Bermo (Niger)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Landgemeinde Bermo
Landgemeinde Bermo (Niger)
Landgemeinde Bermo
Landgemeinde Bermo
Koordinaten 15° 9′ N, 6° 49′ O15.1466666666676.8172222222222Koordinaten: 15° 9′ N, 6° 49′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Maradi
Departement Bermo
Einwohner 30.761 (2012)

Bermo ist eine Landgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Bermo in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Bermo liegt in der Sahelzone. Die Nachbargemeinden sind Ingall im Norden, Gadabédji im Osten, Azagor, Birni Lallé und Roumbou I im Süden sowie Azèye und Tamaya im Westen. Das Gemeindegebiet ist in 17 administrative Dörfer, zwei Lager und 95 Wasserstellen gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Bermo.[2] Die Vegetation ist von Marulabäumen, Oschern, Schirmakazien und Wüstendatteln geprägt.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

In Bermo wurde 1988 ein Verwaltungsposten (poste administratif) eingerichtet, eine von einem chef de poste administratif geleitete untere Verwaltungseinheit.[4] Die Landgemeinde Bermo entstand als Verwaltungseinheit 2002 im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform in einem zuvor gemeindefreien Gebiet im Norden des Departements Dakoro. Der Verwaltungsposten von Bermo wurde 2011 aus dem Departement Dakoro herausgelöst und zum Departement Bermo erhoben.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Bermo 14.076 Einwohner.[6] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 30.761.[7] In Bermo leben Angehörige der Fulbe-Untergruppen Wodaabe und Kassawsawa, der Tuareg-Untergruppe Keltamerkest sowie Hausa und Araber.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Übergang der Zone des Agropastoralismus des Südens zum Gebiet der reinen Weidewirtschaft des Nordens.[8] Sie zieht transhumant lebende Viehzüchter aus den Regionen Agadez, Tahoua und Zinder und aus Nord-Nigeria an.[3] Es gibt drei Viehmärkte, davon einen im Hauptort Bermo, die mit dem Markt von Sakkabal in der Nachbargemeinde Roumbou I konkurrieren. Neben der Viehzucht und dem Handel ist das von Fulbe und Tuareg betriebene Kunsthandwerk von wirtschaftlicher Bedeutung. Es werden unter anderem Schmuck, Kamelsättel, Schwerter und Messer hergestellt, die vor allem in der Departementshauptstadt Dakoro verkauft werden.[9] In Bermo gibt es einen lokalen Bürgerhörfunk (radio communautaire).[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. a b c Amadou Oumarou: La délivrance des services publics dans la commune rurale de Bermo. LASDEL, Niamey 2011 (Online-Version; PDF; 546 kB), S. 10.
  4.  Frédéric Giraut: Retour du refoulé et effet chef-lieu. Analyse d’une refonte politico-administrative virtuelle au Niger. PRODIG, Paris 1999, ISBN 2-901560-38-5, S. 35 (PDF-Datei, abgerufen am 17. August 2013).
  5.  Une nouvelle loi sur le redécoupage administratif. In: L’Arbre à Palabres. Nr. 13, 11. August 2011, S. 2 (PDF-Datei, abgerufen am 28. Januar 2014).
  6. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 54.
  7. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 21. April 2014 (PDF-Datei, französisch).
  8. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.
  9. Amadou Oumarou: La délivrance des services publics dans la commune rurale de Bermo. LASDEL, Niamey 2011 (Online-Version; PDF; 546 kB), S. 13–14.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLa situation de la communication pour le développement au Niger (Etat des lieux). Tome 1. Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, 2003, S. 138, abgerufen am 2013-04-35 (PDF-Datei; 461 KB, französisch).