Berliner-Friedensuhr-Preis

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Die Berliner Friedensuhr mit der Inschrift "Zeit sprengt alle Mauern" wurde am 9. November 1989 bei ihrer erstmaligen Präsentation durch den gleichzeitigen Mauerfall Zeitzeugin ihres eigenen Anliegens. Seit 2003 wird eine Replik der Uhr vom Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit als Preis verliehen.

Entstehung und private Initiative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. November 1989 präsentierte der Juwelier Jens Lorenz in Berlin eine von ihm entworfene Uhr, die mit ihrem Uhrwerk aus einem westfälischen Benediktiner-Kloster fast drei Meter hoch und 2,5 Tonnen schwer ist. Die Uhr trägt die Inschrift „Zeit sprengt alle Mauern“ und sollte damit ursprünglich ein Zeichen der Hoffnung auf die endliche Überwindung der Teilung der Welt in "Ost" und "West" sein. Mitten in die Präsentation der Uhr platzte die Nachricht vom Fall der Berliner Mauer.

Darauf hin entschloss sich der gebürtige Berliner, diese Uhr als Botschafterin des Friedens und der Freiheit in die Welt - von Kalkutta bis Rom, von Moskau bis Washington - zu tragen.

Im Jahre 1992 fanden die ersten drei Berliner Friedensuhren zu Michail Gorbatschow, Ronald Reagan und Helmut Kohl. 1999 wurde eine weitere Friedensuhr an den ehemaligen US-Präsidenten George Bush sen. übergeben - weil es auch das Ost-West-Zusammenspiel war, das den Fall der Berliner Mauer ermöglichte.

1996 wurde Papst Johannes Paul II. eine Berliner Friedensuhr überreicht: Zum Zeichen dafür, dass Frieden keine Sache bloß der Politik, sondern auch der Religionen ist, dass ohne Achtung anderen Glaubens und Andersgläubiger immer Unfrieden sein wird.

Und mit der 1993 in Indien erfolgten Übergabe der Berliner Friedensuhr Nr. 1 an Mutter Teresa ist nicht nur der Nord-Süd-Konflikt angesprochen: Mutter Teresas Missionaries of Charity arbeiten auch in Deutschland.

1994 wird in Anwesenheit von Rita Süssmuth die Berliner Friedensuhr an die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft in Bonn übergeben.

Schließlich wurde die Berliner Friedensuhr am 18. Mai 2013 beim Rotary Global Peace Forum in Hiroshima in Japan an Rotary International, vertreten durch den seinerzeit amtierenden Weltpräsidenten Sakuji Tanaka, verliehen. Da das Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit satzungsgemäß nicht im Ausland aktiv werden darf, erfolgte die Vergabe in alleiniger Initiative durch Jens Lorenz.

Der Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2003 wird die Berliner Friedensuhr als Preis vom Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit an Persönlichkeiten bzw. Institutionen verliehen, die auf Grundlage der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen zur Überwindung von Mauern zwischen Rassen, Klassen, Völkern, Nationen, Kulturen, Ideologien, Konfessionen, Parteien und Menschen exemplarisch beigetragen haben.

Die Ehrung besteht in der feierlichen öffentlichen Übergabe der von Jens Lorenz gestifteten Replik der großen Berliner Friedensuhr vom 9. November 1989 sowie einer von der Vorsitzenden des Berliner Komitees für UNESCO-Arbeit und von Jens Lorenz unterzeichneten Urkunde, auf der die Entstehungsgeschichte der Berliner Friedensuhr sowie die Begründung für die Vergabe aufgezeigt sind.

Ein Kuratorium wählt die Preisträger.

Kuratorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aktuellen Mitglieder sind:

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Preisträger sind:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Hüfner, Siegfried Baur, Jens Lorenz: Der Berliner-Friedensuhr-Preis 2004

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]