Bettis Bescherung
| Film | |
| Titel | Bettis Bescherung |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2006 |
| Länge | 87 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Thomas Freundner |
| Drehbuch | Thomas Freundner |
| Produktion | Lili Kobbe |
| Musik | Joachim von Gerndt |
| Kamera | Armin Alker |
| Schnitt | Ulrike Hano |
| Besetzung | |
| |
Bettis Bescherung ist ein deutscher Fernsehfilm von Thomas Freundner aus dem Jahr 2006. Nadeshda Brennicke und Heinz Baumann spielen die Hauptrollen in der Produktion des Hessischen Rundfunks.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bettis gesamte Weihnachtsplanung gerät durcheinander, als ihr Freund Rolf verkündet, die Feiertage bei seiner Ehefrau verbringen zu „müssen“. Auch die geplante Reise mit ihrer Freundin fällt aus, da Ellen zum wiederholten Mal den Mann fürs Leben getroffen hat und nun mit ihm verreist. Dafür muss Betti Ellens kleinen Hund hüten, der allerdings nichts besseres zu tun hat, als das Kaninchen durch die Wohnung zu jagen, das Nachbar Sven ihr bis zum Heiligabend anvertraut hatte, damit sein kleiner Sohn sein Weihnachtsgeschenk nicht vorher entdeckt.
Als sich herausstellt, dass Svens Frau eine Tierhaarallergie hat, muss Betti das Kaninchen notgedrungen wieder in Obhut nehmen. Zwar verstehen sich Hund und Hase inzwischen gut, doch hat sich bei der Jagd im Badezimmer der Waschmaschinenschlauch gelockert und ist unbemerkt komplett abgerissen. Als sie das Malheur entdeckt, steht auch schon die Feuerwehr vor der Tür, die von ihrem Nachbarn Karl gerufen wurde. Dem Rentner wird von der Feuerwehr angeraten, in ein Hotel auszuweichen, weil seine Wohnung durch den Wasserschaden unbewohnbar geworden ist, doch Betti bittet ihn, mit zu ihr zu kommen. So müssen sich die beiden sehr unterschiedlichen Hausbewohner zusammenraufen und den Heiligen Abend gemeinsam verbringen. Karl bedauert ein wenig, nicht vierzig Jahre jünger zu sein und schlüpft deshalb in die Rolle des Beschützers, der Betti die Augen über ihr verkorkstes Leben öffnet. Nach seiner Meinung wird ihr Rolf seine Familie nie verlassen, obwohl er dies immer wieder beteuert.
Da Karl auch die nächsten Tage noch bei Betti wohnen muss, nimmt sie ihn mit zum obligatorischen Weihnachtsbesuch bei ihrer Mutter und genießt es, dass man sie dort für ein Paar hält. Auch für Karl ist es ganz angenehm, mal wieder unter Leute zu kommen, auch wenn Betti ihre Mutter und die Frau ihres Bruders für „peinlich“ hält. Wieder zurück, lebt Betti langsam auf und auch Karl benimmt sich nicht wie fast 80. Spontan holen sie sich einen Weihnachtsbaum von der Straße, den jemand schon am ersten Feiertag aus seiner Wohnung verbannt hat. Unerwartet gewinnen sie ein Viergängemenü, das von einem regionalen Radiosender ausgelobt wurde. Dabei ahnen sich nicht, dass dies mit einem Liveinterview mit dem Radiomoderator Fabian Fuchs verbunden ist. Karl nutzt dies dazu, Betti über ihren Freund die Augen zu öffnen. Mit einigen subtilen Bosheiten und Drohungen bringt er Rolf, der die Sendung verfolgt, dazu, Betti vor laufendem Mikrophon anzurufen und ihre Beziehung zu beenden.
Auch wenn Betti zunächst wütend darüber ist, dass sich Karl so sehr in ihr Leben eingemischt hat, ist sie letztendlich froh und dankbar. Ausgelassen feiert sie ihre neue Freiheit mit Karl, der jedoch aufgrund der Anstrengungen zusammenbricht und ins Krankenhaus gebracht wird. Traurig und allein bleibt Betti zurück, doch sie erfährt, dass Fabian Fuchs sich unsterblich in sie verliebt hat und sie nun über das Radio zu finden versucht. Sie ist sich nicht sicher, ob sie so einfach zum Funkhaus fahren soll, aber Karl redet ihr zu, und so findet Betti endlich ihre wahre Liebe.
Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bettis Bescherung wurde vom Hessischen Rundfunk für das das Erste produziert.[2] Die Dreharbeiten fanden vom 25. Januar bis 1. März 2006 am Hauptspielort Frankfurt am Main statt.[2] Der damalige Intendant des Hessischen Rundfunks, Helmut Reitze, hat einen Cameoauftritt als Taxigast.[3]
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kritik
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Tilmann P. Gangloff bewertete den Spielfilm seiner Rezension für Tittelbach.tv weitgehend positiv: „Stets beklagt man ja, in den Filmen des Genres immer schon zu wissen, wie’s ausgeht. In Bettis Bescherung ist alles einfach anders als in gängigen Weihnachts-Komödien – ganz besonders die Dramaturgie. […] Ein Weihnachtsfilm der anderen Art, mit vorzüglichen Darstellern, wenig Aufwand, viel Gefühl und einem sehr sympathischen Humor.“[3]
Quotenmeter-Kritiker Fabian Riedner bezeichnete Bettis Bescherung als „Fernsehfilm für die ganze Familie, bestens geeignet für Weihnachten und spannend – fast bis zur letzten Minute“. Regisseur Thomas Freundner könne „auf sein Werk stolz sein“. Der Film ließe sich neben dem Kinofilm Wo ist Fred? (2006) einordnen, biete jedoch ein geringeres „Gag-Tempo“. Dies sei „vorteilhaft, sonst ginge dem Film jede Glaubwürdigkeit verloren“, zumal kein Märchen produziert worden sei, „sondern eine aus dem Leben ähnliche Geschichte“. Während Bennicke und Baumann brillierten, boten Stephan Ullrich und Kathrin Freundner hingegen nur schwache Leistungen.[4]
André Mielke von Die Welt urteilte, dass Freundner „eine angemessen weihnachtlich-absurde, aber leider keine allzu herzerwärmende Geschichte eingefallen“ sei. Er fand, dass die Produktion „am blassen Spiel der Protagonistin“ scheitere. Es sei „wohl doch ein Irrglaube, dass man eine hanebüchene Story nur mit Tannengrün aufzuhübschen braucht, damit ein passabler Weihnachtsschinken daraus wird [...] Immerhin hat Bettis Bescherung genug Potenzial, um bei der Betriebsweihnachtsfeier des Hessischen Rundfunks für Freude zu sorgen. Die HR-Produktion preist ausgiebig den eigenen Hörfunk“.[5]
Die Redaktion der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergaben die beste Wertung, einen Daumen nach oben, und schrieb: „Unterschwellige Ironie, prägnante Typen und frische Dialoge – insgesamt eine schöne Bescherung.“ Fazit: „Launiger Spaß jenseits des Weihnachtskitsches“.[6] Prisma schrieb: „Dank des großartig aufspielenden Heinz Baumann kommt diese sympathische Weihnachtskomödie von Regisseur und Autor Thomas Freundner bald mächtig in Fahrt“.[7]
Einschaltquoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die TV-Erstausstrahlung erfolgte im Rahmen der FilmMittwoch-Reihe am 13. Dezember 2006 zur Hauptsendezeit im Ersten.[8] Mit 5,94 Millionen Zuschauern und einem überdurchschnittlichen Marktanteil von 18,3 Prozent avancierte der Spielfilm zur meistgesehenen Sendung des Tages.[9] In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen konnte ein Marktanteil von 10,8 Prozent bei 1,41 Millionen Zusehern erzielt werden.[8]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Freigabebescheinigung für Bettis Bescherung. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Oktober 2012 (PDF; Prüfnummer: 135 609 V).
- ↑ a b Bettis Bescherung bei crew united, abgerufen am 12. März 2021.
- ↑ a b Tilmann P. Gangloff: Nadeshda Brennicke, Heinz Baumann, Freundner. Weihnachtliches Überraschungsei bei tittelbach.tv, abgerufen am 22. Dezember 2017.
- ↑ a b Fabian Riedner: Die Kritiker: Bettis Bescherung. In: Quotenmeter. 10. Dezember 2006, abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ André Mielke: Wir brauchen Tiere. In: Die Welt. Abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ Bettis Bescherung. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 18. Dezember 2021.
- ↑ Bettis Bescherung. In: Prisma. Abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ a b Uwe Mantel: "Bridget Jones" beschert dem ZDF Topquoten bei den Jüngeren. In: dwdl.de. 14. Dezember 2006, abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ Fast sechs Mio. TV-Zuschauer bei „Bettis Bescherung“. In: Blickpunkt:Film. 14. Dezember 2006, abgerufen am 22. Dezember 2017.