Braunhäuser Tunnel

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Tunnel-Denkmal bei Braunhausen

Der Braunhäuser Tunnel war ein 293 m langer Eisenbahntunnel der Nord-Süd-Strecke in Hessen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in zweigleisiger Bauweise errichtete Tunnel befand sich im Landkreis Hersfeld-Rotenburg direkt westlich von Braunhausen und etwas südlich von Asmushausen, beides nordöstliche Ortsteile von Bebra. Er wurde an der Nord-Süd-Strecke im Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen von Bebra und Neu-Eichenberg erbaut (Bahnstrecke Bebra–Göttingen). Der Standort des Tunnels befand sich direkt nordwestlich der kleinen, über die Eisenbahnstrecke führenden Straßenbrücke der vom südlichen Ortsausgang Braunhausens kommenden Nebenstraße „Im Sambach“, im Bereich der Streckenkilometer von 174,5 bis 174,7[1].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Braunhäuser Tunnel wurde von 1873 bis 1875 errichtet, die Vorarbeiten begannen bereits 1872. Als die Nord-Süd-Strecke im Jahr 1961 von der Deutschen Bundesbahn elektrifiziert wurde, war das Profil des Tunnels für die Montage der Oberleitung zu klein.

Die Planung errechnete, dass das Schlitzen des Tunnels preiswerter sei als die Aufweitung des Profils. Dazu wurde die Strecke im Bereich der Baustelle zeitweise auf eingleisigen Betrieb umgestellt und das Gleis im Tunnel mit einem massiven Schutzschild versehen. Der Bahnverkehr lief während der Arbeiten weiter. Während der Arbeiten kamen nach längeren Regenfällen im Mai 1962 die neuen Böschungen ins Rutschen. Der folgende Erdrutsch verschüttete das Gleis und die Strecke musste einige Tage gesperrt werden. Das Problem konnte letztendlich nur durch flachere Böschungen in den Griff bekommen werden, wozu in weit größerem Umfang Material abgetragen werden musste, als geplant.[2] Das trieb die Kosten über die der ursprünglich veranschlagten Profilerweiterung des Tunnels hinaus. Beim Abtragen des Deckgebirges und beim Abriss des Tunnelbauwerks wurden insgesamt rund 550.000  Erd- und Gesteinsmaterial mit großen Baufahrzeuge bewegt. Zum Abschluss wurde das etwa 1 m dicke Ziegelsteinmauerwerk gesprengt, wofür die Strecke erneut kurzzeitig gesperrt wurde. Letztlich wurden die neu entstandenen Böschungen beiderseits der Strecke mit Bäumen und Büschen bepflanzt. Im Frühjahr 1963 wurde der elektrische Betrieb aufgenommen.

Heute zeugen nur noch ein Portalfragment und ein aus Steinen des ehemaligen Südportals errichtetes Denkmal vom Tunnel – letzteres trägt die Inschrift1873–1875 – Braunhäuser Tunnel – abgetragen 1962“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Brüning: Mit Dampf auf der Nord-Süd-Strecke zwischen Main und Fulda = Farbbildraritäten aus dem Archiv Dr. Rolf Brüning 9. Hövelhof 2014, S. 60f.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.werra-meissner-bahnen.de/inhalt/eisenbahnen/3600-00-braunhaeuser-tunnel.html Bericht vom Abtrag des Braunhäuser Tunnels
  2. Brüning.

Koordinaten: 51° 0′ 11,9″ N, 9° 49′ 28,9″ O