beienbach eröffnet. Von 1952 bis 1962 bestand der Tischtennisverein TTC Beienbach. 1962 wurde ein Sportplatz gebaut. 1964 wurde die Müllabfuhr eingeführt. 1965 gewann Beienbach im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden den zweiten Platz. 1966 wurde in Eigenleistung eine Friedhofshalle errichtet. 1968 wurde die Kanalisation gebaut. Bis zur kommunalen Neugliederung gehörte der Ort dem Amt Netphen an. Am 1. Januar 1969 wurde die Gemeinde Beienbach durch diese Neugliederung in die Großgemeinde Netphen eingegliedert.[1] Ab 1976 wurde die Erweiterung der Schule als Dorfgemeinschaftshaus geplant, 1978 wurde dieses renoviert und 1991 mit einer Küche versehen. 1979 wird die Kanalisation erweitert, ein Jahr später wird das Klärwerk gebaut. Von 1981 bis 1984 wurden verschiedene historische Gebäude im Ort in Eigenleistung renoviert. 1988 wurde die Zufahrtsstraße mit Kreuzung erneuert. Bis 1995 werden das Konzept zur Dorfentwicklung und der Umbau der Ortsdurchfahrt fertig. 1999 feierte der Ort sein 700-jähriges Bestehen. Im Jahr 2008 bekam das Dorf den Titel Unser Dorf hat Zukunft auf Kreisebene und setzte sich gegen 22 andere Orte aus dem Kreis durch. Abermals konnte 2014 im Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft auf Kreisebene die Goldmedaille errungen werden.

Grube Schnellenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Grube Schnellenberg

Die Grube Schnellenberg wurde am 4. Juni 1883 angelegt, um Eisenerz, Bleierz und Kupfererz zu fördern. 1899 kam sie zu Häuslingstiefe in Siegen. Ab 1903 wurde die Grube drei Mal verkauft. Ab 1899 wird ein später 110 m tiefer Schacht abgeteuft. 1910 konsolidierte die Grube mit den Gruben Schnellenberg I-IV, Bismark, Kleeblatt, Gutglück, Zufälligglück und Gutehoffnung aus Beienbach und Erzvater aus Nauholz. Am 31. Mai 1922 wurde sie untertage, am 31. Oktober 1923 übertage stillgelegt. Ab 1955 diente sie als Wassergewinnungsanlage.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahlen des Ortes:[2][3]

Jahr Einwohner
1630 68
1652 44
1818 149
1850 184
1871 140
1885[4] 140
1889 138
Jahr Einwohner
1895[5] 151
1900 154
1905 152
1910[6] 169
1925[7] 173
1933[8] 168
1935 247
Jahr Einwohner
1939[8] 159
1946 216
1950 230
1960 206
1961[9] 202
1967 222
1970 255
Jahr Einwohner
1980 296
1990 312
1994[10] 328
1998 327
2005 318
2008 323
2009 330
Jahr Einwohner
2012[11] 334
2013 338
2014 336

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeitiger Ortsbürgermeisterin ist Rosel Flender (Grüne). (Stand: 13. November 2017)[12]

Ehemalige Bürgermeister bzw. Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961–1970: Gustav Bender († 9. November 1988)[13]

Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soziale und öffentliche Einrichtungen sind:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beienbach hat zahlreiche alte Fachwerkhäuser und ein altes Backhaus sowie eine 1914 errichtete Mühle. Es gibt ein noch verwendetes Gemeinschaftskühlhaus im Ort. Nah gelegen ist auch die Obernautalsperre.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 71.
  2. Otto Schaefer: Der Kreis Siegen, Siegen 1968
  3. Beienbach - Chronik
  4. Westfälisches Gemeindelexikon 1887, S. 108 / 109
  5. Westfälisches Gemeindelexikon 1897, S. 110 / 111
  6. gemeindeverzeichnis.de: Landkreis Siegen
  7. genealogy.net: Amt Netphen
  8. a b verwaltungsgeschichte.de: Stadt und Landkreis Siegen
  9. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 162.
  10. Bernhard Oltersdorf: Netphen (PDF; 9,0 MB), ca. 1995
  11. Beienbach, abgerufen am 3. März 2014
  12. Information auf der Internetpräsenz der Stadt Netphen@1@2Vorlage:Toter Link/www.netphen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. "Den Toten einen Kranz", Siegerländer Heimatkalender 1990, S. 35, 65. Ausgabe, Hrsg. Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V., Verlag für Heimatliteratur