Birkenspanner

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Birkenspanner
Birkenspanner (Biston betularia)

Birkenspanner (Biston betularia)

Systematik
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Spanner (Geometridae)
Unterfamilie: Ennominae
Tribus: Bistonini
Gattung: Biston
Art: Birkenspanner
Wissenschaftlicher Name
Biston betularia
(Linnaeus, 1758)
Dunkle Form des Birkenspanners (Biston betularia f. carbonaria)
Paarung der beiden Morphen
Raupen des Birkenspanners in braun und grün

Der Birkenspanner (Biston betularia) ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Spanner (Geometridae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Birkenspanner ist von weißer Grundfärbung mit schwarzer Zeichnung und dadurch besonders im Geäst einer Birke gut getarnt. Das nachtaktive Insekt kann eine Flügelspannweite von bis zu 55 Millimetern erreichen.

Ähnliche Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Ostasien, Zentralasien und Transkaukasien sind verschiedene Unterarten bekannt.

Formen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Biston betularia f. carbonaria: Die Theorie, dass in Gebieten Englands mit starker Verrußung und dadurch dunkleren, flechtenarmen Birkenstämmen die dunkle Form überwiegt („Industriemelanismus“) ist umstritten.

Flugzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art bildet pro Jahr eine Generation, die von Mai bis August fliegt.

Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Birkenspanner bewohnt unter anderem Auen-, Bruch- und Laubmischwälder und die angrenzenden gebüschreichen Randzonen. Auch in bewirtschaftetem oder aufgelassenem Kulturland einschließlich der dicht bebauten Siedlungsräume kann er beobachtet werden.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art ernährt sich ausgesprochen polyphag, die Eier legt der Schmetterling an den Blättern von Laubhölzern, meistens Pappel (Populus spec.), Birke (Betula spec.), Weiden (Salix spec.) oder Eiche (Quercus spec.) ab. Ebert listet allein für Baden-Württemberg 45 verschiedene Pflanzenarten.[1] Die grüne bis bräunliche Raupe ernährt sich von den Blättern. Die Verpuppung geschieht in der Erde.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Birkenspanners reicht von der Iberischen Halbinsel durch ganz Europa sowie über die gemäßigten Zonen Ostasiens. Die Nord-Süd-Verbreitung erstreckt sich vom Mittelmeerraum und Kleinasien bis ins mittlere Fennoskandien. Der Birkenspanner ist auch in Nordamerika verbreitet.[1]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Birkenspanner gibt es zwei unterschiedliche Formen: Eine mit dunklen und eine mit hellen Flügeln. Für die Färbung des dunklen Birkenspanners ist ein dominant wirkendes Allel zuständig, welches für die Produktion des Farbstoffes Melanin verantwortlich ist. Aufgrund der dunklen Färbung ist der Birkenspanner auf der von Flechten bedeckten Birkenrinde sehr auffällig; der Spanner mit den hellen Flügeln hingegen nicht. Aus diesem Grund war der dunkle Birkenspanner früher sehr selten – Vögel konnten ihn leicht erbeuten.

Mit der Ausdehnung der Industriereviere veränderten sich die Umweltbedingungen. Die Flechten auf der Birkenrinde starben aus, weil sich auf dieser Rußpartikel der Industrieanlagen absetzten. Als Folge dessen breitete sich der dunkle gefärbte Birkenspanner häufiger aus: Da er auf der dunklen Birkenrinde gut getarnt war, konnten Vögel ihn nicht mehr so leicht fressen. Dieser Effekt wird als Industriemelanismus bezeichnet.

Unter dem Einfluss der vorherrschenden Westwinde in den ländlichen Regionen Großbritanniens und Irlands ist die Luft in diesen Gebieten wesentlich sauberer. Deshalb finden sich dort auch mehr hell gefärbte Birkenspanner als dunkel gefärbte. Zusätzlich führten Filteranlagen in den letzten Jahren zum Rückgang der Rußpartikel in der Luft. Helle Birkenrinde wird also wieder häufiger und somit ändert sich auch der Selektionsdruck: Hell gefärbte Birkenspanner sind wieder im Vorteil und breiten sich dementsprechend erfolgreicher aus. [2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Günter Ebert, Daniel Bartsch, Armin Becher, Stefan Hafner: Die Schmetterlinge Baden Württembergs Band 9 (Spanner (Geometridae) 2. Teil), Nachtfalter VII. Ulmer Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-800-13279-6.
  2. Ulrich Weber (Hrsg.): Biologie Oberstufe. 2. Auflage. Cornelsen Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-464-17183-7, S. 250.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten. Ein Feldführer der europäischen Insekten. Aus dem Englischen von Irmgard Jung. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2004, ISBN 3-440-09969-5.
  • Ursula Stichmann-Marny (Hrsg.): Der neue Kosmos Tier- und Pflanzenführer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08847-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Birkenspanner – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Birkenspanner – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen