Brandis (tirolisches Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Brandis aus Tirol

Brandis ist der Name eines Südtiroler Adelsgeschlechts aus Lana bei Meran, das mit senex Brandhoch de Loeinnon (Prantoch von Lounon), filiique sui Hiltebrandus et Heinricus (und seinen Söhnen Hildebrand und Heinrich) zwischen 1140 und 1153 urkundlich erstmals erscheint. Mit Prantoch dem Älteren beginnt die ununterbrochene Stammreihe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hildebrands älterer Sohn Prantoch (der Jüngere) baute nach der Erbteilung im Jahr 1236 unterhalb der Feste Leunan (Leonburg über Lana) eine zweite und nahm für sich wie für diese den vermutlich älteren Namen Brandis wieder an, während Hildebrands Bruder Heinrich 1179 den bereits bestehenden Turm Leunan zur Leonburg ausbaute. Beide Burgen, Leonburg und Brandis, wurden in ihrer heutigen Gestalt folglich am Ende des 12. bzw. Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet.

1597 kaufte Jakob Andrä von Brandis die Fahlburg in Prissian, erweiterte die Anlage und ließ auf einem Teil der alten Burgmauern einen eleganten, herrschaftlichen Renaissance-Ansitz errichten. Die Burg Brandis zerfiel bis 1807 zur Ruine, woraufhin etwas unterhalb 1810 das Schloss Neubrandis errichtet wurde. Die Leonburg, ein selten erhaltenes Beispiel einer intakten Burg um 1200, die Fahlburg und Schloss Neubrandis gehören bis heute den Grafen zu Brandis, die sich um deren Erhalt bemühen.

Von 1519 bis 1860 befand sich auch die Burg Vorst in Algund im Besitz der Familie. Auch die Mayenburg in Völlan zählte ab 1600 zum Besitz und wurde um 1650 erweitert. Bis dahin als Gerichtssitz genutzt, wurde die Mayenburg 1825 verkauft und zerfiel anschließend zur Ruine.

Durch die Ehe des Grafen Adam-Wilhelm von Brandis (1636–1699) mit Gräfin Anna-Maria Zwickel genannt Khiesl (1643–1703) wurde deren Sohn Jakob (1677–1746) im Jahre 1727 zum Erben der Herrschaft Marburg an der Drau (heute Maribor) in der Untersteiermark (heute Slowenien), wodurch die Familie in ihrer 1790 erloschenen älteren Linie und danach bis 1933 in der jüngeren, Südtiroler Linie zugleich die Stadtburg in Maribor besaß, von 1728 bis 1863 auch das Gut Windenau (Betnava) bei Maribor und von 1847 bis 1900 das Gut Ebensfeld (Ravno Polje).

Adelserhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erhebung in den Alten Herrenstand (Freiherr) am 2. Februar 1580 in Innsbruck durch Erzherzog Ferdinand II. von Tirol für die Brüder Anton und Hans Heinrich von Brandis.
  • Verleihung des Rechts, sich „Freiherr zu Leonburg und Vorst“ zu nennen, am 31. März 1606 in Innsbruck durch Erzherzog Maximilian III. von Tirol für die Brüder bzw. Vettern Jakob Andrä, Anton und Georg von Brandis.
  • Verleihung des Titels „Erbländischer Silberkämmerer“ von Tirol am 4. Mai 1626.
  • Verleihung des Privilegiums eines Freisitzes für Fahlburg mit dem Recht der Benennung nach demselben am 2. September 1648 durch Erzherzog Ferdinand Karl von Tirol für Veit Benno von Brandis.
  • Reichsgrafenstand auf dem Reichstag von 1641 in Regensburg mit Diplom vom 16. Februar 1654 für die Brüder Andreas Wilhelm und Veit Benno Freiherr von Brandis als Grafen und Herren zu Brandis, Freiherren zu Leonburg, Forst und Fahlburg.
  • Ernennung zu erblichen Mitgliedern des Herrenhauses des österreichischen Reichsrats seit 1861.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geviertes Wappen der Brandis

Stammwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Silber ein roter Löwe. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken der Löwe wachsend, dessen Rücken mit einem silbernen Kamm von Pfauenspiegeln bestückt ist.

Späteres Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geviert; 1 und 4 wie Stammwappen, 2 und 3 gespalten, rechts bzw. links in Silber ein einwärts gekehrter roter Löwe, links bzw. rechts blau ohne Bild. Zwei Helme mit rot-silbernen Decken; der rechte wie Stammhelm, auf dem linken ein hoher rot-gestulpter und gold-gekrönter silberner Hut, beseitet von zwei auswärts gekehrten roten Löwenklauen und mit sechs schwarzen Hahnenfedern bestückt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleichnamige Adelsgeschlechter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tiroler Uradelsgeschlecht der Grafen zu Brandis ist zu unterscheiden von dem 1512 erloschenen schweizerischen Uradelsgeschlecht der Herren von Brandis sowie dem 1769 geadelten niedersächsischen Geschlecht der Freiherren von Brandis.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brandis (Tirol) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien