Leo von König

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Leo von König: Am Frühstückstisch, 1907, Öl auf Leinwand, 101,5 × 117,5 cm, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Nationalgalerie, Inventar-Nr. A II 459

Leo Freiherr von König (* 28. Februar 1871 in Braunschweig; † 9. April 1944 in Tutzing am Starnberger See) war ein deutscher Maler der Berliner Secession.

Leben[Bearbeiten]

Leo war der Sohn des späteren preußischen Generals der Kavallerie Götz von König und dessen Ehefrau Hertha, geborene Freiin von Cramm.

Leo von König besuchte von 1889 bis 1894 die Königliche Akademie der Künste in Berlin, von 1894 bis 1897 die Académie Julian in Paris und war ab 1900 in Berlin ansässig. Ab 1909 unterrichtete Leo von König in Berlin seine Nichte Ischi von König.[1]

Leo von König gehörte nach Max Liebermann, Corinth und Max Slevogt zu späten Repräsentanten der Berliner Secession. Er schulte sich in Berlin und Paris an den Impressionisten und leitete eine Meisterklasse an der Berliner Kunstgewerbeschule. Zu seinen Meisterwerken gehören Porträts von Gerhart Hauptmann, Ernst Barlach, Emil Nolde, Käthe Kollwitz und Eugen d’Albert.

Er porträtierte den Reichsminister Bernhard Rust (1934), Joseph Goebbels (1935), dessen Töchter Helga und Hilde und war mit Arno Breker befreundet, dem er 1936 für eine Büste in Bronze Modell saß. [2] Von Adolf Hitler wurde er jedoch ausdrücklich abgelehnt, der seine Gemälde aus der Großen Deutschen Kunstausstellung 1937 im Haus der Deutschen Kunst entfernen ließ. 1941 wurde er von Albert Bormann erfolglos für die Goethe-Medaille vorgeschlagen, dafür jedoch von Baldur von Schirach zum Ehrenmitglied der Wiener Akademie der Bildenden Künste ernannt.[3]

Leo von König war Mitglied im Deutschen Künstlerbund.[4]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Pärchen im Bohème Café, 1909
  • Drei Pfauen, um 1922
  • Selbstbildnis mit Modell, 1928
  • Bildnisse der Eltern, 1928 und 1934
  • Totenklage (Asphodelische Stimmung), 1934 ausgestellt auf Schloß Wernigerode
  • Bildnis Gudrun Baronin Hoyningen-Huene, 1939
  • Portugal, Obidos, 1939
  • Bildnis Dr. Wilhelm Hesse, 1943

alle Städtisches Museum Braunschweig

  • Frau in gelbem Pelz, 1925

Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie

  • Gewitter am Strand, 1920, Öl auf Holz, 35,5 x 53 cm

Privatbesitz

Literatur[Bearbeiten]

  • Emil Szittya: Leo von König. Paris, La Zone (1931)
  • Gestalt und Seele – Das Werk des Malers Leo von König. Leipzig 1936
  • Christoph Schwingenstein: König, Leo Freiherr von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 12, Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. 346 f. (Digitalisat).
  • Alexandra Bechter: Leo von König: 1871-1944; Leben und Werk. WP, Darmstadt 2001 (Geschichtliche Reihe; Bd. 1); ISBN 3-934815-03-0
  • Julia M. Nauhaus: Die Gemäldesammlung des Städtischen Museums Braunschweig. Vollständiges Bestandsverzeichnis und Verlustdokumentation. Mit Beiträgen von Justus Lange. Georg Olms Verlag, Hildesheim u. a. 2009 (Katalognummern 597 bis 604)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leo von König – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hugo Thielen: König, Ischi (eigentl. Ilse) von, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 204; online über Google-Bücher
  2. History-Archiv Museum Europäische Kunst, Schloss Nörvenich, November 2013
  3. Ernst Klee: Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2009 (überarbeitete Auflage). ISBN 978-3-596-17153-8 (S.292)
  4. kuenstlerbund.de: Ordentliche Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes seit der Gründung 1903 / König, Leo von (abgerufen am 13. September 2015)