St. Gallen Symposium

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St. Gallen Symposium
St Gallen Symposium Logo.svg
Typ Internationale Dialogplattform
Gründer Clemens Ernst Brenninkmeyer, Franz Karl Kriegler, Urs Schneider, Wolfgang Schürer, Terje I. Wølner–Hanssen
Gründung Februar 1970
Sitz Dufourstrasse 83, St. Gallen, Schweiz
Ursprung 68er-Proteste
Aktionsraum Weltweit tätig
Schwerpunkt generationenübergreifender Dialog
Freiwillige rund 300
Angestellte 7
Mitglieder rund 30
Website www.symposium.org

Das St. Gallen Symposium, vormals Internationales Management Symposium respektive ISC-Symposium, ist eine seit 1970 jährlich an der Universität St. Gallen (HSG) in St. Gallen, Schweiz, stattfindende Konferenz, die den interkulturellen und generationenübergreifenden Dialog zwischen den Führungskräften von heute und jenen von morgen fördern soll. Selbsterklärtes Ziel ist es, einen Beitrag zur Erhaltung und Weiterentwicklung einer liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zu leisten.

Das als Alternative zu den internationalen Studentenprotesten der 68er-Bewegung gegründete St. Gallen Symposium wird jedes Jahr durch das International Students' Committee (ISC), einem studentischen Verein an der Universität St. Gallen, organisiert.[1] Mit heute jeweils über 1.000 Teilnehmenden aus über 70 Nationen, darunter in vergangenen Jahren Josef Ackermann, Mohammad Chātami, Bob Dudley, Christine Lagarde, Giorgos Papandreou, Jean-Claude Trichet oder Ratan Tata, zählt die Veranstaltungen zu den grössten und bedeutendsten studentisch organisierten Veranstaltungen der Welt.[2][3]

Zielsetzung[Bearbeiten]

Luftaufnahme des Campus der Universität St. Gallen während des 41. St. Gallen Symposium

Das St. Gallen Symposium soll als Dialogplattform konstruktive Auseinandersetzungen zu aktuellen Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft ermöglichen.[4] Besondere Beachtung schenkt die Veranstaltung dem Dialog zwischen den Generationen, der geprägt von gegenseitigem Respekt und Vertrauen, auf Augenhöhe erfolgen soll. Hierfür werden gezielt ausgesuchte Studierende einerseits und Führungskräfte andererseits in kleinen Gruppen im persönlichen Rahmen zusammengeführt.[5]

Das Thema wird jedes Jahr bezogen auf die aktuellen Weltgeschehnisse neu gewählt. Dabei hat man sich auch zunehmend von der rein wirtschaftswissenschaftlichen Ausrichtung der ersten Jahre hin zu einem ganzheitlicheren Ansatz gewendet, was in den Themen wie The Revival of Political and Economic Boundaries 2009, Just Power 2011 und Facing Risk 2012 zum Ausdruck kommt.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Fünf Studierende der Universität St. Gallen – Clemens Ernst Brenninkmeyer, Franz Karl Kriegler, Urs Schneider, Wolfgang Schürer und Terje I. Wölner-Hanssen – gründeten im Februar 1970 als Alternative zu den damals stark präsenten internationalen Studentenprotesten im Rahmen der 68er-Bewegung das ISC, das seither das St. Gallen Symposium organisiert.[7] Die fünf Gründer stammen aus fünf verschiedenen Nationen – Deutschland, Norwegen, Niederlande, Österreich und Schweiz –, sodass die Wahl des Namens International Students' Committee nahe lag.[8] Am 30. Juni und 1. Juli 1970 konnte unter dem Titel "Internationales Management Gespräch" das erste Symposium an der Universität St. Gallen stattfinden, wobei je 100 Studierende und Führungskräfte teilnahmen.[9]

Erste Jahre[Bearbeiten]

Teilnehmer in einer Diskussion während einer Plenarveranstaltung des St. Gallen Symposium in der Aula der Universität St. Gallen

Am dritten Symposium im Jahre 1972 wurde die Club of Rome-Studie Limits to Growth präsentiert, die die weltweite Knappheit an Ölressourcen betonte.[10] Der weltweite konjunkturelle Einbruch aufgrund der Ölkrise sowie Probleme bei der Kontinuitätssicherung des studentischen Teams führten dazu, dass 1974 kein Symposium stattfinden konnte. Als Lehre aus der Krise wurde einerseits die St. Galler Stiftung für Internationale Studien, die die Kontinuitätssicherung zum Ziel hat, gegründet. Andererseits wurde der Fördererkreis, dessen Mitglieder das ISC über mehrere Jahre ideell finanziell unterstützen, ins Leben gerufen.[9] 1977 fand das St. Gallen Symposium mit einer Diskussionsrunde mit dem deutschen Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer und dem DGB-Vorsitzenden Heinz Oskar Vetter, kurz bevor ersterer entführt und ermordet wurde, Eingang in die Schlagzeilen.[11]

Die 1980er-Jahre[Bearbeiten]

Im Jahr 1986 konnte in Zusammenarbeit mit Hewlett-Packard Schweiz ein erstes IT-Konzept erstellt werden, was unter anderem dazu führte, dass das ISC als eine der ersten Institutionen der Schweiz über einen eigenen Server verfügte. Ein weiterer Einschnitt bedeutete die Einführung des St. Gallen Wings of Excellence Award im Jahr 1989, der heute zu den grössten Studierendenwettbewerben weltweit zählt. Über diesen Essaywettbewerb mussten sich die studentischen Teilnehmenden erstmals für die Teilnahme am St. Gallen Symposium qualifizieren. Den besten Autoren wird neben der Teilnahme am Symposium auch ein Preisgeld sowie eine Gelegenheit zur Vorstellung ihres Beitrags geboten (siehe unten).[1]

Neuorientierung seit 1995[Bearbeiten]

Kofi Annan an der Verleihung des Freiheitspreises der Max Schmidheiny-Stiftung

Seit Mitte der 90er-Jahre versucht das ISC das St. Gallen Symposium zunehmend internationaler auszurichten und die Qualität des Dialogs weiter zu erhöhen. Im Rahmen dieser Neuorientierung wurde ein neues Logo eingeführt und der Name von Internationales Management Symposium in ISC-Symposium geändert. Ebenfalls in diese Zeit fällt die finanzielle Unterstützung des Baus des Weiterbildungszentrums (WBZ) der Universität St. Gallen durch das ISC.

Die Jahrtausendwende stellte für das St. Gallen Symposium mit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 sowie den Terroranschlägen vom 11. September und der Pleite der Swissair – einer der damals wichtigsten Förderer – im darauffolgenden Jahr eine grosse Herausforderung dar.

Im Jahr 2002 wurde das ISC vom Bundesrat beauftragt, die internationale Föderalismuskonferenz an der Universität St. Gallen mit demselben Aufbau wie beim ISC-Symposium zu organisieren.[12]

Der heutige Namen, St.  Gallen Symposium, wurde im Jahr 2005 eingeführt. Im folgenden Jahr wurde dem ehemaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, der Freiheitspreis der Max Schmidheiny-Stiftung übergeben, der ihm als letzter Preisträger bereits 2003 verliehen wurde.[13]

In den Jahren 2008 bis 2010 fand das Symposium aufgrund des Umbaus der Universität St. Gallen grösstenteils in einer eigens aufgebauten Zeltstadt statt, während Einladungen anderer Universitäten, darunter der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, abgelehnt wurden.[14][15]

Für das 40. St. Gallen Symposium im Jahr 2010 erfolgte eine umfassende Neukonzeption, die den generationenübergreifenden Dialog stärken sollte. Die Dauer wurde um einen halben auf zwei Tage verkürzt, die Gruppe der Referenten um sogenannte Topic Leader ergänzt, die neu für die Moderation einzelner Veranstaltungen verantwortlich sind, und die Auswahl der studentischen Teilnehmenden um den sogenannten Knowledge Pool erweitert. Letzterer setzt sich aus Personen zusammen, die gezielt durch das ISC zum Symposium eingeladen werden, und soll so einen Gegenpol zum stark akademisch geprägten St. Gallen Wings of Excellence Award bieten.[16] Eine weitere Neuerung stellt der Global Perspectives Barometer dar, eine seither jährlich in Zusammenarbeit mit der Credit Suisse durchgeführte Umfrage unter aktuellen und ehemaligen studentischen Teilnehmenden zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen.[17]

Symposiumsablauf und Veranstaltungsformate[Bearbeiten]

Plenary Session am 41. St. Gallen Symposium mit Lord Griffith of Fforestfach

Das St. Gallen Symposium findet traditionell im Mai an zwei – früher drei – Tagen statt. Nur für einzelne Teilnehmergruppen und somit nicht Teil des offiziellen Programms ist der Mittwochabend vor dem eigentlichen Symposium, an dem einerseits ein Galadiner für die Mitglieder des Fördererkreises, andererseits die sogenannte Pre-Conference für die studentischen Teilnehmenden, stattfindet.[18] Das offizielle Programm erstreckt sich jeweils über einen Donnerstag und einen Freitag und umfasst sowohl Veranstaltungen im Plenum, sogenannte Plenary Sessions, als auch solche in kleineren, persönlicheren Gruppen, sogenannte Work Sessions, die den Kern des Symposiums darstellen:[19]

  • Die Plenary Sessions sollen die Teilnehmenden in grosse Themen einführen und kontroverse Fragestellungen aufwerfen, die in den Work Sessions vertieft werden können. Zu unterscheiden sind innerhalb der Plenary Sessions das One-on-One, wo zwei Personen ähnlich dem BBC HARDtalk aufeinandertreffen, das Keynote Panel, wo eine Diskussionsrunde zusammenkommt, sowie die Keynote Address, wo eine Person eine Rede hält.
  • Die jeweils rund 40 Work Sessions finden im kleinen Kreis von 25 bis 35 Teilnehmenden statt und sollen die Plenary Sessions in kleinerem, persönlicherem Rahmen vertiefen. Der Input kommt jeweils von einem Referenten, den grössten Teil der Work Sessions soll jedoch die von einem Topic Leader moderierte Diskussion einnehmen. Um eine möglichst offene Diskussion zu ermöglichen, gilt die Chatham House Rule.
  • Background Sessions, die nur in sehr kleiner Zahl stattfinden, sollen die Teilnehmenden in komplexe Sachverhalte und Theorien einführen, die mit dem jeweiligen Symposiumsthema nur im Hintergrund zu tun haben müssen.
  • Social Sessions schliesslich sollen die Möglichkeit bieten, den Dialog im informellen Rahmen weiterzuführen, beispielsweise bei Dinner Nights oder Lunches.

Die Veranstaltungen sind im Grundsatz nicht öffentlich. Eine kleine Anzahl ausgewählter Veranstaltungen – in der Vergangenheit üblicherweise zwei Background Sessions – sind jedoch öffentlich zugänglich. Darüber hinaus werden ausgewählte Veranstaltungen, meist Plenary Sessions, öffentlich zugänglich in das Audimax der Universität St. Gallen übertragen.[20] Schliesslich berichten jährlich über 100 Journalisten vom St. Gallen Symposium[21], was in der Vergangenheit unter anderem Reportagen vom Schweizer Fernsehen[22] und von CNBC[23] sowie die Interviewserie St. Galler Gespräche des Spiegels[24] beinhaltete.

Teilnehmende[Bearbeiten]

Nr. Thema Herausragende Referenten
35 Liberty, Trust and Responsibility Sheila Dikshit, Franz Fehrenbach, Gerd Leipold, Bernd Pischetsrieder, Jaap de Hoop Scheffer, Peter Wuffli [25]
36 Inspiring Europe Danuta Hübner, John Kornblum, Jan Kulczyk, Sergio Marchionne, Ulf Schneider, Peter Voser, Werner Wenning [26]
37 The Power of Natural Resources Gary Becker, Nikolaus von Bomhard, Fujio Chō, Mohammad Chātami, Julius Meinl, Naguib Sawiris, Jeroen van der Veer [27]
38 Global Capitalism - Local Values Heinz Fischer, Christoph Franz, Jeannot Krecké, Christine Lagarde, Michel Pébereau, Dieter Zetsche [28]
39 Revival of Political and Economic Boundaries Paul Achleitner, Robert Aumann, Brady W. Dougan, Mathias Döpfner, John Elkann, Toomas Hendrik Ilves, Tharman Shanmugaratnam, Boris Tadić [29]
40 Entrepreneurs - Agents of Change Josef Ackermann, Paul Bulcke, Niall Ferguson, Anthony Giddens, Jürgen Hambrecht, Morten Lund, Samih Sawiris [30]
41 Just Power Ribal al-Assad, Bob Dudley, Johan Galtung, Oswald Grübel, Yoshimasa Hayashi, Ayaan Hirsi Ali, Eberhard von Koerber, Jorma Ollila [31]
42 Facing Risk Yukiya Amano, Ulrich Beck, Sepp Blatter, Walter Kielholz, Kumi Naidoo, Giorgos Andrea Papandreou, Severin Schwan, Jean-Claude Trichet [32]
43 Rewarding Courage Ali Babacan, Sergio P. Ermotti, Laurence D. Fink, Douglas Flint, Christine Lagarde, Arif Naqvi, Mohamoud Ahmed Nur, Marcus Wallenberg [33]

Das St. Gallen Symposium teilt seine Teilnehmenden in die gleichberechtigten Gruppen Leaders of Today und Leaders of Tomorrow ein, die sich aber hinsichtlich der Rekrutierung unterscheiden.[17][34]

Unter dem Begriff Leaders of Today werden jährlich über 600 Führungspersonen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft eingeladen. Einordnen lassen sie sich in die Gruppen Teilnehmer aus dem Fördererkreis, zahlende Teilnehmer, Gäste, Referenten und Topic Leader. Aufgabe der Referenten ist es, mit ihren Referaten Diskussionen anzuregen, worin die ersten drei Gruppen ihre Erfahrungen einbringen können. Für die Moderation dieser Diskussionen sind die Topic Leader verantwortlich.[35]

Work Session am 41. St. Gallen Symposium mit Richard Armstrong von der Solomon R. Guggenheim Foundation

Der Begriff Leaders of Tomorrow umfasst jährlich 200 ausgewählte studentische Teilnehmer unter 30 Jahren, die an das St. Gallen Symposium eingeladen werden, wobei für alle ihre Ausgaben aufgekommen wird.[36] Die Qualifikation erfolgt entweder über den St. Gallen Wings of Excellence Award oder den Knowledge Pool.[37] Letztere Teilnehmergruppe wird gezielt durch das ISC aufgrund von Kriterien wie Themenbezug und bisheriger vollbrachter Leistungen in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft ausgewählt. Der Auswahlprozess wird von einem Advisory Board begleitet, dem Stephan Chambers, Victor Chu, Rekha Sethi und Dieter Thomä angehören. Den Leaders of Tomorrow soll mit dem St. Gallen Symposium eine Plattform geboten werden, an der sie auf Augenhöhe mit den Führungskräften von heute diskutieren können und diese auch herausfordern sollen, sodass neue Denk- und Lösungsansätze entstehen können.[38]

Preisverleihungen[Bearbeiten]

Jedes Jahr wird am St. Gallen Symposium der St. Gallen Wings of Excellence Award verliehen, wobei es sich um einen Essaywettbewerb handelt. Zwischen 1979 und 2003 war das St. Gallen Symposium ausserdem Plattform für die Verleihung des Freiheitspreises der Max Schmidheiny-Stiftung.

St. Gallen Wings of Excellence Award[Bearbeiten]

Leaders of Tomorrow am 41. St. Gallen Symposium

Der St. Gallen Wings of Excellence Award ist ein Essaywettbewerb ausschliesslich für Studierende der Master- und Doktoratsstufe und ist mit 20.000 Euro dotiert. Ausserdem werden die Autoren der 100 besten Beiträge jeweils an das St. Gallen Symposium eingeladen.[36] Mit jährlich über 1.000 Beiträgen aus rund 60 Nationen zum Thema des jeweiligen Symposiums zählt der St. Gallen Wings of Excellence Award zu den grössten Studierendenwettbewerben der Welt.[8][39]

Die Bewertung der Wettbewerbsbeiträge erfolgt durch eine Vor- sowie eine Hauptjury. Erstere besteht aus Doktoranden der Universität St. Gallen sowie der ETH Zürich, während sich letztere aus Professoren sowie sonstigen qualifizierten Personen des öffentlichen Lebens zusammensetzt.[40] Aktueller Präsident der Hauptjury ist Georg von Krogh, Präsident der Vorjury ist Günter Müller-Stewens. Zu den weiteren Mitgliedern der Hauptjury zählen unter anderem Christoph Bitzer, Peter Day und Odd Gisholt.[41]

Der 1989 zur Selektion der studentischen Teilnehmenden des Symposiums eingeführte St. Gallen Wings of Excellence Award wurde in der Vergangenheit mehrmals angepasst. Die Wesentlichste war dabei die Einschränkung auf Studierende der Master- und Doktoratsstufe im Jahr 2009 bei gleichzeitiger Reduktion der auf dem Award basierenden Einladungen an das Symposium von 200 auf 100 – die 100 weiteren Studenten werden seither über den sogenannten Knowledge Pool durch das ISC rekrutiert.[42]

Freiheitspreis der Max Schmidheiny-Stiftung[Bearbeiten]

Seit 1979 verlieh die Max Schmidheiny-Stiftung jeweils am St. Gallen Symposium den Freiheitspreis, zu dessen namhaftesten Trägern Kofi Annan, Nicolas Hayek, das Internationale Rote Kreuz, Jorma Ollila und Muhammad Yunus zählen. Im Jahr 2003 wurde seitens der Max Schmidheiny-Stiftung entschieden, sich künftig auf andere Tätigkeiten zu fokussieren und den Freiheitspreis einzustellen.

Organisation[Bearbeiten]

International Students' Committee (ISC)[Bearbeiten]

Organisator des St. Gallen Symposium ist seit seiner Gründung im Jahr 1970 das International Students' Committee (ISC), bei dem es sich um eine unabhängige Non-Profit-Organisation handelt, die rechtlich als an der Universität St. Gallen akkreditierter Verein ausgestaltet ist. Er setzt sich aus rund 30 Studierenden der Universität St. Gallen zusammen, die ihr Studium hierfür ein Jahr aussetzen um unentgeltlich das St. Gallen Symposium zu organisieren.[43] Dazu zählen auch drei – früher zwei – Mitglieder des Teams des vergangenen Jahres, die die Leitung des Teams übernehmen und hierfür ihr Studium für ein weiteres Jahr hintenanstellen. Das gesamte Team, das im ersten Jahr lediglich aus den fünf Gründern bestand, war dabei schrittweise auf die heutige Grösse von rund 30 Studierenden angewachsen.[11] Im unmittelbaren Vorfeld und während des Symposium wird das ISC für rund eine Woche ausserdem durch knapp 300 weitere freiwillige Helfer unterstützt, die sich aus den Studierenden der Universität St. Gallen rekrutieren.[1] Die Helfer, die sich in die fünf Bereiche Communications, Food & Beverage, Information Technology, Social Sessions, Technical Operations und Participant's Services gliedern, zeichnen sich dabei verantwortlich für die Verpflegung und den Fahrservice am Symposium, die Dokumentation des Symposiums sowie den Aufbau des Tagungsgeländes.

Zu den bekanntesten ehemaligen Mitgliedern des ISC zählen Martin Blessing, Konrad Hummler und Walter Kielholz.

St. Galler Stiftung für Internationale Studien[Bearbeiten]

Josef Ackermann, damaliger Präsident der St. Galler Stiftung für Internationale Studien, am 40. St. Gallen Symposium

Die St. Galler Stiftung für Internationale Studien, auch St. Gallen Foundation for International Studies genannt, gewährleistet seit 1975 als professionelles Begleitorgan die Kontinuität des jährlich wechselnden studentischen Teams.[44] Zu diesem Zweck beschäftigt die Stiftung rund ein halbes Dutzend Mitarbeiter, wobei der aktuelle Geschäftsführer Philip Erzinger ist. Frühere Geschäftsführer waren insbesondere Wolfgang Schürer und Andreas Kirchschläger.

Oberstes Organ der St. Galler Stiftung für Internationale Studien ist der zwölfköpfige Stiftungsrat, dessen Präsident Peter Voser und dessen Vizepräsidentin Karin Keller-Sutter ist. Die weiteren Mitglieder sind Josef Ackermann (Ehrenvorsitzender), Thomas Bieger, Peter Gomez, Bénédict G. F. Hentsch, Nicola Leibinger-Kammüller, Christoph Loos, Walter Kielholz, Ralph Schmitz-Dräger und Gerhard Schwarz.[45]

Finanzierung[Bearbeiten]

Zentrales Element der Finanzierung der Non-Profit-Organisation ist der 1974 gegründete sogenannte Fördererkreis. Ihm gehören derzeit über 400 Unternehmen an, die sich jeweils für drei Jahre verpflichten, das St. Gallen Symposium mit einem gewissen Betrag finanziell zu unterstützen. Durch diese langfristige Bindung soll die Kontinuität materiell abgesichert und ein Ausfall wie 1974 verhindert werden. Im Gegenzug erhalten die Mitglieder des Fördererkreises gewisse Privilegien, die neben der normalen Teilnahme am Symposium insbesondere die Teilnahme am Fördererkreisdinner am Abend vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung umfassen.[46] Innerhalb des Fördererkreises gibt es ausserdem noch eine Gruppe von aktuell zehn Hauptpartnern – Accenture, BMW, Credit Suisse, Hewlett-Packard, Microsoft, Orange, Swiss Re, UBS und Xerox –, die das Symposium in jeweils einem Bereich in besonderem Masse unterstützen.[47]

Darüber hinaus tragen noch eine Vielzahl von Spendern zur Finanzierung des St. Gallen Symposium bei. Ausserdem besteht eine enge Partnerschaft mit der Max Schmidheiny-Stiftung und der Universität St. Gallen, wobei letztere insbesondere jedes Jahr den Veranstaltungsort zur Verfügung stellt.[48] Insgesamt wurde das Budget für das Symposium im Jahr 2005 mit 6,2 Millionen Franken angegeben, wovon rund zwei Drittel in Form von Sachspenden aufgebracht wurden.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 wurde dem ISC der Lilienberg Preis in der Kategorie Institution verliehen[49], der besondere unternehmerische Leistung auszeichnen soll.[50]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Gallen Symposium – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c St. Galler Tagblatt, 13. Mai 2011, St. Gallen Symposium.
  2. St. Galler Tagblatt, Ab und zu ein Lächeln entlocken, abgerufen am 10. Dezember 2011.
  3. St. Galler Tagblatt, Die Freiheit verdienen, abgerufen am 16. Januar 2012.
  4. Citizen Lab, Munk School of Global Affairs, University of Toronto, Rafal Rohozinski and Rex Hughes on Cybercrime at the 41st St. Gallen Symposium, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  5. Handelsblatt News am Abend, 12. Mai 2011, St. Gallen stellt die Machtfrage.
  6. Lichtensteiner Volksblatt, 8. Mai 2010, Zukunftsmärkte Brauchen Technologie und Innovation.
  7. swissinfo.ch Student symposium spans tow eras of unrest, abgerufen am 12. Dezember 2011.
  8. a b Japan Times, Young urged to pursue St. Gallen Forum, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  9. a b International Students' Committee, About: History, abgerufen am 22. November 2011.
  10. Meadows, Donella H. (1974), The Limits to growth, Universe Books: University of Virginia.
  11. a b c Frankfurter Allgemeine Zeitung, ISC-Symposium: Praktisches Management in der Villa Kunterbunt, abgerufen am 12. Dezember 2011.
  12. news aktuell, Internationale Föderalismuskonferenz 2002 an der Universität St. Gallen, abgerufen am 22. November 2011.
  13. Max Schmidheiny-Stiftung, Preisträger 2003: Kofi Annan, abgerufen am 22. November 2011.
  14. St. Galler Tagblatt, Weltspitze trifft sich im Zelt, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  15. HSG Alumni, Zeltstadt für 40. St. Gallen Symposium im Aufbau, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  16. Dr. Kiyoshi Kurkawa, St. Gallen Symposium, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  17. a b HSG Alumni, 40. St. Gallen Symposium, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  18. Walliser Bote, 14. Mai 2011, Energiesicherheit hat einen hohen Preis.
  19. International Students' Committee, Programm, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  20. St. Galler Tagblatt, HSG bereit für Symposium, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  21. International Students' Committee, Medienvertreter, abgerufen am 12. Dezember 2011.
  22. Schweizer Fernsehen, Rundschau: Elite-Studenten, abgerufen am 12. Dezember 2011.
  23. CNBC, St. Gallen Symposium Roundup, abgerufen am 12. Dezember 2011.
  24. Spiegel, St. Galler Gespräche, abgerufen am 12. Dezember 2011.
  25. International Students' Committee, Speakers of the 35th St. Gallen Symposium, abgerufen am 11. Januar 2012.
  26. International Students' Committee, Speakers of the 36th St. Gallen Symposium, abgerufen am 11. Januar 2012.
  27. International Students' Committee, Speakers of the 37th St. Gallen Symposium, abgerufen am 11. Januar 2012.
  28. International Students' Committee, Speakers of the 38th St. Gallen Symposium, abgerufen am 11. Januar 2012.
  29. International Students' Committee, Speakers of the 39th St. Gallen Symposium, abgerufen am 11. Januar 2012.
  30. International Students' Committee, Speakers of the 40th St. Gallen Symposium, abgerufen am 11. Januar 2012.
  31. International Students' Committee, Speakers of the 41th St. Gallen Symposium, abgerufen am 11. Januar 2012.
  32. International Students' Committee, Speakers of the 42th St. Gallen Symposium, abgerufen am 3. Mai 2012.
  33. International Students' Committee, Speakers of the 43rd St. Gallen Symposium, abgerufen am 1. November 2013.
  34. Neue Zürcher Zeitung, 9. Mai 2011, Prominenz in St. Gallen.
  35. Swiss Embassy China, 14. Mai 2010, St. Gallen Symposium reaches out in China.
  36. a b wirtschaft.ch, St. Gallen Wings of Excellence Award, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  37. Semestra.ch, 40 Jahre St. Gallen Symposium, abgerufen am 12. Dezember 2011.
  38. Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2011, Die Verunsicherten.
  39. e-fellows.net, St. Gallen Wings of Excellence Award, abgerufen am 12. Dezember 2011.
  40. International Students' Committee, Vorjury, abgerufen am 11. Dezember 2012.
  41. International Students' Committee, Jury, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  42. Market Magazine, 24. August 2010, Architekten unserer Zukunft – Interview mit Shama Kabani.
  43. Tages-Anzeiger, 19. Mai 2005, Der kleine Bruder des WEF, gefunden auf www.stgallen-symposium.org.
  44. International Students' Committee, St. Galler Stiftung für Internationale Studien, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  45. International Students' Committee, Stiftungsrat, abgerufen am 1. November 2013.
  46. International Students' Committee, Fördererkreis, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  47. Netzwoche, 5. Mai 2010, Wir sind ein Paradebeispiel dafür, dass Inhouse Lösungen immer noch relevant sind.
  48. International Students' Committee, Partner, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  49. Stiftung Lilienberg Unternehmerforum, Frühere Preisträger, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  50. Stiftung Lilienberg Unternehmerforum, Lilienberg Preis, abgerufen am 11. Dezember 2011.