Bernd Mumm von Schwarzenstein

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Bernd Mumm von Schwarzenstein (* 30. Januar 1901 in Frankfurt am Main; † 20. Dezember 1981 in München) war ein deutscher Diplomat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mumm von Schwarzenstein war der zweite Sohn von Alfred und Martha (geb. Delius) Mumm von Schwarzenstein. Nach dem Gymnasium studierte er Rechtswissenschaften in Bonn, München und Heidelberg, wo er 1923 zum Dr. jur. promoviert wurde. Mumm von Schwarzenstein machte eine technische und bankkaufmännische Ausbildung in Unternehmen der Familie und war in der Textilindustrie tätig.

Am 21. April 1928 trat er in den diplomatischen Dienst Deutschlands ein. Die diplomatisch-konsularische Prüfung legte er am 27. Februar 1931 ab. Nach Einsätzen in Brüssel, Madrid und u. a. in verschiedenen Abteilungen des Auswärtigen Amtes in Berlin wurde er am 30. Juni 1939 aus politischen Gründen aus dem Dienst des Auswärtigen Amtes entlassen. Seit 1940 leistete er Wehrdienst und wurde im Mai 1944 wegen Wehrkraftzersetzung zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Sein Bruder Herbert war bereits 1935 aus dem Auswärtigen Amt entfernt worden, 1942 verhaftet und noch im April 1945 wegen Hochverrats erschossen worden.

Nach dem Krieg wurde er aus dem Zuchthaus Esterwegen von kanadischen Truppen befreit, die ihn aber als NS-Diplomaten erneut für eine Zeit internierten. Er war seit 1946 als Treuhänder und Direktor der Mechanischen Bindfadenfabrik Feiten & Guilleaume, Schretzheim/Dillingen tätig. Am 31. März 1952 erhielt er den Wiedergutmachungsbescheid gemäß Gesetz zur Regelung der Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts für Angehörige des öffentlichen Dienstes. Am 11. Juni 1952 kehrte er in den Auswärtigen Dienst zurück und wurde zunächst der Gesandtschaft in San Salvador zugeteilt. Am 1. Dezember 1952 wurde er Leiter der Zweigstelle der Gesandtschaft für Mittelamerika in San José de Costa Rica. Am 5. März 1955 wurde er Botschafter in San Salvador. Im Januar 1960 wurde er Botschafter in Luxemburg. Als Ministerialdirigent übernahm er am 16. September 1963 die Leitung der Handelsvertretung der Bundesrepublik Deutschland in Warschau, eine Botschaft gab es zu der Zeit nicht.[1]

Am 22. Dezember 1965 wurde er in den Ruhestand versetzt.

Mumm war zwischen 1948 und 1965 mit Viktoria geb. Freiin Praetorius von Richthofen (1914-?), Tochter des Diplomaten Hartmann von Richthofen, verheiratet und dadurch der Stiefvater des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Sportbundes, Manfred Freiherr von Richthofen (1934–2014).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 3: Gerhard Keiper, Martin Kröger: L–R. Schöningh, Paderborn u. a. 2008, ISBN 978-3-506-71842-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Türken im Hotel. Der Spiegel, 9. September 1964. Abgerufen am 4. Oktober 2012.