Blaugurke

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Blaugurke
Decaisneafargesii.jpg

Blaugurke (Decaisnea fargesii)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Fingerfruchtgewächse (Lardizabalaceae)
Gattung: Decaisnea
Art: Blaugurke
Wissenschaftlicher Name
Decaisnea fargesii
Franch.

Die Blaugurke (Decaisnea fargesii), auch Blauschote oder Blauschotenstrauch genannt, ist eine in den Bergwäldern Westchinas und Tibet (bis 3000 Hm) und in Nepal[1] beheimatete, strauchartige Pflanze aus der Familie der Fingerfruchtgewächse (Lardizabalaceae).

Der Name der Gattung Decaisnea erinnert an Joseph Decaisne (1807–1882), einen belgisch-französischen Botaniker und Agronomen (und ersten Bearbeiter der Familie), und das Epitheton an Paul Farges (1844–1912), einen französischen Missionar und Pflanzensammler in China. Dort heißt die Pflanze chinesisch 猫屎瓜, Pinyin māo shǐ guā ‚Katzenkotgurke‘.

Illustration von Decaisnea insignis
Blüten
Geöffnete Frucht
Reife Früchte am Busch

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bis ca. −20  °C frosttolerante, laubabwerfende Strauch (Zone 5) erreicht Wuchshöhen bis 3–4 Meter und bildet im Alter eine schirmartige Krone aus.

Die länger gestielten Laubblätter sind unpaarig gefiedert und bis 0,6–1 Meter lang. Es sind bis etwa 9–21, ganzrandige, eiförmige bis - längliche, seltener verkehrt-eiförmige und spitze bis zugespitzte, leicht ledrige, oberseits kahle Blättchen ausgebildet. Die Blättchen sind 5–14 Zentimeter lang. Die entfernt stehenden Seitenblättchen sind nur kurz gestielt, das Endblättchen länger. Die Herbstfärbung ist gelb, die jungen Blätter sind rötlich. Die Nervatur ist gefiedert und oberseits reliefartig eingeprägt.

Die Blaugurke ist einhäusig gemischgeschlechtlich monözisch. Die hängenden Blüten sind funktionell eingeschlechtlich, mit einfacher Blütenhülle, die Kronblätter fehlen. Blütezeit ist April bis Mai, die Blüten sind glockenförmig und gelb-grünlich gefärbt. Die gestielten Blüten stehen in kahlen, endständigen oft hängenden und etwa 25–35 Zentimeter langen oder längeren Trauben zusammen. Bei den Blüten sind jeweils Tragblätter vorhanden. Die 6 feinhaarigen Kelchblätter, in zwei ungleichen Kreisen, sind eilanzettlich. Es sind 6 röhrig verwachsene Staubblätter oder freie, kürzere Staminodien mit Antheroden um den Fruchtknoten und 3 freie, oberständige Stempel oder kürzere Pistillode in der Staubblattröhre vorhanden. Die Antheren oder Antheroden tragen oben spitze Anhängsel.

Die blauen bis purpurfarbenen, länglichen, zylindrischen, etwas aufgetriebenen und ledrigen, vielsamigen sowie bespitzten, bis etwa 5–10 Zentimeter langen und etwa 2 Zentimeter dicken Balgfrüchte reifen vom September bis Oktober. Die dickschaligen Früchte sind weichlich, mehr oder weniger gerade oder leicht gebogen und wärzlich-noppig, sie stehen in einer Sammelbalgfrucht bis zu dritt zusammen oder erscheinen einzeln. Die vielen schwarz-violetten und glatten, abgeflachten Samen liegen in zwei Reihen in einer weißlichen, schleimig-gelatinösen, durchscheinenden und klebrigen, essbaren und leicht süßlichen Pulpe. Die Samen sind etwa 8–10 Millimeter groß.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Bergwäldern Westchinas werden die Früchte gesammelt und der gelatinöse Fruchtinhalt wird frisch verzehrt.

Die Pflanze mit dem interessanten Fruchtschmuck fällt als Ziergehölz in Parkanlagen besonders im Herbst nach dem Laubfall auf.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marilena Idžojtić: Dendrology. Academic Press, 2018, ISBN 978-0-444-64175-5, S. 233.
  • Maarten J. M. Christenhusz: An Overview of Lardizabalaceae. In: Curtis’s Botanical Magazine. 29(3), 2012, S. 235–276, online (PDF).
  • Journal de Botanique. Tome VI, 1892, S. 234 f, archive.org.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Blaugurke (Decaisnea insignis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Decaisnea fargesii im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 28. Januar 2017.
  2. Dericks-Tan, Vollbrecht: Auf den Spuren der Wildfrüchte in Europa. Abadi-Verlag 2009, ISBN 978-3-00-021129-4, S. 52–53.