Ben Wagin

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Ben Wagin, 2016

Ben Wagin (Bernhard Wargin, geboren 25. März 1930 in Jastrow) ist ein deutscher Künstler, Bildhauer, Zeichner, Gestalter, Aktionskünstler, Autor, Textsetzer und Gründer der Künstlergruppe „die Baumpaten“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wagin lebt seit 1957 in Berlin, wo er an der Hochschule der Künste studierte. Als Student arbeitete er unter anderem als Assistent für den Bildhauer Karl Hartung.

Am 3. Mai 1962 eröffnete er die Galerie S im studentischen Siegmunds Hof. Hier stellte er zunächst Werke Berliner Künstler aus, bald jedoch avancierten die Ausstellungsräume der Galerie S zur bundesweit und schließlich auch weltweit bekannten Adresse. Im Mai 1966 veröffentlichte Wagin zum ersten Mal das monatliche Informationsplakat „Galerien + Museen in Berlin“. Am 8. Mai 1968 zog Wagin mit der Galerie S in das Europa-Center um. Ab 1970 ist er regelmäßig mit Installationen auf der Art Basel vertreten. Im Oktober 1976 gründete Wagin in Berlin den Baumpatenverein e. V., mit dem Ziel, die urbane Lebensqualität der Stadt zu fördern.[1] Für seine Ausstellungen nutzte er in den 1970er Jahren neben dem Berlin-Pavillon auch die Orangerie des Charlottenburger Schlosses sowie von 1993 bis 1996 den Lindentunnel neben der Humboldt-Universität. Von Mitte der 1980er Jahre bis ca. 2006 nutzte Wagin auch Hallen der TU Berlin an der Ackerstraße als Atelier und Ausstellungsort.[2]

Ben Wagin im Lindentunnel, 1995
Installation von Wagin in Gräbendorf

In zahlreichen Arbeiten/Ausstellungen sowie anderen Aktionen versucht Wagin, den Betrachter zum Nachdenken über die vom Menschen veränderte Umwelt anzuregen. 1975 initiierte er eines der ersten großen Wandbilder Berlins, der "Weltbaum I" am Siegmunds Hof. 1985 gestaltete er mit zahlreichen Künstlern den Weltbaum II an der Brandmauer am Berliner S-Bahnhof Savignyplatz. Wagin hat seit den 1960er Jahren im gesamten Stadtraum Berlins zahlreiche Bäume gepflanzt, oft gemeinsam mit Politikern und Kulturschaffenden. Wagins Bäume stehen bis heute vor Bundesministerien, Theatern, Museen, unter anderem vor dem Berliner Ensemble, der Gedächtniskirche und der Neuen Nationalgalerie.

Parlament der Bäume, 2010

2005 hat Wagin die „Sonnenboten“ ins Leben gerufen und zusammen mit Schulen und Gemeinden rund 4 Millionen Sonnenblumenoasen geschaffen. Bundesweit ist Ben Wagin als der „Baumpate“ bekannt geworden und hat von Moskau bis Vilshofen rund 50.000 Ginkgobäume pflanzen können.

Seit Jahren kämpft Wagin um den Erhalt des Parlaments der Bäume, das seit Anfang der 1990er Jahre als feste Installation mitten im Berliner Regierungsviertel steht. Von Wagin gestaltete Mauerteile haben als "Mauer-Mahnmal des Bundestags" Einzug in den Bau der Bibliothek des Deutschen Bundestages im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus erhalten.

Seit 2015 gestaltet er unmittelbar neben dem Deutschen Technikmuseum den Anhalter Garten, ein großes Außengelände sowie einige Hallen des ehemaligen Anhalter Güterbahnhofs, in eine Natur- und Kunst-Denkstätte auf historischem Boden um. Ben Wagin ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund.[3] Zwischen 1974 und 1987 nahm er unter dem Namen Ben Wargin insgesamt achtmal an den DKB-Jahresausstellungen teil.

S-Bahnhof Savignyplatz

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ben Wagin: Nenn mich nicht Künstler. Autobiografie, aufgezeichnet von Astrid Herbold. Ch. Links, Berlin 2015, ISBN 978-3-86153-813-4.
  • Ben Wagin: Ginkgo-Botschaften Berlin. Jovis, Berlin 2002, ISBN 3931321096.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ben Wagin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. berlin.de: Baumpatenverein e. V. (abgerufen am 18. November 2016)
  2. http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/2007/maerz_nr_51-67/medieninformation_nr_612007/
  3. kuenstlerbund.de: Mitglieder "W" / Ben Wagin (abgerufen am 18. November 2016)