Bernard Lavilliers

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Bernard Lavilliers (2011)
Bernard Lavilliers (2006)

Bernard Lavilliers (* 7. Oktober 1946 in Saint-Étienne; als Bernard Ouillon) ist ein französischer Chansonnier.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn eines Angestellten der Manufacture nationale d’armes de St-Etienne (kurz MAS) und einer Lehrerin zeigte sehr früh Interesse an der Musik. Seit seinem 4. Geburtstag, an dem er einen Plattenspieler geschenkt bekam, hörte er bevorzugt die Lieder der Les Compagnons de la chanson und der peruanischen Sängerin Yma Sumac.

Im Alter von 13 Jahren trat er als Lehrling in die MAS ein. In seiner Freizeit widmete er sich dem Boxsport. Wegen Diebstahl zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, begann er nach seiner Entlassung zu arbeiten, brachte seiner Tätigkeit aber keinerlei Interesse entgegen und schrieb später: „In dieser Periode meines Lebens suchte ich mich selbst: ich wusste nicht, ob ich Gangster, Boxer oder Dichter sein würde“[1].

1963 schrieb er sich in die kommunistische Parti communiste français (PCF) ein. 1965, im Alter von 19 Jahren, reiste er nach Brasilien, kam im darauffolgenden Jahr nach Frankreich zurück und wurde dort wegen Fahnenflucht ein Jahr in der Festung von Metz inhaftiert.

Nach seiner Entlassung trat er in verschiedenen Kabaretts und in der Cour des Miracles in Bordeaux als Chansonnier auf und brachte 1967 seine erste Single heraus. Ein erster Erfolg stellte sich mit dem Prix de la rose d'or de la chanson ein, mit dem er in Montreux für das Chanson La Frime prämiert wurde. Seine erste LP wurde 1968 unter dem Pseudonym Lavilliers produziert. Während der Studentenrevolution vom Mai 68 sang Lavilliers in der Umgebung von Lyon in besetzten Fabriken. Im Juni hielt er sich als Bettler in der Bretagne auf, bevor er mehreren Gelegenheitsbeschäftigungen in Nachtklubs und im Gaststättengewerbe nachging.

In den darauffolgenden Jahren brachte er mehrere Alben heraus (Les poètes 1972, Le Stéphanois) und triumphierte im Oktober 1977 anlässlich seines ersten Bühnenauftrittes in der legendären Pariser Music-Hall Olympia. Er richtete seinen Wohnsitz in Saint-Malo ein, wo er ein Boot erwarb, ging aber schon bald wieder auf Reisen, die ihn nach Jamaika, New York und Brasilien führten. Nach Frankreich kehrte er in dieser Zeit nur zu seinen Konzerten zurück.

In den 1980er Jahren gelang dem Sänger endlich der Durchbruch. Er erreichte einen hohen Bekanntheitsgrad, nahm auch seinen ungezügelten Lebenswandel in die Hand, blieb aber seinem Image eines Weltenbummlers, Abenteurers und Rebellen treu, dass er auch in seinen Chansons vermarktete. Er gab selber an, Drogen genommen zu haben, ein Thema, auf das er in mehreren Chansons einging, wie Berceuse pour une shootée und Sax'Aphone.

1992 trat Lavillers anlässlich der Fête de l’Humanité gemeinsam mit Léo Ferré, dem Idol seiner Jugend auf. Wie schon 1991 bei der Schließung des Stahlwerkes in Uckange, so trat auch Ende 2011 der Sänger in einer Solidaritätsveranstaltung vor den durch Schließung bedrohten ArcelorMittal-Beschäftigten in Florange auf.[2]

Heute ist der Sänger, der eine Patenschaft für den bretonischen Leuchtturm Phare d’Eckmühl (Département Finistère) übernommen hat, in der altermondialistischen Bewegung engagiert.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lavilliers erstgeborene Tochter trägt den Namen Anne-Laure (* 1968).

Aus seiner 1970 mit Evelyne geschlossenen Ehe gingen zwei Kinder hervor: Virginie (* 1972) und Guillaume (* 1975), der seinen Vater gelegentlich auf der Bühne begleitet.

Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre war der Künstler mit der Bodybuilding-Weltmeisterin Lisa Lyon liiert.

1984 heiratete er Melle Li. Der Tochter Salomé (* 1987), die beispielsweise 1996 im Palais des Sports gemeinsam mit ihm auftrat, widmete er ein gleichnamiges Chanson.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[3]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 FR  BEW  CHTemplate:Charttabelle/Wartung/Charts inexistent
1979 Pouvoirs FR55
Gold
Gold

(5 Wo.)FR
BEW100
(4 Wo.)BEW
Charteinstieg in FR und BEW erst 2016
1997 Clair-obscur FR9
Gold
Gold

(17 Wo.)FR
BEW44
(3 Wo.)BEW
2002 Arrêt sur image FR10
Gold
Gold

(36 Wo.)FR
BEW27
(3 Wo.)BEW
CH67
(12 Wo.)CH
2005 Carnets de bord FR1
Doppelgold
×2
Doppelgold

(73 Wo.)FR
BEW34
(41 Wo.)BEW
CH46
(5 Wo.)CH
2008 Samedi soir à Beyrouth FR1
Platin
Platin

(73 Wo.)FR
BEW11
(21 Wo.)BEW
CH19
(9 Wo.)CH
2010 Causes perdues et musiques tropicales FR2
(52 Wo.)FR
BEW8
(21 Wo.)BEW
CH40
(8 Wo.)CH
2013 Baron samedi FR5
Platin
Platin

(52 Wo.)FR
BEW28
(33 Wo.)BEW
CH56
(7 Wo.)CH
2014 Acoustique FR12
Gold
Gold

(42 Wo.)FR
BEW35
(44 Wo.)BEW
2017 5 minutes au paradis FR4
Gold
Gold

(32 Wo.)FR
BEW10
(41 Wo.)BEW
CH16
(6 Wo.)CH
2021 Sous un soleil énorme FR3
Gold
Gold

(… Wo.)Template:Charttabelle/Wartung/vorläufig/2021FR
BEW9
(17 Wo.)BEW
CH22
(7 Wo.)CH

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Weitere Studioalben

  • Chanson pour ma mie (1968)
  • Les poètes (1972)
  • Le Stéphanois (1974)
  • Les Barbares (1976)
  • 15e Round (1977, FR: GoldGold)
  • O gringo (1980, FR: PlatinPlatin)
  • Nuit d’Amour (1981, FR: GoldGold)
  • Etat d’Urgence (1983, FR: GoldGold)
  • Tout est permis, rien n'est possible (1984)
  • Voleur de feu (1986, FR: GoldGold)
  • If… (1988, FR: PlatinPlatin)
  • Solo (1991, FR: GoldGold)
  • Champs du possible (1994, FR: Doppelgold×2Doppelgold )

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[3]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 FR  BEW  CH
2000 Histoires en scène FR24
(5 Wo.)FR
2005 Escale au Grand Rex FR18
(29 Wo.)FR
BEW48
(6 Wo.)BEW

Weitere Livealben

  • T’es vivant… ? (1978)
  • Live 80 (1980)
  • Olympia Live 84 (1984)
  • On the Road Again (1990)

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[3]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 FR  BEW  CH
2003 La marge: Bernard Lavilliers chante les poètes FR109
(2 Wo.)FR
2009 Les n°1 de Lavilliers BEW78
(1 Wo.)BEW
2018 Les 50 plus belles chansons BEW159
(2 Wo.)BEW

Weitere Kompilationen

  • Gentilshommes de fortune (1987)
  • Duos Taratata (1996)
  • Histoires (1998)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[3]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 FR  BEW
1987 Noir et blanc
Voleur de feu
FR10
(17 Wo.)FR
1989 On The Road Again
If
FR24
(15 Wo.)FR
R & B (Rouge baiser)
If
FR45
(4 Wo.)FR
1991 Outremer
Solo
FR33
(7 Wo.)FR
1992 Faits divers
Solo
FR36
(6 Wo.)FR
1995 Melody Tempo Harmony
Champs du possible
FR6
(17 Wo.)FR
BEW22
(14 Wo.)BEW
Stand The Ghetto
Champs du possible
FR44
(3 Wo.)FR
2014 Idées noires
Acoustique
FR100
(2 Wo.)FR

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldene Schallplatte

  • Frankreich Frankreich
    • 1995: für das Album Master Série – Vol. 2
    • 1995: für das Album Bernard Lavilliers
    • 1995: für das Album Champs Du Possible V.2

2× Goldene Schallplatte

  • Frankreich Frankreich
    • 1998: für das Album Master Série – Vol. 1

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Land/RegionAus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Auszeichnungen, Verkäufe, Quellen)
Gold record icon.svg Gold Platinum record icon.svg Platin Ver­käu­fe Quel­len
 Frankreich (SNEP) Gold record icon.svg 20× Gold20 Platinum record icon.svg 4× Platin4 2.850.000 infodisc.fr snepmusique.com
Insgesamt Gold record icon.svg 20× Gold20 Platinum record icon.svg 4× Platin4

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "A cette époque de la vie, je me cherchais:je ne savais pas si je serais gangster, boxeur ou poète …"
  2. Lavilliers retrouve la Fensch. Le Quotidien, 17./18. Dezember 2011. S. 17
  3. a b c d Chartquellen: FR BEW CH

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]