Bundesverband Deutsche Startups

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Bundesverband Deutsche Startups
(BVDS e.V.)
Logo
Rechtsform Eingetragener Verein
Zweck Interessenverband deutscher Startup-Unternehmen
Sitz Berlin
Gründung 2012

Ort Berlin
Präsident Christian Miele
Mitglieder 900
Website www.deutschestartups.org

Der Bundesverband Deutsche Startups ist ein Eingetragener Verein mit Sitz in Berlin und ein Interessenverband der deutschen Startupbranche. Gegründet wurde er 2012 als Repräsentant und Stimme der Startups in Deutschland. Der Verband engagiert sich für ein gründerfreundliches Deutschland, wirbt für innovatives Unternehmertum und möchte die Startup-Mentalität in die Gesellschaft tragen. Als Netzwerk möchte der Bundesverband Deutsche Startups Gründer, Startups und deren Freunde miteinander verbinden.[1]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. wurde im September 2012 von 18 Startup-Unternehmern mit dem Ziel gegründet, einen Verein als politisches Sprachrohr der Startups in Deutschland zu etablieren. Konkreter Anlass der Gründung waren Pläne des Bundesrates für ein Anti-Angel-Gesetz, das Streubesitzdividenden besteuern sollte.[2] Im Jahr 2015 war der Verband bereits auf über 500 Mitglieder gewachsen.[3] Heute verfügt der Verband über mehr als 900 Mitgliedsunternehmen. Daneben gehören dem Bundesverband Deutsche Startups auch 36 studentische Gründungsinitiativen an. In der Berliner Zentrale arbeiten 20 hauptamtliche Mitarbeiter.[4]

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband ist bundesweit organisiert und gliedert sich in 15 Regionalgruppen. Im Juli 2018 eröffnete der Verband seine erste Landesgeschäftsstelle – mit Zuständigkeit für Nordrhein-Westfalen – in Düsseldorf.[5] Ergänzt werden die Regionalgruppen durch 24 Fachgruppen zu verschiedenen Schwerpunkten wie HR,[6] FinTech oder Future Mobility.[7] Seit 2013 ist mit Gründermagnet e.V. das Sprachrohr der Studentischen Gründungsinitiativen in Deutschland Teil des Bundesverbandes Deutsche Startups.[8]

Verbandsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband organisiert jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen, die sich an Startups in verschiedenen Lebensphasen wenden. So unter anderem das StartupCamp Berlin, mit über 1.000 Teilnehmern und mehr als 150 Referenten[9] die größte Early Stage Konferenz in Deutschland.[10] Weitere regelmäßige Veranstaltungen sind die ExitCon und das Growth Company Forum. Zudem veranstaltet der Verband diverse Delegationsreisen an denen regelmäßig auch Bundesminister teilnehmen,[11] wie die German-Valley-Week[12] und die German-Tel-Aviv-Week.[13]

Seine politischen Ziele veröffentlicht der Verband in seiner Startup-Agenda, die zuletzt im Juni 2017 erneuert wurde.[14] An der Erstellung des Programms waren mehr als 100 Startups beteiligt.[15] Als einziger deutscher Digitalverband spricht sich der BVDS für die Netzneutralität aus.[16]

German Israeli Startup Exchange Program (GISEP)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Ziel die Startup-Ökosysteme von Deutschland und Israel miteinander zu vernetzen,[17] initiierte der Bundesverband im September 2016 das German Israeli Startup Exchange Program (GISEP).[18] Mit dem Programm soll israelischen und deutschen Startups sowie Investoren der Zugang zum jeweils andere Markt und seinen Netzwerken erleichtert werden.[19] Das Programm wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert[20] und ist seit April 2017 Teil der Innovationspolitischen Eckpunkte des Ministeriums.[21]

German Indian Startup Exchange Program (GINSEP)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das German Indian Startup Exchange Program (GINSEP)[22] ist eine von der German Startups Association initiierte und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützte Plattform zur Stärkung und Förderung der deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen im Gründungsbereich.[23] Das Hauptziel des GINSEP ist es, den Austausch zwischen den beiden Startup-Ökosystemen zu fördern. Innerhalb des GINSEP soll der Bundesverband Deutsche Startups als neutraler Vermittler fungieren, der den Informationsfluss zwischen dem indischen und dem deutschen Startup-Ökosystem unterstützt. GINSEP will sowohl deutsche als auch indische Gründer dabei unterstützen, das Ökosystem des anderen Landes zu verstehen und zugänglich zu machen.[24]

Deutscher Startup Monitor (DSM)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bundesverband Deutsche Startups veröffentlicht mit dem Deutschen Startup Monitor (DSM) jährlich eine Studie zum Startup-Ökosystem in Deutschland. Der DSM gilt als die wichtigste Studie über junge Unternehmen in Deutschland,[25] da er aktuelle Entwicklungen der Startupbranche, wie den Trend zu mehr Mitarbeitern mit Zuwanderungsgeschichte,[26] aufgreift und mit Daten hinterlegt.[27] Für den Deutschen Startup Monitor 2017 wurden so 1.837 Startups mit 4.245 Gründern befragt, die mehr als 19.913 Mitarbeiter aus dem Startup-Ökosystem repräsentieren.[28][29]

In den vergangenen Jahren wurde zudem mehrfach ein Europäischer Startup Monitor (ESM) zum europäischen Ökosystem veröffentlicht. Im Jahr 2018 erschien erstmals der Female Founders Monitor (FFM), der die wachsende Anzahl weiblicher Gründer in den Blick nimmt.[30] Zudem publiziert der Verband regelmäßig verschiedene Regionalstudien, die sich dem Startup-Ökosystem in einzelnen Bundesländern – wie Berlin – widmen.[31]

Sowohl DSM als auch ESM sind in der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften des Leibnitz-Informationszentrum Wirtschaft gelistet.[32]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ende der geplanten Anti-Angel-Gesetzgebung, also die Sicherung des Holdingprivilegs bei Angel-Investments, verbucht der Bundesverband Deutsche Startups ebenso als politische Erfolg,[33] wie die Einführung des neuen Marktsegment Scale[34] für Startups an der Deutschen Börse.[35] Zudem verweist der Verband auf seine Rolle beim Ausbau des Investitionszuschusses Wagniskapital und bei der Evaluierung des Kleinanlegerschutzgesetzes.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Startups und Politik: Lobbyismus für Anfänger. Wall Street Journal, abgerufen am 23. März 2017.
  2. 100 Tage Startup-Verband - eine erste Bilanz. deutsche startups, abgerufen am 23. März 2017.
  3. “Es war richtig , den Startup-Verband zu gründen”. deutsche startups, abgerufen am 5. Juli 2017.
  4. Team. Bundesverband Deutsche Startups e.V., abgerufen am 5. Juli 2018.
  5. Heyes ist Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutsche Startups in NRW. Politik & Kommunikation, abgerufen am 5. Juli 2018.
  6. HR-Startups gründen Fachgruppe im Startup-Verband. beraternews.net, abgerufen am 5. Juli 2017.
  7. Fachgruppen. Bundesverband Deutsche Startups e.V., abgerufen am 23. März 2017.
  8. Die Mutter aller studentischer Gründerinitiativen: Der Gründermagnet. (Nicht mehr online verfügbar.) Stauzeitung, archiviert vom Original am 25. März 2017; abgerufen am 23. März 2017.
  9. StartupCamp Berlin. Bundesverband Deutsche Startups, abgerufen am 23. März 2017.
  10. Deutschlands größte Early Stage Konferenz geht am 7./8. April in die nächste Runde. Bundesverband Deutsche Startups, abgerufen am 5. Juli 2017.
  11. Mit Rösler ins Valley. Gründerszene, abgerufen am 5. Juli 2017.
  12. Reise Bundesministerin Zypries in die USA 21. - 26. Mai 2017. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, abgerufen am 5. Juli 2017.
  13. eToro-CEO begrüßt deutsche Startup-Delegation in Tel Aviv. presseportal.de, abgerufen am 5. Juli 2017.
  14. Deutsche Startup Agenda. Bundesverband Deutsche Startups e.V., abgerufen am 5. Juli 2017.
  15. Startup-Verband: Wunschliste an die nächste Regierung. Wirtschaftswoche, abgerufen am 5. Juli 2017.
  16. Quo vadis, Netzneutralität? Bundesverband Deutsche Startups e.V., abgerufen am 23. März 2017.
  17. Zypries trifft israelischen Botschafter Hadas-Handelsman. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, abgerufen am 13. Juli 2017.
  18. Israel und Deutschland verstärken Austausch in Start-up-Branche. Bild, abgerufen am 13. Juli 2017.
  19. Deutsch-israelische Digitalfreundschaft. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, abgerufen am 5. Juli 2017.
  20. Berlin looks toward Israeli chutzpah to rev up its start-up scene. Jerusalem Post, abgerufen am 13. Juli 2017.
  21. Innovationspolitische Eckpunkte. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, abgerufen am 13. Juli 2017.
  22. ginsep. Bundesverband Deutsche Startups e.V., abgerufen am 14. Mai 2018.
  23. Startup-Verband baut Brücken zwischen Indien und Deutschland. Bundesverband Deutsche Startups e.V., abgerufen am 14. Mai 2018.
  24. German Missions in India - GINSEP builds bridges between India and Germany. (Nicht mehr online verfügbar.) German Embassy New Delhi, archiviert vom Original am 14. Mai 2018; abgerufen am 14. Mai 2018.
  25. Start-ups: Ihr undankbaren Hoodie-Träger! Die Zeit, abgerufen am 23. März 2017.
  26. Junge Unternehmen profitieren von Zuwanderung. Der Spiegel, abgerufen am 5. Juli 2018.
  27. Startups in Deutschland. statista, abgerufen am 7. Juli 2017.
  28. Deutscher Startup Monitor 2016: Die wichtigsten Fakten der großen Gründerstudie. t3n.de, abgerufen am 5. Juli 2017.
  29. Deutscher Startup Monitor 2017. Bundesverband Deutsche Startups e.V., abgerufen am 5. Juli 2018.
  30. Female Founders Monitor: Was Gründerinnen bewegt. Wirtschaftswoche, abgerufen am 5. Juli 2018.
  31. Berliner Gründer finden in Deutschland kaum noch Mitarbeiter. Gründerszene, abgerufen am 5. Juli 2018.
  32. institution:"Bundesverband Deutsche Startups e.V." Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften, abgerufen am 5. Juli 2017.
  33. Alptraum für Startups. Manager Magazin, abgerufen am 5. Juli 2017.
  34. Auf an die Brzze! Die Zeit, abgerufen am 23. März 2017.
  35. „Börse 2.0“ - Start-Up-Verband setzt Gabriel unter Druck. Handelsblatt, abgerufen am 5. Juli 2017.