Bruno Müller-Linow

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Selbstbildnis Bruno Müller-Linow (Öl auf Leinwand 1992)

Bruno Müller-Linow (* 31. Juli 1909 in Pasewalk, Pommern; † 18. März 1997 in Hochscheid) war ein deutscher Maler, Graphiker und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruno Müller-Linow wurde in Pasewalk (Pommern) geboren und wuchs in Berlin auf. Im September 1927 machte er Abitur an der Oberrealschule Berlin-Pankow. Ab dem Wintersemester 1927/28 studierte er an der Staatlichen Kunstschule Berlin bei Willy Jaeckel, Heinrich Reifferscheid (Maler) und Bernhard Hasler Bildende Kunst und Kunstpädagogik. Er fühlte sich der Berliner Sezession um Leo von König, Heinrich Graf Luckner und Willy Jaeckel zugehörig. Max Liebermann und Ludwig Justi erwarben Bilder von ihm für den Preußischen Staat bzw. für die Nationalgalerie (Berlin). Im Juli 1931 machte er die Abschlussprüfung an der Staatlichen Kunstschule Berlin.

1931 wurde Bruno Müller-Linow Mitglied der Münchner Sezession und 1936 Dozent an der Hochschule für Lehrerbildung in Lauenburg. Dort lernte er Karl Schmidt-Rottluff kennen, der ihn stark beeinflusste, und mit dem er zusammen am Lebasee aquarellierte. 1941/42 erhielt er ein Stipendium an der Deutschen Akademie in der Villa Massimo in Rom. 1943 wurde er an die Werkkunstschule Braunschweig berufen. Nach kurzer Zeit wurde Bruno Müller-Linow zum Kriegsdienst eingezogen. Nach der Gefangenschaft und Vertreibung seiner Familie aus Lauenburg, was auch den Verlust seiner Bilder bedeutete, begann ein Neuanfang als Lehrer an der Werkkunstschule Braunschweig, einer Vorgängereinrichtung der Braunschweiger Werkkunstschule. Hier konnte er die enge Freundschaft mit dem Bildhauer Paul Egon Schiffers fortsetzen. 1955 wurde er Rektor der Werkkunstschule Trier. 1956 erhielt Bruno Müller-Linow einen Ruf auf eine Professur für Zeichnen, Malen und Grafik an der Technischen Hochschule Darmstadt, wo er über seine Emeritierung (1975) hinaus bis 1988 seinen Lebensmittelpunkt hatte.

1988 ließ er sich in Hochscheid im Hunsrück nieder. Bis zu seinem Tod arbeitete Bruno Müller-Linow als Zeichner und Maler (Ölbilder, Aquarelle), schuf Glasfenster (Petrusfenster in der Bessunger Kirche) und setzte sich besonders mit der Kunst der Kaltnadelradierung auseinander. Eine enge Freundschaft bestand zum Maler Heinz Friedrich.

Seit 1935 war Bruno Müller-Linow mit Margarete Splittstößer verheiratet. Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahre 1974 heiratete er drei Jahre später Ute Amonn. Seine zweite Frau verstarb 1996, wenige Monate danach verstarb Müller-Linow in Hochscheid im Hunsrück.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturpreisverleihung der Pommerschen Landsmannschaft 1973 an Bruno Müller-Linow (Mitte)

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976 Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg
  • 1982 Kunsthalle Darmstadt (Gruppenausst.)
  • 1994 Galerie Koch, Hannover, zum 85. Geburtstag
  • 1999 Retrospektive in der Kunsthalle Darmstadt
  • 2019 Museum Bensheim – Landschaft, Portrait, Stillleben

Werke im öffentlichen Besitz (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bayerische Staatsgalerie
  • Nationalgalerie Berlin
  • Kunsthalle Emden
  • Oberhess. Museum Gießen
  • Museum Bensheim, Bensheim

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Radierer der Gegenwart. Darmstadt 1982, S. 122f.
  • Hans-Jürgen Imiela: Bruno Müller-Linow (1909–1997). Alsbach 1999.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bruno Müller-Linow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien