Burgruine Brandis

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Burgruine Brandis
Lana Brandis.jpg
Entstehungszeit: 12. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Lana-Niederlana
Geographische Lage 46° 35′ 39,8″ N, 11° 9′ 40″ OKoordinaten: 46° 35′ 39,8″ N, 11° 9′ 40″ O
Burgruine Brandis (Südtirol)
Burgruine Brandis

Die Burgruine Brandis ist die Ruine einer Höhenburg oberhalb von Niederlana, einem Ortsteil der Marktgemeinde Lana in Südtirol, und war einst der Stammsitz der Grafen von Brandis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Überlieferung reichen die Anfänge der Burg bis ins 6. Jahrhundert zurück. Um 1179 erweiterte Heinrich Brandiser die bereits bestehende Burganlage um einen Bergfried.[1] Laut einer Urkunde erhielt 1236 Pranthoch Brandiser von seinen Brüdern das alleinige Nutzungsrecht der Burg und erbaute einen neuen Wehrturm. Die um 1500 errichtete Nothelferkapelle wurde erst Anfang des 17. Jahrhunderts vollendet.

1807 stürzten eines Nachts Teile des baufälligen Bergfriedes auf den Wohnbau. Bei dem Vorfall kam die Frau des damaligen Güterverwalters, Anna von Rutter, zu Tode.[2][3] Dabei wurde auch eine reiche Waffensammlung verschüttet. Bei Nachforschungen in den 1980er Jahren konnten in der Ruine Reste von Rüstungen entdeckt werden.[4][5]

Durch das Ereignis entschloss sich Johann Graf von Brandis, unterhalb der Burganlage, auf einem nahen Hügel, das Schloss Neubrandis zu errichten.[6] Seither ist die Ruine dem Verfall preisgegeben.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burgruine besteht aus drei Teilen: dem Stall- und Wirtschaftsgebäude, dem Palas mit Burgeingang, sowie dem auf dem höchsten Teil des Burgplatzes frei stehenden, teils eingestürzten Bergfried.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marcello Caminiti: Die Burgen Südtirols. 8. Auflage. Manfrini, Calliano 1989, ISBN 88-7024-376-1. S. 228 f
  • Oswald Trapp: Tiroler Burgenbuch. II. Band: Burggrafenamt. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1980, S. 258–268.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eintrag im Monumentbrowser auf der Website des Südtiroler Landesdenkmalamts

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Allom, Johanna von Isser, William Tombleson, Joseph von Hormayr: Tombleson's Ansichten von Tyrol. Tombleson, 1835 (google.de [abgerufen am 14. Oktober 2017]).
  2. Caminiti S. 229
  3. Leo Andergassen: Lana Sakral. Tappeiner Verlag, 1997, ISBN 978-88-7073-233-7 (google.de [abgerufen am 14. Oktober 2017]).
  4. Caminiti S. 229
  5. Ruine Brandis Geschichte. Abgerufen am 14. Oktober 2017.
  6. “Das” Bistum Trient im Allgemeinen und die vier obern Dekanate des deutschen Antheiles: Schlanders, Meran, Passeyer und Lana nebst den Seelsorgstationen der deutschen Gemeinden am Nonsberg insbesondere. 1866 (google.de [abgerufen am 15. Oktober 2017]).
  7. Hans Otzen, Barbara Otzen: Reise Know-How Südtirol: Reiseführer für individuelles Entdecken. Reise Know-How Verlag Peter Rump, 2015, ISBN 978-3-8317-4188-5 (google.de [abgerufen am 14. Oktober 2017]).