Ben Witter

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Ben Witter (* 24. Januar 1920 in Hamburg; † 12. Dezember 1993 in Hamburg) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller.

Werk[Bearbeiten]

Als Journalist arbeitete Witter u.a. für Die Zeit. Besondere Aufmerksamkeit erhielten seine Prominentenportraits und Spaziergänge mit Prominenten, die auch in Buchform erschienen (1969 ff.). Zu seiner eigentlichen Literaturproduktion gehören Gedichte, Erzählungen und Romane, aber auch Kinderbücher.

In seinem Erstling Tagebuch eines Müßiggängers (1962) und einem seiner letzten Bücher, Müßiggang ist allen Glückes Anfang (1985), widmete sich der hervorragende Beobachter einem besonders wichtigen Thema: sich selbst. Siegfried Lenz, ein begeisterter Verfechter und auch Herausgeber von Witterschen Erzählwerken, schrieb über letzteres:

„Um die armen Winkel des Ich zu vermessen, ist ihm das Unscheinbare allemal bedeutend genug.“

Witter war auch hervorragender Vorleser eigener Werke. Sein Müßigkeit ist allen Glückes Anfang z. B. erschien bereits ein Jahr vor Druck in Auszügen als Lesung auf Schallplatte. „(...) nach dem Hören ist man sogleich versucht, einen achtsameren Umgang mit sich zu pflegen“, schrieb Lenz für den Plattentaschentext.

Ehrungen[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Moment mal! 121 Versuche, den Augenblick zu retten. Hrsg. von Rolf Michaelis. Hamburg: Hoffmann und Campe, 2007. ISBN 978-3-455-40028-1.
  • Angst auf weiße Zettel schreiben und andere Texte. Ausgewählt und eingeleitet von Siegfried Lenz. Hamburg: Luchterhand-Literaturverlag, 1993.
  • Angetippt. Zeitgeschehen im Handumdrehn. Mit einem Vorwort von Helmut Schmidt und Zeichn. von Luis Murschetz. Hamburg/Zürich: Luchterhand-Literaturverlag, 1992.
  • Strassenbekanntschaften. Kurzprosa. Mit Zeichn. von Margrit von Spreckelsen-Elmenhorst. Reinbek: Rowohlt, 1990.
  • Schritte und Worte. Zeitgeschichte in Augenblicken. Hrsg. und eingeleitet von Siegfried Lenz. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1990.
  • Das Cello auf dem Dach. Geschichten von kleinen Leuten und großen Träumen, von komischen Käuzen und ernsten Fällen. Würzburg: Edition Pestum, 1989.
  • Minutenpoesie. Mit Zeichn. von Hans Hillmann und einem Nachwort von François Bondy. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1988.
  • Es geht auch ohne Helden. Männergeschichten. Mit Ill. von Horst Janssen. Frankfurt a.M.: Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1986.
  • Müßiggang ist allen Glückes Anfang. Mit Zeichn. von Horst Janssen. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1985.
  • Sensationen im Sessel. Aus dem Berufs- und Liebesleben der Deutschen. Mit Zeichn. von Tomi Ungerer und Hanno Engler. München: Deutscher Taschenbuch-Verlag, 1983.
  • Frauen am Nachmittag. Mit Zeichn. von Margrit von Spreckelsen. Frankfurt a.M.: Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1980.
  • Unglaubliche Zumutungen. Neue und gebrauchte Geschichten. Frankfurt a.M. u.a.: Ullstein, 1980.
  • Nachts, wenn wir schlafen. 36 Großstadtgeschichten. Mit Zeichn. von Hans-Georg Rauch. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1977.
  • Prominentenporträts. Frankfurt a.M.: Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1977.
  • (mit Tomi Ungerer): Liebesdienste. Anweisungen zum Töten – ein unzerreißbares Bilderbuch für Erwachsene. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1976.
  • Zu heiß für einen Montag. Dunkle Geschichten. Mit Zeichn. von Pit Morell. München/Zürich: Piper, 1974.
  • Mit vorzüglicher Hochachtung. Deutsche Prototypen. München: Piper, 1974.
  • Ärgernisse. Mit Zeichn. von Pit Morell. München/Wien: Langen-Müller, 1971.
  • Amschel, das Zigeunermädchen. Mit Ill. von Dieter Lange. Wien/Heidelberg: Ueberreuter, 1971.
  • Nebbich, Löcher im Lachen. Mit Zeichn. von Pit Morell. München/Wien: Langen-Müller, 1970.
  • Deutschland, deine Ganoven. Protokolle aus der Unterwelt. Mit Zeichn. von Horst Janssen. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1970.
  • Conny und Pieps. Große Ferien auf einem alten Schiff. Mit Ill. von Dieter Lange. Reutlingen: Ensslin & Laiblin, 1970.
  • Spaziergänge mit Prominenten. Zürich: Diogenes, 1969.
  • Schwupp und das Rätsel im Gewölbe. Mit Ill. von Erich Hölle. Reutlingen: Ensslin & Laiblin, 1969.
  • Tagebuch eines Müßiggängers. Hamburg: Claassen, 1962.

Ben-Witter-Preis[Bearbeiten]

Der von Witter selbst gestiftete Literaturpreis wird von der zu diesem Zweck eingesetzten Ben-Witter-Stiftung seit 1995 vergeben. Er ist mit 15.000 Euro dotiert.

Zu den Preisträgern gehörten bislang u. a. Michael Buselmeier, Wiglaf Droste, Elfriede Gerstl, Gabriele Goettle, Jörg W. Gronius, Willi Winkler, Thomas Kapielski, André Müller, Fanny Müller und die Zeitschrift EXIL. Den Ben-Witter-Preis 2011 erhält Rolf Vollmann, 2012 der in Wien lebende Journalist und Dramaturg Helmut Schödel.[2]

Vielfach werden die Autoren für Attribute wie geistige Unabhängigkeit, gesellschaftskritischer Humor etc., die auch das Werk Witters ausmachten, gewürdigt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BDZV: Preisträger der Jahre 1962 bis 1997
  2. http://www.literaturhaus-hamburg.de/lit/schedule/5302/benwitterpreisrolfvollmann.html