Algund

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Algund
(ital.: Lagundo)
Wappen von Algund
Algund in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Burggrafenamt
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2013)
4.877/5.007
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
85,17 % deutsch
14,58 % italienisch
0,25 % ladinisch
Koordinaten 46° 41′ N, 11° 7′ OKoordinaten: 46° 41′ N, 11° 7′ O
Meereshöhe: 302–2600 m s.l.m. (Zentrum: 350 m s.l.m.)
Fläche: 23,6 km²
Dauersiedlungsraum: 7,6 km²
Fraktionen: Aschbach, Dorf, Forst, Mitterplars, Mühlbach, Oberplars, Vellau[1]
Nachbargemeinden: Lana, Marling, Meran, Naturns, Partschins, Plaus, Tirol
Partnerschaft mit: Etzenricht, Bayern
Postleitzahl: 39022
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021038
Steuernummer: 82003130216
Bürgermeister (2015): Ulrich Gamper (SVP)

Algund ([alˈgʊnt]; früher im Südtiroler Dialekt Lagund;[2] italienisch Lagundo) ist eine Gemeinde mit 5007 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in Südtirol (Italien) und gehört zur Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt. Sie grenzt unmittelbar an Meran und liegt am Fuße der Texelgruppe.

In der Fraktion Forst befindet sich die gleichnamige Bierbrauerei (Brauerei Forst AG), eine der größten Italiens.

Zum Gemeindezentrum hat sich Mühlbach am linken Etschufer entwickelt.

Wirtschaftlich bedeutsam sind vor allem der Tourismus sowie der Obst- und Weinanbau.

Algund verfügt über ein Wanderwegenetz von rund 160 km, der wohl bekannteste Spazierweg ist der Algunder Waalweg. Sehenswert sind die vielen Kirchen und Kapellen, das Kloster Maria Steinach und die Burg Vorst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Algund wurden 1932 und 1942 vier Figurenmenhire aus der Kupferzeit gefunden, zwei davon befinden sich im Südtiroler Archäologiemuseum, Bozen, die anderen beiden im Palais Mamming Museum, Meran. Replikate sind vor dem Tourismusbüro ausgestellt.

Zur Römerzeit verlief die Via Claudia Augusta vermutlich durch Algund. Der vermeintlich aus dieser Zeit stammende Brückenkopf am Etschufer wurde 2011 mit einer Glaskonstruktion überdacht.

Um 1241 stiftete Adelheit, Tochter des Grafen Albert von Tirol, das Kloster Maria Steinach.

Im Zuge des Deutschen Bauernkriegs kam es 1525 zum Aufstand der Tiroler unter Michael Gaismair, wobei auch Algund zum Kampfgebiet wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortszentrum von Algund

(Neue) Katholische Kirche zum Heiligen Joseph[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pläne zum Bau einer neuen Kirche reiften in Algund bereits in den 1910er Jahren, da die alte Kirche zum Heiligen Joseph im ursprünglichen Ortszentrum der gewachsenen Gemeindegröße nicht mehr gerecht werden konnte. Die darauf folgenden Weltkriege und der zwischenzeitliche italienische Faschismus ließen alle Neubaupläne in den Hintergrund rücken. Erst die 1960er Jahre brachten erneut Schwung für die Idee, im Talboden der Fraktion Mühlbach einen modernen Sakralbau zu errichten. In den Jahren von 1966 bis 1971 entstand nach den Plänen von Architekt Willi Gutweniger im neuen, modernen, touristisch geprägten Ortszentrum die neue Pfarrkirche. Der ordentliche Betrieb konnte schließlich im Mai 1971 nach dem Bauabschluss beginnen. Die feierliche Einweihung musste allerdings noch bis zum März 1977 warten, da die in Österreich bestellte Orgel aufgrund der Abwertung der Lira zunächst nicht erworben werden konnte.

Die neue Kirche mit ihrem für das Alpenland untypischen, 70 Meter hohen, nadelförmig zulaufenden Kirchenturm weist zahlreiche symbolträchtige Besonderheiten auf. So ist sie im Gegensatz zu den traditionellen Bauten nach Süden orientiert. Neben dem Altar weiten sich jeweils nach Osten und Westen zwei große, deckenhohe Glasfenster in den Besucherraum.

Pfarrkirche zum Heiligen Joseph: Links und rechts neben dem Altar befinden sich die nach Osten und Westen zeigenden, deckenhohen Glasfenster.
Weihwasserstein auf Pentagramm

Bemerkenswert ist der in die Breite ausgerichtete Kirchenraum, der die Gottesdienstbesucher im Gegensatz zur traditionellen Längsstruktur näher an den Altar rücken lässt. Das in seiner Grundstruktur sechseckige Gebäude ist ausgestattet mit religiöser Symbolik. So lastet der Weihwasserstein im Eingangsbereich auf dem fünfzackigen Drudenfuß, als Wahrzeichen des Heidnischen und will damit die Befreiung vom Bösen durch die Taufe darstellen.

Algunder Musikkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstanden ist die Musikkapelle im Jahr 1837. Im Laufe der Zeit wuchsen die Mitgliederzahl und die Tätigkeiten der Musikkapelle sehr stark an, was sich im heutigen Vereinsleben widerspiegelt.

Auch heute noch sieht die Kapelle, unter der Leitung von Kapellmeister Christian Laimer und Obmann Andreas Theiner, gemäß ihrer Zielsetzung bei der Gründung in der feierlichen Gestaltung von kirchlichen und weltlichen Festen in der Gemeinde die oberste Aufgabe ihres Wirkens.

Die Algunder Musikkapelle zählt zurzeit über 80 aktive Mitglieder. Als Blasorchester dieser Größe spielen sie in der Höchststufe; ihre Literatur umfasst Transkriptionen von klassischen Werken der Opern-, Operetten und Orchesterliteratur, Originalwerke für Blasmusik von Tiroler und internationalen Komponisten, Walzer, Märsche, Polkas, Filmmusik, Musicals und v. a. m.

Großer Wert wird auf die Schulung und Betreuung von Jungmusikern gelegt. Zahlreiche Konzerte für Gäste in Algund, Festkonzerte in Südtirol, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen, sowie die Einspielung von Tonträgern ergänzen die Vereinstätigkeit.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Algund ist durch die Schnellstraße Meran-Bozen (MeBo) und über die Landstraßen von Meran, Marling oder von der Töll gut erreichbar.

Die Vinschgaubahn (MalsMeran) bedient den Ort mit einer Haltestelle.

Die höchstgelegene Algunder Fraktion Aschbach (1360 m Meereshöhe) ist über eine Bergstraße (12 km) und über die Seilbahn Aschbach von Rabland zu erreichen.

Die Fraktion Vellau (900 m Meereshöhe) ist außer über eine Straßenverbindung auch mittels eines Sessellifts erreichbar. Von dort führt ein Korblift zur Leiteralm.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1952:[4]

  • Johann Gamper: 1952–1995
  • Anton Schrötter: 1995–2010
  • Ulrich Gamper: 2010–

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Algund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dauersiedlungsgebiet in Südtirol - 2012
  2. Maria Kiem: 1000 Jahre Algund, S. 115
  3. Abteilung Denkmalpflege des Landes Südtirol (Hrsg.): Denkmalpflege in Südtirol 2008. Tappeiner, Bozen 2009, ISBN 978-887-073525-3, Kapitel Brücke, S. 152–153 (PDF-Datei).
  4. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015 (PDF; 15 MB).