Wotan Wilke Möhring

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Wotan Wilke Möhring, 2013

Wotan Wilke[Anm. 1] Möhring (* 23. Mai 1967 in Detmold) ist ein deutscher Schauspieler und Musiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Möhring wurde als zweites von vier Kindern in Detmold geboren und wuchs in Herne auf. Sein Vater war Offizier bei der Bundeswehr, seine Mutter arbeitete an einer Schule. Möhring hat zwei Brüder und eine Schwester, sein jüngerer Bruder Sönke Möhring ist ebenfalls Schauspieler. Möhring besuchte die Hiberniaschule, eine Waldorfschule in Herne. Nach dem Abitur verpflichtete er sich als Zeitsoldat bei der Fallschirmjägertruppe der Bundeswehr. Der gelernte Elektriker und einstige Punk war als Clubbesitzer, Türsteher und Model tätig, studierte Visuelle Kommunikation an der Hochschule der Künste in Berlin, besuchte Schauspiel-Workshops in Köln und Los Angeles und lebte zwei Jahre in New York.[1]

Möhring war schon früh an Kunst interessiert; er malte, spielte Geige und machte Punkmusik.[2] Zudem produzierte er Filmmusiken. Er war Mitbegründer der Bands Red Lotus und – zusammen mit Gabi Delgado-López, vormals Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF) – DAF/DOS. Letztere veröffentlichte 1996 das Album Allein, zu zweit, mit Telefon und die Single Ich glaub’ ich fick’ dich später. An späteren Veröffentlichungen war Möhring nicht mehr beteiligt. Zuvor war er schon Mitglied einer Punkband namens Störaktion.[3]

Sein Filmdebüt hatte Wotan Wilke Möhring 1997 in der Bubi-Scholz-Story an der Seite von Benno Fürmann und Götz George. Seitdem wirkte er in über 90 Produktionen für Kino und Fernsehen mit. Erste größere Rollen in Kinofilmen hatte er in Otto – Der Katastrofenfilm und im mehrfach ausgezeichneten Psychothriller Das Experiment (2001). Für seine Hauptrollen in den Fernsehfilmen Hat er Arbeit? und Liebe und Verrat war er 2002 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. 2005 erhielt er den Hessischen Fernsehpreis als Ensemblemitglied des Filmes Die Konferenz sowie einen Preis als bester Schauspieler auf dem Filmfestival Málaga für Christian Alvarts Antikörper, seine erste tragende Kino-Hauptrolle. Im Kino war Möhring auch in den erfolgreichen Filmen Soul Kitchen von Fatih Akin (2009) sowie Männerherzen (2009) und dem Nachfolger Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe (2011) von Simon Verhoeven zu sehen. Eine weitere Hauptfigur spielte er in der Komödie Mann tut was Mann kann (2012) von Marc Rothemund, mit dem er bereits zehn Jahre zuvor für das Fernsehdrama Die Hoffnung stirbt zuletzt (2002) gearbeitet hatte. 2013 lief die Tragikomödie Das Leben ist nichts für Feiglinge (Regie: André Erkau) in den Kinos an; Hauptdarsteller Möhring verhalf dem Film zu einem neuen Verleih und wurde als Executive Producer geführt.[4]

Zahlreiche Auszeichnungen erhielten die ARD-Fernsehproduktionen Homevideo und Der letzte schöne Tag (beide 2011), in denen Möhring Hauptrollen spielte. Für die Rolle in Der letzte schöne Tag als Familienvater, der mit dem Freitod seiner Frau fertigwerden muss, wurde er für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert und bekam den Deutschen Fernsehpreis 2012 als bester Schauspieler und den Grimme-Preis 2013. Für die Darstellung eines Vergewaltigers in Brigitte Berteles Drama Der Brand wurde er beim Filmfestival Thessaloniki ebenfalls als bester Schauspieler geehrt. Der Kurzfilm Raju des Regisseurs Max Zähle, in dem Möhring die Hauptfigur spielte, wurde 2011 mit dem Student Academy Award ausgezeichnet und 2012 für den Oscar nominiert. Im Juli 2012 gab der NDR bekannt, dass Möhring als neuer Tatort-Kommissar engagiert wurde.[5] Seit 2013 ermittelt er als Kriminalhauptkommissar der Bundespolizei Thorsten Falke in Norddeutschland, zunächst zusammen mit Petra Schmidt-Schaller und seit 2016 mit Franziska Weisz. Davor war Möhring bereits in vier Tatort-Folgen aufgetreten, zumeist als Verdächtiger. Für den Tatort der ARD musste er seine Rolle als Ermittler in der ZDF-Krimireihe Stralsund aufgeben, die er seit 2010 viermal verkörpert hatte.[6]

Möhring war zehn Jahre mit der Kamerafrau Anna Theis liiert, mit der er drei Kinder hat. Das Paar, das zusammen in Köln lebte, trennte sich Anfang 2014.[7]

Im Jahr 2016 spielte er in dem vom RTL produzierten Dreiteiler Winnetou – Der Mythos lebt nach Karl Mays Winnetou die Rolle von Old Shatterhand an der Seite von Nik Xhelilaj als Winnetou.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preisträger Wotan Wilke Möhring beim Deutschen Fernsehpreis 2012
  • 2002: Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Schauspieler in einer Hauptrolle – Fernsehfilm“ für Hat er Arbeit? und Liebe und Verrat
  • 2004: Nominierung für den New Faces Award in der Kategorie „Bester Nachwuchsschauspieler“ für Eierdiebe
  • 2005: Hessischer Fernsehpreis als Ensemblemitglied des Filmes Die Konferenz
  • 2005: Preis in der Kategorie „Bester Schauspieler“ auf dem spanischen Filmfestival Festival de Cine Espanol de Málaga für Antikörper
  • 2011: Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Fernsehfilm“ für Homevideo, zusammen mit Jonas Nay stellvertretend für das Schauspielensemble
  • 2011: Bambi für das Ensemble von Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe
  • 2011: Auszeichnung als Bester Schauspieler, Internationales Filmfestival Thessaloniki für die Rolle in Der Brand
  • 2012: Nominierung für den Bayerischen Fernsehpreis als bester Schauspieler für Der letzte schöne Tag
  • 2012: Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Schauspieler“ für Der letzte schöne Tag
  • 2013: Grimme-Preis für Der letzte schöne Tag
  • 2014: Jupiter in der Kategorie „Bester deutscher Darsteller“ für Das Leben ist nichts für Feiglinge
  • 2017: Goldene Kamera in der Kategorie Bester deutscher Schauspieler

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wotan Wilke Möhring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Kalitschke: „Ich bin ein Rebell!“: Wotan Wilke Möhring über den Tatort, Dittmanns Skate-Aid-Projekt – und Münster, Westfälische Nachrichten, 15. November 2012
  2. Interview bei Filmreporter.de vom 10. Oktober 2012, abgerufen am 18. Oktober 2012
  3. Möhring in Wetten, dass..? am 6. Oktober 2012 (ZDF)
  4. Volker Bleeck: Einer mit Herz. Wotan Wilke Möhring im Portrait, tvspielfilm.de, abgerufen am 11. Februar 2014
  5. Noch ein „Tatort“-Kommissar für Hamburg. In: Stern.de vom 9. Juli 2012
  6. Möhring muss „Stralsund“ für „Tatort“ aufgeben. In: DWDL.de vom 6. Juni 2013
  7. „Tatort“-Star Möhring trennt sich nach zehn Jahren, focus.de vom 10. Februar 2014

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilke ist der zweite Vorname, nicht der erste Nachname. Vgl. Volker Bleeck: Wotan Wilke Möhring im Portrait – Einer mit Herz. In: tvspielfilm.de, abgerufen am 30. März 2015.