Brtníky

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Brtníky
Brtníky führt kein Wappen
Brtníky (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Děčín
Gemeinde: Staré Křečany
Fläche: 1045,7075[1] ha
Geographische Lage: 50° 57′ N, 14° 26′ OKoordinaten: 50° 56′ 52″ N, 14° 26′ 27″ O
Höhe: 406 m n.m.
Einwohner: 257 (1. März 2001)
Postleitzahl: 407 60
Kfz-Kennzeichen: U
Verkehr
Straße: MikulášoviceKrásná Lípa
Bahnanschluss: Rumburk–Mikulášovice
Kinderheim an der Hauptstraße in Brtniky
Kapelle auf dem Kapellenberg in Brtniky
Regionalbahn an dem Haltepunkt in Brtniky
Karte des Schluckenauer Zipfels mit Brtniky

Brtníky, bis 1947 Zeidler[2], ist ein Ortsteil von Staré Křečany im Norden Tschechiens im Okres Děčín (Ústecký kraj). Sie liegt im Böhmischen Niederland an der Nordböhmischen Industriebahn sowie an den Straßen von Mikulášovice nach Krásná Lípa bzw. Staré Křečany. In unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Ort befindet sich der 580 m hohe Wolfsberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Gemeinde geht auf das Jahr 1346 zurück, als sie erstmals erwähnt wurde. Ihr Name lässt sich aus der hier damals ansässigen Waldbienenzucht (Zeidelweide) herleiten. Das bedeutendste Bauwerk in Zeidler war die von 1709 bis 1716 gebaute barocke Kirche des hl. Martin. Auf Grund von Vernachlässigung und der darauf folgenden Baufälligkeit musste das Bauwerk, bei dem schon ein Deckengewölbe eingestürzt war, 1975 gesprengt und abgetragen werden. Der in unmittelbarer Nähe stehende Friedhof existiert noch heute. Weitere Bauten sind das heutige Kinderheim an der Hauptstraße, die Kreuzkapelle auf dem 446 m hohen Křížový vrch (deutsch Kreuzberg) und einige Fachwerk- bzw. Umgebindehäuser.

Für Geologen ist der Ort von besonderem Interesse, denn durch ihn läuft die Grenze zwischen dem Sandsteingebiet der Böhmischen Schweiz und dem Lausitzer Granitgebiet des Böhmischem Niederlandes.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Zeidler ab 1849 mit den Ortsteilen Hemmehübel (Kopec) und Sternberg (Šternberk) eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Hainspach. Ab 1868 gehörte Zeidler zum Bezirk Schluckenau. 1902 wurde der Ort an die Nordböhmische Industriebahn angebunden. Diese Bahnlinie hat in Brtniky auch ihr bedeutendstes Bauwerk, nämlich die Stahlträgerfachwerkbrücke über die Verbindungsstraße nach Staré Křečany. Von dieser Verbindung wird heute nur noch am Wochenende ein Betrieb im 2-Stunden-Takt durchgeführt.

Im Jahre 1930 hatte die Gemeinde Zeidler 1513 Einwohner. Im Oktober 1938 wurde die Gemeinde in Folge des Münchner Abkommens dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte zunächst zum Landkreis Schluckenau. Zum 1. Mai 1939 wurde Zeidler dem Landkreis Rumburg zugeordnet. Beim Zensus von 1939 lebten in der Gemeinde Zeidler 1358 Personen.[3] Bis 1945 besaß der Ort einige große Firmen von Weltruf aus der Spitzen- und Strumpfwarenindustrie, von denen heute noch einige Reste an der Gitterbrücke über die Straße nach Staré Křečany zu sehen sind. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam Zeidler zur Tschechoslowakei zurück und wurde Teil des Okres Rumburk. Die deutschböhmische Bevölkerung wurde aus dem Ort vertrieben, was einen großen Bevölkerungsrückgang und einen großen Rückgang der Industrie zur Folge hatte. Im Jahre 1947 erfolgte die Umbenennung in Brtníky, der Ortsteil Hemmehübel erhielt den neuen Namen Kopec. Im Zuge der Gebietsreform von 1960 wurde Brtníky dem Okres Děčín zugeordnet. Am 1. Juli 1980 erfolgte die Eingemeindung nach Staré Křečany. Heute wird der Ort vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Im Jahre 1991 hatte Brtníky 272 Einwohner. 2001 bestand der Ort aus 109 Wohnhäusern, in denen 257 Menschen lebten.[4] Insgesamt besteht Brtníky aus 223 Häusern.[5]

Durch den Wiederaufbau der Eisenbahnlinie Rumburk-Sebnitz hat Brtniky heute außerdem eine touristische Bedeutung für Besucher aus dem Elbtal bis Dresden; 2,5 km entfernt von dem Haltepunkt befindet sich der Wolfsberg, der gleichnamige Ort befindet sich 5 km entfernt. Ebenfalls 5 km entfernt befindet sich das Jagdschloss Sternberg, und 10 km lang ist die Wanderung nach Šluknov über das Zeleny Kriz (deutsch: grünes Kreuz). Ebenfalls 10 km wandert man nach Kyjow mit der Quelle der Kirnitzsch. Und für extreme Wanderer ist die Strecke nach Sebnitz mit 25 km bzw. nach Hřensko über die Tokani, das Dittersbacher Felsengebiet und das Prebischtor mit 40 km als Ausgangspunkt zu empfehlen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Rölke (Hrsg.): Wander- & Naturführer Böhmische Schweiz, České Švýcarsko. Berg- und Naturverlag Roelke, Dresden 2011, ISBN 3-934514-07-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi/612987/Brtniky
  2. Předpis č. 7/1948 Sb.
  3. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Rumburg. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2001).
  4. http://www.czso.cz/csu/2009edicniplan.nsf/t/010028D080/$File/13810901.pdf
  5. http://www.uir.cz/adresy-objekty-casti-obce/012980/Cast-obce-Brtniky

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brtníky – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien