Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya

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Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya
Verkehrbetriebe Grafschaft Hoya logo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Hoya
Webpräsenz Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya
Eigentümer Landkreis Diepholz
Stadt Hoya
Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen
Landkreis Nienburg
Stadt Syke
Gemeinde Hoyerhagen
Gemeinde Eystrup
Mittelweserbahn GmbH
Verden-Walsroder Eisenbahn GmbH
Vorstand Uwe Roggatz
Betriebsleitung Uwe Roggatz
Verkehrsverbund VBN, VLN
Mitarbeiter 70
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn 1
Bus 12
Anzahl Fahrzeuge
Lokomotiven 2
Triebwagen 3
Omnibusse 38 Linienbusse, davon 6 Gelenk- und 2 Großraumbusse
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 1

Die Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya GmbH (VGH) ist ein öffentliches Verkehrsunternehmen und Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen mit Sitz in Hoya im Landkreis Nienburg/Weser.

Die Gesellschaft ist Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE).

Geschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bus-Linienverkehr (12 Linien)
  • Eisenbahn-Güterverkehr (Strecken Hoya – Eystrup und Hoya – Syke)
  • Touristik
  • Sonderzüge
  • Touristikzüge

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya GmbH (VGH) sind aus dem Zusammenschluss der Kleinbahn Hoya-Syke-Asendorf GmbH und der Hoyaer Eisenbahn-Gesellschaft entstanden. Dadurch besteht heute eine Gleisverbindung zwischen den Hauptstrecken Bremen – Osnabrück (eröffnet 1873) in Syke und Bremen – Hannover (eröffnet 1847) in Eystrup.

Kleinbahn Hoya-Syke-Asendorf GmbH (HSA)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schmalspurbahn des Deutschen Eisenbahn-Vereins (DEV) von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf

Während die Hoyaer Eisenbahn schon im Jahr 1881 von Osten her bis zur Weser bei Hoya verkehrte, waren die Gemeinden in der von Landwirtschaft geprägten Gegend um Bruchhausen-Vilsen noch jahrelang ohne Gleisanschluss.

Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya
Streckennummer: 9142
Streckenlänge: 28,8 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
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von Hannover
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0,0 Eystrup
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nach Bremen Eystrup VGH
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3,0 Hassel
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4,0 Hassel Ida (Jübber)
BSicon .svgBSicon ABZgr.svg
5,5 Industriestammgleis Europakarton
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BSicon exKBHFe.svgBSicon STR.svg
Hoya, Alter Bahnhof
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Weser
BSicon KBHFa.svgBSicon HST.svg
8,0
0,0
Hoya
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BSicon eABZgl.svgBSicon exSTR+r.svg
BSicon STR.svgBSicon exKBHFe.svg
3,2 Bücken
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Haltepunkt, Haltestelle
2,0 Hoya Krankenhaus
Bahnhof, Station
3,2 Tivoli
Bahnhof, Station
4,6 Hoyerhagen
Haltepunkt, Haltestelle
5,5 Sellingsloh
Bahnhof, Station
7,0 Gehlbergen
Bahnhof, Station
9,2 Bruchhausen Ost
Haltepunkt, Haltestelle
10,1 Bruchhausen Marktplatz
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Asendorf, Museumseisenbahn
Bahnhof, Station
11,1 Bruchhausen-Vilsen
Bahnhof, Station
13,9 Berxen
Bahnhof, Station
15,0 Uenzen
Bahnhof, Station
17,4 Süstedt
Bahnhof, Station
19,4 Wachendorf
Bahnhof ohne Personenverkehr
22,0 Agl. Absatzgenossenschaft Heiligenfelde
Bahnhof, Station
22,5 Heiligenfelde
Bahnhof, Station
25,0 Syke-Steimke (Ziegelei)
Haltepunkt, Haltestelle
25,8 Syke-Steimke-Burdorf
Bahnübergang
Bundesstraße 6
Haltepunkt, Haltestelle
27,2 Syke Stadt (Syke-Stadtmitte)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
zur Strecke Wanne-Eickel–Hamburg
Kopfbahnhof – Streckenende
28,8 Syke Ost / Bahnhof

So bildete sich eine GmbH, an der der preußische Staat, der Kreis Hoya und 22 Gemeinden beteiligt waren.

Am 6. Juni 1900 wurde die 29 Kilometer lange, meterspurige Kleinbahnstrecke von Syke über Heiligenfelde und Bruchhausen-Vilsen bis Hoya eröffnet. Gleichzeitig entstand eine acht Kilometer lange Zweigbahn von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf und am 1. Juni 1905 noch die drei Kilometer lange Verbindung Hoya–Bücken, so dass das Meterspurnetz 40 Kilometer umfasste.

Erst am 5. Oktober 1912 kam es zur Verbindung der beiden Bahnbetriebe, als die Hoyaer Eisenbahn auf einer von der HSA erbauten Brücke um zwei Kilometer auf das linke Weserufer zum neuen Gemeinschaftsbahnhof Hoya geführt wurde. Der durchgehende Verkehr konnte aber erst 50 Jahre später aufgenommen werden, als die HSA-Strecke Syke–Hoya auf Normalspur umgebaut worden war. Allerdings konnten seit 1940 normalspurige Güterwagen mit Rollböcken auf der Schmalspur weiterbefördert werden.

In den Jahren von 1924 bis 1959 war die Betriebsführung dem Niedersächsischen Landeseisenbahnamt (früher Landeskleinbahnamt) in Hannover übertragen.

1956 verkehrten auf der Strecke Hoya–Eystrup werktags sieben Zugpaare, sonntags fünf; zwischen Bruchhausen-Vilsen und Asendorf fünf Zugpaare werktags, drei sonntags, zwischen Hoya und Bücken werktags drei Zugpaare. Alle Personenzüge wurden mit Triebwagen gefahren.

Der Personenverkehr wanderte mehr und mehr auf die Straße ab – teils auch auf den am 24. Januar 1951 eröffneten Omnibusbetrieb –, so dass er auf der Schiene zwischen Bruchhausen-Vilsen und Asendorf am 31. Mai 1959, zwischen Hoya und Bücken am 1. August 1960 eingestellt wurde. Auf dem Bückener Zweig endete der Güterverkehr am 20. Mai 1963, die Strecke wurde danach abgebaut.

Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya GmbH (VGH)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. Juni 1963 fand – unter dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse – die Fusion der beiden Gesellschaften zu den Verkehrsbetrieben Grafschaft Hoya GmbH statt, der dem Namen des damaligen Landkreises entsprach. In dieser Zeit war auch die Osthälfte der Stammstrecke – mit Hilfe der Bundeswehr – umgespurt worden. Ab 25. Mai 1963 fuhr der erste normalspurige Zug zwischen Hoya und Bruchhausen-Vilsen. Der zweite Teil weiter nach Syke war erst am 17. Januar 1966 vollendet, so dass nun durchgehende Personenzüge von Eystrup bis Syke gefahren werden konnten. Der Verkehr hielt sich aber nur wenige Jahre, am 1. Oktober 1972 wurde auch auf der Stammstrecke Eystrup – Hoya – Syke der Personenverkehr eingestellt.

Nachdem auf der Asendorfer Bahn im August 1971 der Güterverkehr eingestellt worden war, ging diese 1973 auf den Kreis Grafschaft Hoya und Anliegergemeinden über und blieb so als einziger Teil des ursprünglich 40 Kilometer langen Schmalspurnetzes erhalten. Hier hatte bereits 1966 der Deutsche Eisenbahn-Verein e.V. (DEV) die erste Museums-Eisenbahn in Deutschland eröffnet.

Die Hauptstrecke ist noch in Betrieb. Im Jahr 2005 wurde der Abschnitt Syke–Heiligenfelde erneuert. Nun kann auch hier ein touristischer Personenverkehr angeboten werden. Im Oktober 2008 wurde die Weserbrücke in Hoya komplett erneuert.

Nach dem Ausscheiden des Landes Niedersachsen aus der Gesellschaft verteilten sich die Anteile auf die Landkreise Diepholz und Nienburg sowie die Städte Hoya und Syke und 19 Gemeinden. 2004 fungierten als Gesellschafter neben den beiden Landkreisen die Weserbahn (WBG) und die Mittelweserbahn sowie die Städte und Gemeinden Hoya, Syke, Bruchhausen-Vilsen, Hoyerhagen und Eystrup. Nachdem die Weserbahn 2006 als Gesellschafter ausschied, wurden die Anteile von der Verden-Walsroder Eisenbahn (VWE) übernommen.[1]

Die VGH führte zunächst ihren Betrieb selbst. Von 1991 bis Mitte 2001 nahm diese Aufgabe die Osthannoversche Eisenbahnen (OHE) wahr, dann bis Ende 2003 die WeserBahn, die bis 2006 auch den Eisenbahnbetriebsleiter stellte. Seither wird die Betriebsleitung in Personalunion vom Geschäftsführer der VWE wahrgenommen.[1]

Beginnend mit dem 10. Dezember 2012 werden werktags zwei Zugpaare zwischen Hoya und Eystrup als Schüler- und Pendlerzug als Ersatz eines Busses eingesetzt. Zunächst soll dieser Einsatz ein Jahr lang zur Erprobung, offiziell als Ersatzverkehr tituliert, laufen.[2]

„Kaffkieker“-Triebwagen im Bahnhof Bruchhausen

Kaffkieker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kaffkieker ist ein touristischer Verkehr mit historischen Triebwagen, der unter diesem Namen seit 2007 zwischen Syke und Eystrup in Betrieb ist. In den Jahren davor war touristischer Verkehr als Hoyaer Eisenbahn nur zwischen Eystrup und Bruchhausen-Vilsen und Heiligenfelde möglich. Nach Fahrplan verkehrt er von Mai bis September sonn- und feiertags, 2007 jeden 1. und 4. Sonntag, ab 2008 jeden 1. und 3. Sonntag. Für die 36,7 Kilometer lange Strecke benötigt der Kaffkieker rund 1,5 Stunden. Bei Bedarf hält er an allen Stationen.

Seit 2010 bildet der Kaffkieker Grafschaft Hoya eine Station der Route der Industriekultur im Nordwesten.[3]

Als Fahrzeug wird ein Dieseltriebwagen des Typs MaK GDT eingesetzt.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Hoya - Sitz der VGH

Gesellschafter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fuhrpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Högemann: Privatbahnen in der Grafschaft Hoya. Verlag Kenning, Nordhorn 1992 (Nebenbahndokumentationen 4), ISBN 3-927587-09-5
  • Ingo Westermann: Die Geschichte des Hoyaer Eisenbahn-Gesellschaft und der Kleinbahn Hoya-Syke-Asendorf. Deutscher-Eisenbahn-Verein, Bruchhausen-Vilsen 1988
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 9: Niedersachsen, 1. Zwischen Weser und Ems. EK-Verlag, Freiburg 2005, ISBN 3-88255-668-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jahresabschluss zum 31. Dezember 2006. Verden Walsroder Eisenbahn GmbH (VWE), 6. November 2007, abgerufen am 16. März 2014.
  2. [1]
  3. Metropolregion Bremen-Oldenburg e.V.: Route der Industriekultur im Nordwesten. Station 16: Kaffkieker Grafschaft Hoya

Koordinaten: 52° 48′ 15″ N, 9° 8′ 28″ O