Brady W. Dougan

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Brady Dougan im Mai 2009 am 39. St. Gallen Symposium

Brady William Dougan[1] (* 30. August 1959 in Urbana, Illinois[2]) ist ein US-amerikanischer Bankmanager. Von 2007 bis 2015 war er Vorsitzender der Geschäftsleitung (CEO) der Schweizer Großbank Credit Suisse.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dougan studierte Wirtschaftswissenschaft an der Universität Chicago und schloss 1982 mit einem Master of Business Administration in Finanzwesen ab. Er begann als Manager im Derivatgeschäft der Bankers Trust Co. und kam 1990 zur Credit Suisse First Boston. Später wurde er Leiter der Region Americas der Credit Suisse (CS). Ab Juli 2004 leitete er das Investment Banking der Credit Suisse, von Mai 2007 bis Juli 2015 war er Chief Executive Officer (CEO) der Credit Suisse als Nachfolger von Oswald Grübel. Mit seinem im Frühling 2010 erhaltenen Bonus in Aktien im Gegenwert von 70,9 Millionen Schweizer Franken, der aus einem fünfjährigen Mitarbeiterbeteiligungsplan aus dem Jahr 2004/2005 stammt, sowie einem Grundsalär von 1,3 Millionen Franken und einem Bonus von 17,9 Millionen Franken für das Jahr 2009, gilt Dougan mit einer Gesamtentlöhnung von 90,1[3] Millionen Franken für 2009 als der bestbezahlte Bankmanager Europas.[4] Sein Vermögen wurde 2014 vom Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz auf 125 Millionen Franken geschätzt.[5]

Als Folge der Finanzkrise von 2008 wollte die Credit Suisse in den darauffolgenden Jahren bis 30 % des Schweizer Geschäftes an die Börse bringen. In dieser Zeit scheiterte Dougans Strategie, die Credit Suisse blutete kapitalmässig aus.[6]

Dougan ist seit 2005 Verwaltungsratsmitglied (Board of Directors) des US-amerikanischen Biotechnologieunternehmens Humacyte Inc.[7] Des Weiteren ist er Mitglied im Stiftungsrat (Board of Trustees) der Universität Chicago und Director in der Barbara Dougan Foundation.[8]

Im März 2015 wurde bekannt, dass Tidjane Thiam, bisheriger Chef des britischen Versicherungskonzerns Prudential plc, Dougans Nachfolge bei der Credit Suisse auf Anfang Juli 2015 antreten wird.[9]

Dougan ist mit einer Professorin für Biomedizin[10] der Yale University verheiratet und Vater eines Sohnes und einer Tochter aus erster Ehe. Er ist regelmäßiger Jogger und nimmt an Marathonläufen teil.[11] Er lebt in Greenwich, Connecticut, in den Vereinigten Staaten.[10][12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brady William Dougan from zip code 06831. (Memento vom 4. Mai 2014 im Internet Archive) In: watchdog.net, abgerufen am 27. September 2011
  2. Jonas Dowen: Banker mit Verantwortung. (Memento vom 28. August 2011 im Internet Archive) In: die bank 4/2011
  3. Brady Dougan erhält 71 Millionen Franken. In: cash vom 31. März 2010
  4. 18-Millionen-Bonus für CS-Chef Dougan. (Memento vom 29. Juli 2012 im Webarchiv archive.is) In: DRS 4 News vom 25. März 2010
  5. Die 300 Reichsten 2014: Brady Dougan. In: Bilanz, abgerufen am 1. Juli 2015
  6. Claude Baumann: Feuerprobe am Paradeplatz. In: Weltwoche Ausgabe 44/2016. 3. November 2016, abgerufen am 18. November 2016.
  7. Board of Directors. Abgerufen am 4. Juni 2013
  8. Brady W. Dougan (Memento vom 1. Juli 2015 im Internet Archive) auf der Website der Credit Suisse (Archiv-Version)
  9. Credit Suisse tauscht Chef aus. (Memento vom 12. März 2015 im Internet Archive) In: tagesschau.de vom 10. März 2015
  10. a b Erik Nolmans: Machtnetz von Brady Dougan: Comeback-Kid. In: Bilanz 22/2012 vom 9. Dezember 2012
  11. Christian Dorer, Andreas Schaffner: «Es bringt nichts, zu jammern». (Memento vom 30. April 2012 auf WebCite) Interview in: Aargauer Zeitung vom 30. April 2012 (Archiv-Version)
  12. Arthur Rutishauser: «Die Occupy-Bewegung hat sehr berechtigte Anliegen». Interview in: Tages-Anzeiger vom 27. Dezember 2011