Beni Montresor

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Beni Montresor (eigentlich Benito Montresor; * 31. März 1926 in Bussolengo; † 11. Oktober 2001 in Verona) war ein italienischer Bühnenbildner, Regisseur und Illustrator.

Beni Montresor, 1964 von Carl Van Vechten fotografiert

Leben[Bearbeiten]

Montresor studierte am Kunstgymnasium von Verona und an der Akademie der Schönen Künste in Venedig. Danke eines Stipendiums konnte er auch das Centro Sperimentale di Cinematografia in Rom besuchen, wo er u.a. mit Fellini zusammenarbeitete.

1960 ging er nach New York und startete von dort aus eine Weltkarriere, die in an herausragenden Opernhäusern als Bühnenbildner arbeiten ließ; so an der Metropolitan Opera in New York, wo er 1964 mit The Last Savage von Gian Carlo Menotti debütierte, dem Royal Opera House in London, der Opéra National de Paris.

The London Times nannte ihn “einen Zauberer der Bühne”, Le Monde “einen vivionären Poeten”[1], die New York Times „einen der wenigen wirklichen Romantiker“.[2] Dabei beschränkte sich Montresor nicht auf das Theater: er war auch als Illustrator von Kinderbüchern geschätzt, in denen er seine magische Fantasie Nild werden lassen konnte. Unter seinen diesbezüglichen etwa dreißig Werken ragt May I Bring a Friend heraus, für das er 1965 mit der “Caldecott Medal” geehrt wurde.

Nachdem er bereits zwischen 1953 und 1959 intensiv als Kostüm- und Szenenbildner für die italienische Filmindustrie gearbeitet hatte, wandte sich Montresor Ende der 1960er Jahre wieder intensiver dieser Kunstform zu und inszenierte zwei Filme nach eigenem Drehbuch in den Vereinigten Staaten bzw, in Frankreich.[3]

In der zweiten Hälfte seiner Karriere ging er nach Italien zurück und profilierte sich als Opernregisseur an der Scala in Mailand, am Teatro Carlo Felice in Genua, dem Teatro Massimo Vittorio Emanuele in Palermo und dem Teatro dell’Opera di Roma der italienischen Hauptstadt. Herausragend waren in seiner Zeit in Verona die Inszenierungen von Cinderella (von Prokofjew) 1978 und von Giselle 1985. Für das Teatro Filarmonico führte er Regie und war für Kostüme und Bühnenbildes der Zauberflöte 1991 verantwortlich; im Estate Teatrale brachte er Der Bürger als Edelmann auf die Bühne und für die Arena di Verona entstand eine Madama Butterfly (1997) sowie Die lustige Witwe (1999). Für seine späteren Inszenierungen und Bilder musste Montresor auch Kritik einstecken; sie wurde als artifiziell oder zu fernsehgemäß bezeichnet.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Regie[Bearbeiten]

  • 1970: Pilgrimage
  • 1974: Das Ritual (La messe dorée)

Bühnenbild[Bearbeiten]

  • 1958: Non sono più guaglione von Domenico Paolella
  • 1959: Destinazione Sanremo von Paolella

Bibliografie[Bearbeiten]

  • Gaetano Miglioranzi: Dal colore alla luce. Beni Montresor, un protagonista del teatro internazionale Corazzano, Titivillus Edizioni, 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.agenziaaise.it/component/content/article/5835.html
  2. Nachruf auf Montresor
  3. Roberto Poppi: Dizionario del cinema italiano. I Registi. Gremese Editore, Rom 2002, S. 297