Burg Lauenburg

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Burg Lauenburg
Kleine Lauenburg, Ostseite des Bergfrieds

Kleine Lauenburg, Ostseite des Bergfrieds

Entstehungszeit: 1164 erstmals erwähnt
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Stecklenberg
Geographische Lage: 51° 43′ 37,4″ N, 11° 4′ 52″ OKoordinaten: 51° 43′ 37,4″ N, 11° 4′ 52″ O
Höhe: 356,1 m ü. NHN
Burg Lauenburg (Sachsen-Anhalt)
Burg Lauenburg

Die Burg Lauenburg ist die Ruine einer zweiteiligen Höhenburg – Große Lauenburg und Kleine Lauenburg – im Harz (Ostharz) nahe der Ortschaft Stecklenberg im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt. Sie wurde im Hochmittelalter errichtet.

Burg Lauenburg, Luftaufnahme (2015)

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruinen der Großen Lauenburg und Kleinen Lauenburg befinden sich auf dem südwestlich von Stecklenberg (Ortsteil der Stadt Thale) gelegenen Burgberg (356,1 m ü. NHN),[1] einem Nordausläufer des Rambergmassivs. Sie sind etwa 200 m voneinander entfernt. Etwa 630 m nordöstlich liegt die Ruine der Stecklenburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweiteilige Burganlage wurde im dritten Quartal des 11. Jahrhunderts als Reichsburg[2] unter Heinrich IV. erbaut und 1164[3] erstmals urkundlich erwähnt. Die Erbauung von Vor- und Hauptburg dauerte vermutlich bis zu zehn Jahre.[3] Zweck der Anlage, die mehr als 350 m[3] Gesamtlänge hatte, war der Schutz von Quedlinburg und der nahen Heerstraßen. 1180[3] wurde sie bei kriegerischen Auseinandersetzungen von Friedrich I. (Barbarossa) erobert. 1273 wurde die Burg durch die Grafen von Regenstein erworben, was zu einem Kräftespiel zwischen dem Bischof von Halberstadt und der Grafen von Regenstein führte. Allein für den Bischof Albrecht II. soll in der Zeit von 1326 bis 1351 neunmal vor die Burg gezogen sein. 1351 gelangte die Burganlage in bischöflichen Besitz, welche die Burg den Regensteiner Grafen dann wieder als Lehen überließen. Lehnsträger der Burg war ab 1479 das Stift Quedlinburg. Weitere Besitzer der Burg waren die Herzöge Ernst von Sachsen-Gotha-Altenburg und Albrecht von Sachen-Coburg, ab 1740 auch der König Friedrich II. von Preußen. Später kaufte der preußische Staat die Burg auf Abbruch. Im Anschluss ging sie in das Eigentum der Stadt Quedlinburg und ging 1887 wieder in Staatsbesitz.[4]

Zu den Besitzern der Burg gehörten die Herren von Sommerschenburg.[2] Die Anlage wurde nach 1740 auf Abbruch verkauft.[2]

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die Hauptburg stark verfallen ist, sind noch wenige Reste der Türme und Außenmauern erhalten, darunter der Bergfried der Vorburg, dessen Ruine schon von weitem gut sichtbar ist.

Die Große Lauenburg wurde nach romanischem Schema errichtet. Die Anlage war oval und bemass 25 × 31 Meter mit einer umlaufender Ringmauer von 2 Meter stärke und 10 Meter Höhe. 5 Meter hohe Teile der Ringmauer und ein Teil des Bergfrieds bis auf 12 Meter höhe, sind bis heute erhalten geblieben. Im Westen wurde die Großen Lauenburg durch einen Halsgraben von 15 Meter Breite und 150 Meter Länge geschützt. Ein Ringgraben von 220 Meter Länge mit Vorwall umgab die gesamte Burganlage. Der Burg war mit ihrem fünfeckigen Bergfried eine Besonderheit im Harz.[4][5]

Die kleine Lauenburg mit den Maßen 45 × 50 Meter diente wahrscheinlich als Vorburg der Großen Lauenburg, war aber eine selbstständige Anlage. Der Bergfried Maß 10,4 × 10,4 Meter bei einer Mauerstärke von 2,9 Meter und 30 Meter Höhe. Er ist bis zu einer Höhe von 17 Meter erhalten geblieben. Der Zugang zum Bergfried hatte eine Breite von 60 cm und befand sich in einer Höhe von 4,5 Meter.[4][6]

Burgmodell und Wanderziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Dorfkirche in Stecklenberg wurde ein Modell mit einer Rekonstruktion der Lauenburg im Maßstab 1:20 aufgestellt, das einen guten Eindruck von der einstigen Burganlage vermittelt.

Die Ruine Lauenburg, die frei zugänglich ist, ist als Nr. 187[7] in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen.

Gedicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seht ihr die alte Lauenburg, hoch auf dem Harze schimmern? Durch die Wildnis geht der Weg hindurch, zu ihren wüsten Trümmern[4]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Burg Lauenburg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  2. a b c Eintrag zu Lauenburg (Große Lauenburg, Obere und untere Lauenburg) in der privaten Datenbank „Alle Burgen“. Abgerufen am 15. September 2015.
  3. a b c d Die Burgruine Lauenburg, auf harzlife.de
  4. a b c d Bernd Sternal, Lisa Berg, Wolfgang Braun: Burgen und Schlösser der Harzregion Band 1. Sternal Media, 2011, ISBN 978-3-8370-5893-2, S. 16–19.
  5. Große Lauenburg. alleburgen.de, abgerufen am 18. September 2020.
  6. Kleine Lauenburg. alleburgen.de, abgerufen am 18. September 2020.
  7. Harzer Wandernadel: Stempelstelle 187 / Lauenburg, auf harzer-wandernadel.de