Bildungsstätte Anne Frank

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Die Bildungsstätte Anne Frank (ehemals Jugendbegegnungsstätte Anne Frank) ist ein Bildungszentrum in Frankfurt am Main, der Geburtsstadt Anne Franks. Sie wird vom Anne-Frank-Fonds in Basel unterstützt. Aufgabe der Einrichtung ist es Jugendlichen und Erwachsenen eine Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und ihren vielfältigen Bezügen zur Gegenwart zu bieten. Ein weiterer Schwerpunkt der Bildungsstätte ist die Menschenrechtsbildung und die Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, sozialem Status und Lebensweise.

Ausgangs- und Bezugspunkt der Arbeit bilden die Biografie und das Tagebuch der Anne Frank.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee einer Jugendbegegnungsstätte in Frankfurt hat eine lange Vorgeschichte. Bereits um 1950 äußerte Anne Franks Vater Otto den Wunsch nach einer Begegnungsstätte in Anne Franks Namen. Doch erst durch die Ausstellung Anne aus Frankfurt. Leben und Lebenswelt Anne Franks des Historischen Museums Frankfurt 1991 und das Projekt Spurensuche Anne Frank in den Jahren 1993/1994 wurde die Umsetzung konkret. 1994 wurde dazu der Verein Jugendbegegnungsstätte Anne Frank e.V. gegründet. Parallel schlossen sich an dem Spurensuche-Projekt beteiligte Lehrer und Lehrerinnen und Eltern im Stadtteil Dornbusch zu einer Bürgerinitiative zusammen, um sich für die Gründung einer Jugendbegegnungsstätte einzusetzen. Am 15. Juni 1997 wurde die Jugendbegegnungsstätte Anne Frank im ehemaligen Haus der Jugend, unweit von Anne Franks früheren Wohnort, eröffnet. 2003 wurde die neue, multimediale Ausstellung Anne Frank. Ein Mädchen aus Deutschland eröffnet, die gemeinsam mit dem Anne-Frank-Haus (Amsterdam) und dem Anne Frank Zentrum (Berlin) entwickelt und produziert wurde.

2013 wurde die Jugendbegegnungsstätte in Bildungsstätte Anne Frank umbenannt. Die Namensänderung markiert, dass die Institution neben der Jugendarbeit auf vielen weiteren Feldern aktiv ist.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der seit 2003 bestehenden multimedialen und interaktiven Dauerausstellung Anne Frank. Ein Mädchen aus Deutschland haben Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit, sich nach ihren eigenen Interessen die Biographie Anne Franks und die Geschichte des Nationalsozialismus zu erschließen und „Schichten der Geschichte“ zu entdecken. Weitere Themenschwerpunkte sind die Geschichte der Familie Frank und jüdisches Leben in Frankfurt am Main.

Im Mai 2014 wurde das mobile Lernlabor Mensch, Du hast Recht(e)! zu Rassismus, Diskriminierung und Menschenrechten im Hessischen Sozialministerium eröffnet. Seitdem ist die innovative Wanderausstellung auf Tour durch den ländlichen Raum, um Jugendliche vor Ort für Rassismus und Diskriminierung in ihrem direkten Umfeld zu sensibilisieren und sie mit den Menschenrechten vertraut zu machen.

Seit 2012 zeigt die Bildungsstätte Anne Frank regelmäßig Sonderausstellungen: Mit Omid ist mein Name – und der steht für Hoffnung (März – Oktober 2012) wurden etwa Erinnerungsstücke an Verfolgung und Flucht in Iran der 80er Jahre präsentiert. Mit Homestory Deutschland erhielt die Ausstellung zu Schwarzen Biographien in Geschichte und Gegenwart der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) einen Platz in der Frankfurter Museumslandschaft (Februar bis Juni 2014).

Weitere Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bildungsstätte Anne Frank bietet ein umfassendes pädagogisches Programm, das sich sowohl an Jugendliche als auch Erwachsene richtet: In Seminaren, Trainings und Workshops werden sowohl historische als auch aktuelle Themen wie Rechtsextremismus, Mediation oder Zivilcourage behandelt. Zudem werden Fortbildungen für Multiplikatoren sowie Gespräche mit Zeitzeugen und Austauschprogramme angeboten. Die Bildungsstätte veranstaltet zusammen mit der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ), dem Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin und dem Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer-Instituts und des Jüdischen Museum Frankfurt die Tagungsreihe Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 50° 8′ 11,1″ N, 8° 40′ 7,1″ O