Lana

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Lana (Begriffsklärung) aufgeführt.
Lana an der Etsch
(ital. Lana)
Wappen von Lana an der Etsch
Lana an der Etsch in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Burggrafenamt
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2015)
11.255/11.929
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
91,84 % deutsch
7,90 % italienisch
0,26 % ladinisch
Koordinaten 46° 37′ N, 11° 9′ OKoordinaten: 46° 37′ N, 11° 9′ O
Meereshöhe: 254–1913 m s.l.m. (Zentrum: 310 m s.l.m.)
Fläche: 36,1 km²
Dauersiedlungsraum: 18,3 km²
Fraktionen: Lana, Pawigl, Völlan, Ackpfeif
Nachbargemeinden: Burgstall, Gargazon, Meran, St. Pankraz, Tisens, Tscherms
Partnerschaft mit: Telfs (A), Idstein (D), Feuchtwangen (D)
Postleitzahl: 39011
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021041
Steuernummer: 82007030214
Bürgermeister (2015): Harald Stauder (SVP)
Lana, gesehen vom Brandiswaalweg.

Lana ([ˈlaːna]; italienisch ebenfalls Lana) ist eine Marktgemeinde mit 11.929 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) in Südtirol (Italien) südlich von Meran.

Lana ist die siebtgrößte Gemeinde Südtirols. Im südlichen Winkel des Meraner Talkessels gelegen, begleitet die langgestreckte Ortschaft Lana (300 m s.l.m.) den Rand der Etschtalebene. Im Mittelgebirge liegt die Fraktion Völlan (700 m s.l.m.), am Südhang des Vigiljoches die Bergfraktion Pawigl (1200 m s.l.m.). Das Dorf selbst wird in Ober-, Mitter- und Niederlana unterteilt. Lana ist Ausgangsort der Passstraße SS238 über dem Gampenpass.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste urgeschichtliche Siedlungen befanden sich auf den Hügelkuppen Kobaltbühel, Silackerbühel, Burghügel Braunsberg, Brandis und Leonburg. Im 9. Jahrhundert wurden die beiden Kirchen St. Georg und St. Margarethen errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung von Lana (Lenon) erfolgte im Jahr 990.

Ende des 12. bzw. Anfang des 13. Jahrhunderts errichteten die Herren von Brandis die Lanaburg (Leonburg) und die Burg Brandis. Letztere zerfiel Anfang des 19. Jahrhunderts zur Ruine, woraufhin die Grafen zu Brandis etwas unterhalb das Schloss Neubrandis errichteten, das ihnen, wie auch die Leonburg, bis heute gehört. Schloss Braunsberg wurde im 13. Jahrhundert von Ulrich von Braunsberg erbaut. Im 14. Jahrhundert übernahmen es die Mareider von Eppan, und um 1492 ging es an die Grafen Trapp über, von denen es im 20. Jahrhundert an die heutigen Besitzer, die Grafen Strachwitz, vererbt wurde. Die Mayenburg, 1229 als Castrum Mayberch erstmals erwähnt, wurde von den Grafen von Eppan errichtet und ging nach deren Aussterben im Jahr 1300 an die Grafen von Tirol über. Die Burg wechselte danach immer wieder ihre Besitzer, bis zum Jahre 1600, als die Grafen Brandis die Anlage übernahmen und sie 1650 erheblich erweiterten. 1825 wurde sie verkauft und zerfiel anschließend zur Ruine. Dr. med. Josef Auffinger aus Meran erstand die Mayenburg in den 1920er Jahren und ließ Reparaturen durchführen. Die Ruine befindet sich noch im Besitz der Familie Auffinger. Am nördlichen Rand der Lanaer Fraktion Völlan liegen die Reste der Burg Werrenberg, auch Turm zu Völlan genannt, auf einem spornartigen Bergrücken. Wegen der guten Fernsicht ins Etschtal vermutet man eine Nutzung des Turmes als Kreidfeuerstelle, im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit ein schnelles Warnsystem vor anrückenden Feinden. Von der Burg sind neben einem ca. 10 Meter hohen Mauerzahn des ehemaligen Bergfrieds oder Wohnturms nur geringe Mauerreste erhalten.

Ab 1396 wurde die Pfarrei Lana vom Deutschen Orden betreut, dessen Wappen noch heute im Gemeindewappen von Lana enthalten ist. Das Deutschordenshaus ist seit der Wiederbelebung des Ordens 1855 bis heute Sitz des Priors, des Amtsträgers der Ordensprovinz Südtirol. Am Berghang liegt die Klosteranlage Lanegg mit der Kirche Heilig Kreuz. Das Kloster Lanegg ist die Wiege und das Mutterhaus des 1841 hier wiederbelebten Zweiges der Schwestern des Deutschen Ordens, der in der Reformationszeit ausgestorben war. 1911/12 wurde die Klosteranlage durch den Neubau der Kirche im neubarocken Stil erweitert.

Im Jahr 1850 wurden die bis dahin selbständigen Orte Vill, Oberlana und Niederlana zur Großgemeinde Lana zusammengeschlossen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1952:[1]

  • Josef Carli: 1952–1956
  • Josef Gruber: 1956–1974
  • Franz Lösch: 1974–1995
  • Christoph Gufler: 1995–2010
  • Harald Stauder: 2010–

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: Auf dem Wappen befinden sich das Wahrzeichen des Deutschen Ordens, ein schwarzes Kreuz und aufliegend das Wahrzeichen der Grafen von Brandis, der rote Löwe.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftlich sehr wichtig ist neben Handwerk, Industrie und Handel vor allem der Apfelobstbau. Der Transport der exportierten Äpfel erfolgte bis 1974 teilweise über die Lokalbahn Lana–Meran, welche den Ort an das europäische Schienennetz anschloss. Dieselbe Bahn führte zudem bis 1950 Personentransporte nach Meran durch. Heute ist die nächstgelegene Zugangsstelle zum Schienenverkehr der Bahnhof Lana-Burgstall an der Bahnstrecke Bozen–Meran.

Für die Wirtschaft ist auch die Industriezone in Lana von Bedeutung. Die Zone befindet sich in der Nähe der Falschauermündung in die Etsch und ist verkehrstechnisch durch die Schnellstraße MeBo gut erschlossen. Zahlreiche internationale Betriebe haben eine Niederlassung in dieser Industriezone, darunter sind Doppelmayr, Develey, Iprona und die Firma SCA besser bekannt als Biopack. In den letzten Jahren verändert sich das Bild der Zone und es siedeln sich immer mehr lokale Betriebe dort an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten zählt u. a. die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Niederlana. Besonderes Prunkstück dieser spätgotischen Kirche ist der zweiteilige Flügelaltar von dem wahrscheinlich aus Füssen stammenden Maler und Bildhauer Hans Schnatterpeck. Der Altar, 1503 von den Meraner Kirchenpröpsten in Auftrag gegeben, ist mit einer Höhe von 14,5 m der größte Tirols und einer der größten ganz Europas. Anlässlich des Jubiläums 500 Jahre Hans-Schnatterpeck-Altar (1508–2008) wurden zwei Sonderbriefmarken von diesem gotischen Altar herausgegeben.

Bauwerke:

  • Burgen und Schlösser: Brandis, Leonburg, Braunsberg, Mayenburg
  • Kirchen und Kapellen: St. Margarethen – mit Fresken aus dem 13. Jahrhundert, Pfarrkirche Maria Himmelfahrt 1492 mit gotischem Flügelaltar (1503), Pfarrkirche Hl. Kreuz mit der zweitgrößten Glocke Südtirols (6248 kg)
  • Südtiroler Obstbaumuseum, Bauernmuseum Völlan
  • Skulpturenwanderweg längs der Gaulpromenade

Kulturelle Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kulturtage Lana
  • Blütenfesttage
  • Jährliche Kunstausstellungen im Ansitz Rosengarten
  • Kastanientage »Köschtnriggl«
  • LanaLive
  • Passionsspiele
  • Konzerte der Musikkapellen
  • Kindersommer Juli und August
  • Südtiroler Gartenlust
  • Lange Donnerstage Juli und August
  • Kürbistage
  • Lana Advent
  • Wandercamp
  • Radcamp
  • Lanaphil im April und Oktober
  • Open Air Gaul

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

180° Panorama vom Brandiswaalweg, Höhe Platteda

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015 (PDF; 15 MB).