Belsh

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Belsh
Belshi
Belsh (Albanien)
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Koordinaten: 40° 59′ N, 19° 53′ O

Basisdaten
Qark: Elbasan
Gemeinde: Belsh
Höhe: 155 m ü. A.
Einwohner: 8781 (2011[1])
Telefonvorwahl: (+355) 0582
Postleitzahl: 3008
Struktur und Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Arif Tafani (PS)

Belsh (albanisch auch Belshi, selten auch Belësh resp. Belëshi) ist eine Kleinstadt in Mittelalbanien mit 8781 Einwohnern (Stand: 2011).[1] Belsh liegt rund 25 Kilometer südwestlich der Stadt Elbasan und etwa gleich weit entfernt östlich von Lushnja im Dumreja genannten Hügelland.

Blick über den See auf die Stadt

Die Dumreja – in der Geologie wird die Karsthochebene auch als evaporiter Diapirdom von Dumrea bezeichnet[2] – liegt zwischen den Flüssen Shkumbin im Norden, dem Devoll im Osten, dem Seman im Süden sowie der Myzeqe-Ebene im Westen. Geprägt ist die Gegend von bis zu 300 Meter, ganz im Norden sogar bis zu 450 Meter hoch ansteigende Hügel, Polja und Karsthohlformen. In diesen bis zu 15 Meter tiefen Senken entstanden rund 80 kleine Karstsee (Liqenet te Belshit/Dumrea-Seen).[3] Einer davon ist der Liqeni i Belshit, entlang dessen westlichen und nördlichen Ufer sich die Stadt erstreckt.

Im Sommer 2015 wurde Belsh mit den anderen Gemeinden der westlichen Dumreja zusammengelegt. Die neue Gemeinde hat 19.503 Einwohner (Stand 2011). Die Gemeinde Belsh war die drittgrößte im aufgelösten Kreis Elbasan. Belsh umfasst jetzt auch das Gebiet der ehemaligen Gemeinden Fierza (2065 Einwohner), Grekan (3138 Einwohner), Kajan (3925 Einwohner) und Rrasa (1594 Einwohner). Die Gemeinde Belsh umfasste nebst dem Zentrum (Qendër) die folgenden zwölf Dörfer: Çepa, Dushk, Belsh-Fshat, Shkoza, Qafë Shkalla, Seferan, Trojas, Shkendi, Gradishte, Marinez, Stith und Stanaj.[4]

Die Region von Belsh war schon im Altertum besiedelt.[3] Am anderen Seeufer beim Ort Gradishta wurden auf einem Hügel Überreste einer illyrischen Befestigung und Siedlung gefunden. Später eine griechische Kolonie, prosperierte der Ort in römischer Zeit als Handelsort nicht allzu weit von der Via Egnatia entfernt. Etwas weiter südlich beim Ort Serafani befand sich ein Tempel, der der Aphrodite gewidmet war.[5] Im angrenzenden See wurden viele Terrakottawaren gefunden, die dort zu Ehren der Göttin versenkt wurden.[4] Die Funde eines Fürstengrabs sind heute in Tirana ausgestellt.[6] Im 6. Jahrhundert wurde die befestigte antike Stadt durch einfallende Slawen zerstört.[7]

In Belsh gibt es eine Mittelschule und ein Krankenhaus. Die Umgebung von Belsh wird stark landwirtschaftlich genutzt.[3] Man vermutet in der Dumrea auch Gasvorkommen.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neritan Ceka: Das Fürstengrab von Belsh. In: Arne Eggebrecht (Hrsg.): Albanien – Schätze aus dem Land der Skipetaren. Philipp von Zabern, Mainz 1988, ISBN 3-8053-0978-3, S. 244–259.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ines Nurja: Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Elbasan 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Hrsg.: INSTAT. Pjesa/Part 1. Adel Print, Tirana 2013 (Dokument als PDF).
  2. Anne Jardin, Luan Nikolla, François Roure: Subsalt Imagery of the Dumre Area, Ionian Basin, Albania. 2009, abgerufen am 10. Dezember 2010 (PDF; 716 kB, englisch).
  3. a b c Dhimitër Doka, Eqerem Yzeiri: Räumliche Struktur Albaniens. In: Peter Jordan, Karl Kaser, Walter Lukan, Stephanie Schwandner-Sievers, Holm Sundhaussen (Hrsg.): Österreichische Osthefte. Jahrgang 45, Heft 1/2. Peter Lang 2003, ISSN 0029-9375, S. 15.
  4. a b Bashkia Belsh. In: Këshilli i Qarkut Elbasan. Abgerufen am 10. Dezember 2010 (albanisch).
  5. James Pettifer: Albania & Kosovo – Blue Guide. A & C Black, London 2001, ISBN 0-7136-5016-8.
  6. Guntram Koch: DuMont-Kunst-Reiseführer Albanien. DuMont, Köln 1989, ISBN 3-7701-2079-5.
  7. Neritan Ceka: Das Fürstengrab von Belsh. In: Arne Eggebrecht (Hrsg.): Albanien – Schätze aus dem Land der Skipetaren. Philipp von Zabern, Mainz 1988, ISBN 3-8053-0978-3, S. 244 f.
  8. Dumrea. In: EurekaMag. Abgerufen am 10. Dezember 2010 (englisch).