Bundeswettbewerb Informatik

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Der Bundeswettbewerb Informatik (BwInf) ist ein seit 1980[1] jährlich durchgeführter bundesweiter Wettbewerb für Schüler, der das Interesse an der Informatik wecken und anwendungsbezogenes Denken fördern möchte. In drei Runden werden schließlich fünf bis sieben Bundessieger und fünf bis sieben weitere Preisträger ermittelt. Die Bundessieger werden in der Regel ohne besonderes Aufnahmeverfahren in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen. Weiterhin werden Geld- und Sachpreise vergeben. Der Bundeswettbewerb Informatik ist eine Möglichkeit zur Qualifikation zur Teilnahme an der Internationalen Olympiade in Informatik (International Olympiad in Informatics, IOI).

Träger des Wettbewerbes sind die Gesellschaft für Informatik (GI), die IuK-Gruppe der Fraunhofer-Gesellschaft und das Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken. Finanziell gefördert wird der Wettbewerb außerdem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Schirmherrschaft über den Wettbewerb hat der Bundespräsident. Der Wettbewerb gehört zu den von der Kultusministerkonferenz anerkannten[2] gesamtstaatlich geförderten Schüler- und Jugendwettbewerben.

Teilnahmeberechtigte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilnahmeberechtigt sind Jugendliche und junge Erwachsene, bis zum 21. Lebensjahr. Sie dürfen jedoch bis zum 1. 9. des jeweiligen Jahres ihre (informatikbezogene) Ausbildung nicht abgeschlossen oder eine Berufstätigkeit begonnen haben. Personen, die an einer Hochschule studieren, sind ausgeschlossen, falls sie nicht gleichzeitig noch die Schule besuchen.

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bundeswettbewerb Informatik beginnt und endet im September und besteht aus drei Runden. In den ersten beiden Runden sind Aufgaben in Heimarbeit zu bearbeiten und zu dokumentieren; Gruppenarbeit ist dabei nur in der ersten Runde erlaubt. In der ersten Runde sind in der Regel fünf einfache, in der zweiten Runde drei deutlich schwierigere Aufgaben zu bearbeiten. Zusätzlich finden sich in der ersten Runde zwei Junioraufgaben, die nur von Teilnehmern bis einschließlich Jahrgangsstufe 10 (im G8: Einführungsphase) gelöst werden dürfen.

In der ersten Runde kann man pro bearbeiteter Aufgabe zwischen einem und fünf Punkten bekommen und braucht mindestens zwölf Punkte aus den besten drei Aufgaben, um in die zweite Runde zu kommen. In der zweiten Runde muss man zwei der drei Aufgaben bearbeiten und sollte die Aufgabenstellungen außerdem selbst sinnvoll erweitern. Schließlich werden die besten ca. 30 Teilnehmer der zweiten Runde zur Endrunde eingeladen. Dort werden die Teilnehmer im Rahmen von je drei halbstündigen Einzelgesprächen und zwei fünfstündigen Gruppenarbeiten beurteilt. Am Ende werden etwa sechs Bundessieger und etwa sechs Preisträger gekürt und einige Sonderpreise (beste Einzelleistung, beste Gruppenleistung, bester Vortrag, beste Leistung unter den jüngeren Teilnehmern, ...) vergeben. Die Bundessieger werden in der Regel auch in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen, auch wenn dies offiziell nicht automatisch geschieht.

Auswahlverfahren für die Olympiaden-Mannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf internationaler Ebene gibt es momentan drei Informatikolympiaden, an denen deutsche Teams teilnehmen: Die Internationale Olympiade für Informatik (IOI), die zentraleuropäische Olympiade für Informatik (CEOI) und die Baltische Olympiade für Informatik (BOI). Alle drei Olympiaden wurden auch schon in Deutschland veranstaltet, und zwar die IOI 1992 in Bonn, die CEOI 2003 in Münster, 2008 in Dresden und 2014 in Jena, sowie die BOI 2007 in Güstrow und 2013 in Rostock.

Etwa zwölf Teilnehmer der Endrunde des Bundeswettbewerbes Informatik und weitere Teilnehmer von Jugend forscht qualifizieren sich für die Auswahlseminare zu den jährlichen Informatikolympiaden. Aus diesen wird im Laufe von drei oder vier Lehrgängen das vierköpfige (für die BOI sechsköpfige) deutsche Team gebildet, das betreut durch eine zweiköpfige Teamleitung zu den Olympiaden reisen darf.

Personelles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Momentan (Dezember 2017) ist Till Tantau (Universität Lübeck) Vorsitzender des Beirats und Wolfgang Pohl Geschäftsführer des Bundeswettbewerbs Informatik.[3] Vorsitzender des Aufgabenausschusses ist Peter Rossmanith (RWTH Aachen).[4]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Wettbewerbsnummer Teilnehmer 1. Runde Teilnahmeberechtigte 2. Runde Teilnehmer 2. Runde
2017/2018 36 1463 828 154
2016/2017 35 1406 746 232
2015/2016 34 1318 473 163
2014/2015 33 1140 457 161
2013/2014 32 1189 668 189
2012/2013 31 1187 544 179
2011/2012 30 596 330 90
2010/2011 29 999 557 161

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Geschichte des Bundeswettbewerbs Informatik. Abgerufen am 7. Dezember 2017.
  2. Schüler- und Jugendwettbewerbe. Kultusministerkonferenz, abgerufen am 7. Dezember 2017.
  3. Über uns. Abgerufen am 7. Dezember 2017.
  4. BWINF: Der Aufgabenausschuss. Abgerufen am 7. Dezember 2017.