Birkenwald

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Dieser Artikel beschreibt die französische Ortschaft. Siehe auch: Birkenwald, deutscher Name von Březová u Zlína, Tschechien, Birkenwalde bzw. Birkenwäldchen.
Birkenwald
Wappen von Birkenwald
Birkenwald (Frankreich)
Birkenwald
Gemeinde Sommerau
Region Grand Est
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Koordinaten 48° 40′ N, 7° 21′ OKoordinaten: 48° 40′ N, 7° 21′ O
Postleitzahl 67440
ehemaliger INSEE-Code 67041
Status commune déléguée

Ehemaliges Mairie- und Schulgebäude

Birkenwald ist eine ehemalige Gemeinde mit zuletzt 283 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im elsässischen Département Bas-Rhin in der Region Grand Est in Frankreich. Sie war ein Mitglied der Communauté de communes de la Sommerau und wurde per 1. Januar 2016 mit Allenwiller, Salenthal und Singrist zur neuen Gemeinde Sommerau zusammengelegt.

Birkenwald liegt am Rand der Nordvogesen. Die Nachbargemeinden sind Dimbsthal und Salenthal im Nordosten, Allenwiller im Osten, Wangenbourg-Engenthal im Südosten und Hengwiller im Nordwesten. Im Süden wird das Straßendorf von einem Wald abgegrenzt.

Schloss Birkenwald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Birkenwald, Parkansicht

Im Ortszentrum befindet sich das Schloss Birkenwald. Die Grundmauern wurden um 800 errichtet. Durch einen Brief vom 17. Februar 893 hatte die Kaiserin Richardis, die Gründerin der Abtei Andlau, diesem Stift gewisse Erbgüter abgetreten, die sie sich in den Vogesen vorbehalten hatte, darunter vor allem Birkenwald oder viel mehr Bürckwald, wie es damals hieß. Die Äbtissinnen von Andlau überließen Bürckwald Rittern des Landes als Lehen. 1562 baute Nikolaus Jakob von Ingenheim das Schloss in seiner heutigen Gestalt. Das Datum des Wiederaufbaues ist auf einem Tor an der Nordseite zu lesen. Das Schloss ging durch viele Hände, auch durch diejenigen französischer Adeliger, die ihrem Familiennamen den „von Birkenwald“ hinzufügten, lange bevor noch das Elsass offiziell zu Frankreich gehörte. Das Schloss gehörte nach der französischen Revolution einige Jahre einem Mitglied der Familie Grimaldi-Monaco, der Adjutant von Napoleon war, sowie einem Mitglied der Familie von Dortal.[1] In seiner Jugend verbrachte Charles de Foucauld, der mit den damaligen Besitzern verwandt war, oft seine Ferien im Schloss. Heute ist das Schloss in privatem Besitz.

Wappen am Schloss

Das Wappen derer von Birkenwald hat folgende Gestalt:

Blau mit einem silbernen Winkel, weist oben im Schild zwei goldene Tannenzapfen, die von einem gemeinsamen Stiel ausgehend, sich nach beiden Seiten neigen, und unten einen schreitenden goldenen Bären auf. Über dem Schild eine Grafenkrone.

Die Handlung des Jugendbuches Der goldene Armreif von Serge Dalens (fr) spielt zum überwiegenden Teil im Schloss Birkenwald. Das Buch war ein Bestseller mit Millionenauflage und veranlasst noch heute viele Leser, das Schloss Birkenwald zu besuchen.

Sonstige Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Dorfschule und die Gemeindeverwaltung sind im selben Haus untergebracht.
  • Kapelle Notre-Dame
  • Kirche Saint-Louis

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
225 232 217 208 228 253 281 285

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dalens, Serge: Der goldene Armreif. Alsatia, Colmar, 1948
  • Société d’Histoire et d’Archéologie de Saverne et Environs (Hrsg): Pays d’Alsace Cahier N°215b. Darin: La Seigneurie de Birkenwald von Abbé Robert Metzger. ISSN 0245-8411
  • Société d’Histoire et d’Archéologie de Saverne et Environs (Hrsg): Du Chateau de Birkenwald aux Rochers du Schneeberg von Joseph Wetta. Bulletins trimestriels, Cahier 40, IV/1962.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Birkenwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Felix Wolff: Elsässisches Burgen-Lexikon. Verzeichnis der Burgen und Schlösser im Elsass. Weidlich, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-8035-1008-2.