Brüsenhagen

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Koordinaten: 53° 1′ 53″ N, 12° 18′ 59″ O

Brüsenhagen
Gemeinde Gumtow
Höhe: 49 m ü. NHN
Eingemeindung: 30. Juni 2002
Postleitzahl: 16866
Vorwahl: 033976
Südwestlicher Ortseingang
Südwestlicher Ortseingang

Brüsenhagen ist ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Vehlow der Gemeinde Gumtow im Landkreis Prignitz in Brandenburg.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brüsenhagen liegt im Nordwesten des Bundeslandes Brandenburg, dort im Südosten des Kreises Perleberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostsüdöstlich unweit des Ortes findet sich ein slawischer Burgwall mit dazugehöriger Vorburgsiedlung.

[2][3]

Der Ort wurde erstmals 1333 als Brusenhagen urkundlich erwähnt, später unter anderem auch als Briesenhagen oder Breusenhagen verzeichnet. Zu Brüsenhagen gehören Kreuzkrug (an der heutigen B 103 gelegen) sowie dahinter Brüsenhagen-Berg.

Baugeschichtlich handelt es sich um ein Sackgassendorf mit Kirche am Ende. Ursprünglich gehörte das Dorf zur Herrschaft des Markgrafen Ludwig von Brandenburg, welcher es 1343 verpfändete. Nach mehreren Besitzwechseln erfolgte 1424 eine Teilung der Herrschaft. Eine Hälfte fiel an die Familie von Blumenthal zu Vehlow (bis 1839), deren vermutlich prominentester Spross der römisch-katholische Bischof Georg von Blumenthal (1490–1550) ist. Die andere Hälfte ging an die Familie von Klitzing zu Demerthin (bis 1872), deren Familiensitz, Schloss Demerthin, als gut erhaltenes Renaissanceschloss noch heute zu bewundern ist.

Für das Jahr 1907 werden für Brüsenhagen ein Gutsbesitzer mit rund hundertfünfzig Hektar Land, sechs bürgerliche Güter mit dreißig bis knapp neunzig Hektar Land, zwei Landwirte mit jeweils zehn Hektar sowie sechs Landeigentümer, ein Gastwirt, ein Mühlenbesitzer, ein Lehrer, drei Altenteiler und zwei Rentner verzeichnet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden im Jahre 1946 357,50 ha Gutsland enteignet und an 26 Neubauern verteilt. 1958 wurde die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft „Frohe Zukunft“ (Typ I) gegründet. Zwei Jahre später die zweite LPG „Bergauf“ (Typ I). Im Jahr darauf wurde die LPG „Bergauf“ mit der LPG „Max Riemann“ (Typ III) in Vehlow zusammengelegt, 1968 folgte ihr die LPG „Frohe Zukunft“.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. Juni 2002 wurde Brüsenhagen als Ortsteil von Vehlow nach Gumtow eingemeindet.[4] Im Jahre 1968 war Brüsenhagen nach Vehlow eingemeindet worden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordwestansicht der Reste der Dorfkirche

Kirche[5][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die denkmalgeschützte Fachwerkkirche[6] ist der Portalinschrift zufolge dem Jahre 1678 zuzuordnen: „DEIN GÖTTLICHES WORT DEIN HELLES LICHT / UNS ABER VATER AUSLÖSCHE NICHT 1678“. Sie ist demnach ein barocker Holzkirchenbau mit putzfreier, gemusterter Ausfachung, dessen polygonaler Ostschluss (das Schiff) in den Jahren 1972 und folgend aufgrund von Baufälligkeit abgetragen wurde. Der Restturm mit einem bretterverkleideten Fachwerk am Westende ist erhalten.

Das Inventar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wertvolle „Achatiusaltar“, ein gotischer Flügelaltar, befindet sich seit 1978 in der Pfarrkirche St. Marien zu Kyritz. Zum Zwecke der Restaurierung wurde er der dortigen Kirchengemeinde übereignet. Erhalten sind ferner zwei Schnitzfiguren vom Anfang des 16. Jahrhunderts, Anna selbdritt darstellend, sowie Jünger-Darstellungen und Gebotstafeln aus dem Kirchenschiff. Die verbleibende Glocke von zweien im Turm geht laut Inschrift zurück auf einen Guss von 1726. Sie wurde im Auftrag der Kirchengemeinde 1852 von Klagemann in Berlin umgegossen.

Kirchengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1333 Mutterkirche, 1541 Tochterkirche von Vehlow / Inspektion bzw. Kirchenkreis Kyritz (das Pfarrhaus war 1541 bereits verfallen), seit 1968 Kyritz-Wusterhausen. 1974 wurde Brüsenhagen aus dem Pfarrsprengel Vehlow ausgegliedert und mit dem Pfarrsprengel Wutike dauerhaft verbunden. Letzter Kirchenpatron war bis 1945 Dr. von Blumenthal.

Öffentliches Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben drei landwirtschaftlichen Betrieben sind nach der Aufgabe der Mühle, der Schule sowie der Gaststätte im Ortskern vor allem die Restkirche unter Denkmalschutz. Eine alte Linde ist als Naturdenkmal ortsbildprägend. Ein jährlich wiederkehrendes und brütendes Storchenpaar hat in unmittelbarer Nähe sein Nest.

Einmal im Monat wird im Raum unterm Kirchturm regulär Gottesdienst abgehalten.

Im Jahre 2007 wurde ein großes Brüsenhagen-Fest im Dorf gefeiert, zu welchem über 200 Brüsenhagener und Ehemalige zusammenfanden.

Seit 2010 ist der Förderverein „Kirche in Brüsenhagen e. V.“ um den Erhalt des Kirchturms bemüht. Es werden hierfür Kirchturmfeste, Konzerte und Lesungen organisiert. Seit 2014 findet im Kirchturm die feierliche Bekanntgabe der Preisträger des „Literaturpreis Nordost“ mitsamt Autorenlesung statt.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – A–M. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-032-6, S. 106 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brüsenhagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Gumtow – Bewohnte Gemeindeteile – Wohnplätze. In: service.brandenburg.de. Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg, abgerufen am 29. Dezember 2015.
  2. Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Hermann Böhlaus Nachf., Weimar 1997.
  3. Brandenburgisches Namenbuch, Teil 6: Die Ortsnamen der Prignitz, Hermann Böhlaus Nachf., Weimar 1989.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002, abgerufen am 24. Februar 2015.
  5. Kirchengemeinde Brüsenhagen im Kirchenkreis Kyritz Wusterhausen, abgerufen am 24. Februar 2015.
  6. Denkmalliste des Landes Brandenburg, abgerufen am 24. Februar 2015.
  7. Webseite des Literaturpreises Nordost, abgerufen am 4. März 2015.